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STOLPERSTEIN

STOLPERSTEIN

Regie Dörte Franke
Kinostart 06.11.2008

Kritiken • STOLPERSTEIN

10. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • Neues Deutschland

Dieser Film zeigt, dass die Kunst nicht in der Werkstatt, sondern in der Öffentlichkeit entsteht, schreibt Oliver Händler. "Sehr persönlich wird der Film von Dörte Franke, wenn Demnig über Liebe, seinen Glauben oder über seine künstlerischen Anfänge spricht, als er mitten in der 68er Bewegung entdeckte, welche direkte Wirkung Kunst außerhalb von Museen hat. Zu dieser Zeit habe er auch von der Vergangenheit seines Vaters in der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg erfahren. Sprechen konnte er mit ihm nie darüber, sagt er, ähnlich wie die Frauen, die im Zentrum eines kurzen Exkurses stehen."

09. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Eine eigene, schräge Poesie hat Christina Tilmann ausgemacht. "Unaufgeregt, doch voller Sympathie schildert der Film nicht nur die generalstabsmäßige Planung der Steinverlegung. Sie zeigt auch das Dilemma eines Künstlers, dem die eigene Idee längst über den Kopf gewachsen ist. Gunter Demnig muss am Ende lernen, Hilfe zu akzeptieren. Die Aktion hat, so Uta Franke, Ausmaße einer Bürgergewegung angenommen. Am 17. November werden wieder Steine in Berlin verlegt."

06. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • Berliner Zeitung

Dass diese Idee nicht überall auf Wohlwollen stößt, macht der Film ebenfalls deutlich und ist für Catherine Newmark unverständlich. "Von Beginn an gab es Kontroversen um das Projekt, kritische Stimmen, auch von jüdischer Seite, stellen den Sinn der Gedenksteine in Frage, verurteilen die Form oder sprechen Demnig die Berechtigung ab. Nach Betrachtung dieses Filmes fällt es schwer, sich dem anzuschließen. Es entsteht das Bild eines großen, idealistischen, von viel gutem Willen getragenen Projektes und eines Künstlers, der genuin etwas bewirken will und das auch tut. Eine Sisyphus-Arbeit, bedenkt man die Zahl der Opfer in Deutschland und Europa, aber eine eindrückliche Lebensaufgabe."

03. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • film-dienst 23/2008

Josef Lederle hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Die Aufnahmen aus Demnigs Atelier, aber auch vom Verlegen der Steine vor Ort verraten vertraute Bewunderung, sind aber nicht frei von Stilisierungen; allzu augenfällig erinnert Demnigs Outfit und Inszenierung an Joseph Beuys, mitunter gerät die Aktion – zumindest in ihrer filmischen Gestalt – selbst zum Ritual. Die Kamera protokolliert dabei stets auch einige skeptisch-verstockte Passanten oder erspäht im deutschen Osten misslaunige Glatzköpfe mit Kampfhunden, die auf Distanz bleiben, weil Demnig in der Regel von Polizisten und die Steinlegung von einem kleinen Festakt begleitet wird."

01. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • br-online.de

Ronja Dittrich sah eine sehr sehenswerten Dokumentarfilm. "Es gibt Geschichten, die müssen einfach erzählt werden. Diese gehört dazu. Die Regisseurin des Films, Dörte Franke, ist die Tochter der Lebensgefährtin Gunter Demings. Durch die persönliche Nähe zu dem Künstler gelingen ihr intime und berührende Aufnahmen. Mit viel Feingefühl hält sie Begegnungen mit Angehörigen der Opfer fest, zeigt deren tiefe Dankbarkeit. Ein bewegender Film über ein Ausnahmeprojekt, dem für die Zukunft nur das Beste zu wünschen ist. Es ist zu hoffen, dass auch in München bald gestolpert werden darf."

01. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • programmkino.de

Zwar konzentriert sich der Film auf multiple Handlungsstränge, die manchmal etwas verwirren können, doch gerade die Ausführlichkeit mit der sich Dörte Franke mit ihrem Thema auseinandersetzt imponiert David Siems "ungemein. So verfolgt sie die Biografien und Einzelschicksale von Hinterbliebenen und Stolperstein-Auftraggebern genau so detailliert (die sie sogar zu einem Juden nach Manchester bringen), wie sie die polarisierende Wirkung der messingfarbenen Steine diskutiert. Ein nüchterner, aber trotzdem emotionaler Dokumentarfilm, der zu dem Schluss kommt, dass ein Mensch erst vergessen ist, wenn sein Name vergessen ist."

01. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • programmkino.de

Wer an einem Stolperstein vorbeigeht, kann innehalten, meint Thomas Enfel. "Dokumentarfilm-Regisseurin Dörte Franke begleitete Dennig bei seinen Verlegungsfahrten. Auf zum Teil erschütternde Weise kehrt dabei die Vergangenheit wieder, beispielsweise bei einem Ehepaar in Manchester, bei der jungen Roma-Mutter in Österreich oder bei der zu Tränen gerührten Frau, die die Stolperstein-Aktion in Ungarn fördert."

01. November 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • kino-zeit.de

Auch das ist eine Form der Vergangenheitsbewältigung, meint Joachim Kurz. "Eindrucksvoll und ruhig macht STOLPERSTEIN deutlich, wie machtvoll, einfach und effektiv ein Gedenken abseits der offiziellen Akte und Mahnmale sein kann – wenn es in unseren Alltag eindringt und die Schritte der Passanten verlangsamt. Denn das Vergessen setzt erst dann ein, wenn die Namen der Opfer nicht mehr existieren."

29. September 2008 | STOLPERSTEIN • Kritik • critic.de

Die aufmerksame, ruhige Kameraführung (Börres Weiffenbach) trägt viel dazu bei, dass STOLPERSTEIN auch filmisch sehenswert ist, lobt Sonja M. Schultz. "Die Gegenwart der Vergangenheit als Gemeinschaftsprojekt – statt schwerfälliger und staatstragender NS-„Bewältigung“ sind die Stolpersteine Zeichen einer von Tausenden unterstützten Bewahrung der Erinnerung. Das macht Mut. Und dieser Film zeigt ohne große Geste und dadurch eindringlich, wie eine einfache Idee Menschen berühren kann und nach und nach unser Stadtbild verändert."

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