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SLUMDOG MILLIONÄR

SLUMDOG MILLIONÄR

Regie Danny Boyle
Kinostart 19.03.2009

Kritiken • SLUMDOG MILLIONÄR

07. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Für Sascha Keilholz könnte Mumbai, das ehemalige Bombay, "auch Mexico City, New York oder Johannesburg sein. In dieser Universalität, ganz abgesehen von der weltweit wachsenden Popularität Bollywoods, liegt vermutlich das gewaltige Erfolgspotenzial von Slumdog Millionär. Darüber hinaus passt Regisseur Danny Boyle zu Bollywood. Sein Film sieht farbig, bunt und knallig aus, die ständige Flucht der Kinder wird nicht nur von dröhnenden Beats begleitet, sondern auch durch eine sehr mobile Kamera. Chris Dickens’ effektiver Schnitt tut sein Übriges."

19. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Peter Körte findet den Film weniger "als eine märchenhafte Aufstiegsstory interessant denn als Globalisierungsmodell, das in den Slums von Bombay ausprobiert wird, die Danny Boyle und sein Kameramann Anthony Dod Mantle so unfolkloristisch zeigen, wie das gerade möglich ist, wenn man mit leichtem digitalen Gepäck in die Welt der Wellblech- und Papphütten geht und gar nicht anders kann, als die Farben des Verfalls, das Elend, den Schmutz und die Enge zu dokumentieren, die für europäische Augen bei allem Grauen immer auch ein exotisches Flair ausstrahlen."

19. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Tatsächlich scheint Danny Boyle vor allem die Neugier nach Indien getrieben zu haben, schreibt Daniel Kothenschulte. "Aber was ist so schlecht an dieser Eigenschaft für einen Filmemacher? Es gehört zu den Stärken dieses Films, dass er den Zuschauer unverstellt eintauchen lässt in diese Eindrücke, von denen Indienreisende immer wieder erzählen, weil sie ihnen so widersprüchlich erscheinen. Es ist eben kein Film aus Indien, sondern das Indien-Bild eines Europäers, gespiegelt am westlichen Kulturexportgut "Wer wird Millionär", aber getragen und unterstützt von einigen der besten Schauspieler und Musiker Bollywoods."

19. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • telepolis.de

Für Rüdiger Suchsland ist der Film "in seiner ästhetischen Identität wie von seiner Handschrift her ganz und gar kein originärer US-Film, sondern etwas Neues: Er mischt gleichberechtigt (britisch-)europäische, indische und US-amerikanische Elemente. Handlung und Figuren sind ganz und gar indisch, die Vorlage auch. Ein Beispiel also für fruchtbare Multikulti-Pluralität, dafür, dass globalisiertes Kino keineswegs herzlos sein muss."

18. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Dorothee Wenner nimmt der Regisseur kluge Anleihen beim Bollywoodkino, "die sich keineswegs nur auf die Verbeugung vor dem Zufall/Schicksal als Erzählprinzip beschränken. Typisch Bollywood ist etwa der Genremix, mit dem die verschiedenen Episoden aus Jamals Leben dargestellt werden, aber auch die Überzeichnung des fiesen Showmasters, oder die erste Begegnung mit Latika im obligatorisch strömenden Regen, auch die zahlreichen schicksalhaften Begegnungen am berühmten Victoria Terminal, dem prachtvollen Bahnhof von Bombay. Und natürlich die Stadt selbst und ihre Bewohner, die von Danny Boyle als der fast mythische urbane Ort inszeniert werden."

18. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Der Spiegel

Fiona Ehlers trifft Harsh Nawathe, der durch das Fernsehen zum Millionär wurde und sich heute um Slumkinder kümmert.

17. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Bert Rebhandl wertet der Film das Elend in Indien zur Feier des Überlebenswillens um. Es gibt "gute Gründe, sich auch in einem Land wie Deutschland über SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer) zu ärgern. Denn gerade das westliche Publikum wird hier doch recht unverhohlen für blöd verkauft (wie auch im Film die Touristen am Taj Mahal): Ganz so, als wäre die indische Kultur und zumal deren großartiges Kino eine eigene Beschäftigung nicht wert, setzt sich hier ein synthetisches Produkt, das in jeder Sekunde nach Effizienz und Effekt kalkuliert ist, an eine wichtige Nahtstelle im globalen Bildertausch."

16. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke sah das Märchen zur Krise. "Die Handlung beruht auf absurden Zufällen, die Figuren sind eindimensionale Karikaturen, das Ende ist süß. All das ließe sich aber auch über Geschichten von Charles Dickens sagen. Und gibt es das überhaupt – den korrekten Weg, Armut abzubilden? Als ob man diesen Menschen gerechter würde, wenn man sie in trauriges Grau hüllt statt in Boyles lebhaft drängenden Bilderstrom. ... Die Slums für ein eskapistisches Märchen zu nutzen, das ist durchaus fragwürdig. Doch so ist Danny Boyle: Humanist und Ästhet zugleich. Er macht sich nicht zum Anwalt seiner Slumdogs. Er lässt sie strahlen."

16. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh nennt den Film Glücksspielkino für den Globalverbraucher. "Der Pseudo-Sozialrealismus von Mumbais Slums, die in griffigen, aber stets kalkuliert zu Herzen gehenden Szenen gipfelt, in denen ein mit Kot beschmierter Junge seinem Bollywood-Star Amitabh Bachchan entgegentritt, läuft dabei genauso auf hybriden Pop hinaus wie Anthony Dodd Mantles Wackelkamera, die das ausdrucksstarke Detail gegenüber dem Gesellschaftspanorama bevorzugt. SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer) steht so vor allem für die Einebnung einer Bilderkultur - mit dem Ziel, sie möglichst verbraucherfreundlich zu machen."

12. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • br-online.de

Gregor Wossilus ist begeistert. Der Film, "unter schwierigsten Umständen vor Ort in Indien mit Laiendarstellern produziert, ist ein cineastisches Juwel. Ein Film, der vom Leben, der Liebe und auch den Realitäten unseres Daseins kündet ohne jemals pathetisch, anbiedernd oder moralisch zu sein, dabei immer perfekt unterhält und seine Zuschauer nicht nur am Schluß aufs Tiefste bewegt. Ganz einfach perfektes Kino!"

12. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • film-dienst 06/2009

Furioser und unmittelbarer kann man kaum in eine Filmwelt hineingezogen werden, lobt Felicitas Kleiner. "Die Kamera hetzt und klettert zusammen mit einer Horde von Straßenkindern auf der Flucht vor der Polizei durch die Gassen und Winkel eines Slums, schlängelt sich durch dichte Menschenmassen und schäbig-improvisierte Bauten. Ein atemlos rasanter, ungeheuer dynamischer Taumel durch eine wildwuchernde Lebenswelt, in der sich die kleinen „Slumdogs“ so traumwandlerisch sicher bewegen und ihren Jägern so raffinierte Schnippchen schlagen, wie es einst der DIEB VON BAGDAD in den pittoresken Straßen des alten Märchen-Bagdads tat."

01. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • programmkino.de

Der Schauplatz Indien aber erlaubt es Danny Boyle, sich optisch in Exotik à la Bollywood zu ergehen, schreibt Thomas Volkmann. "Kitsch wird hier tunlichst vermieden, um das ein oder andere Klischee freilich kommt auch SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer) nicht umhin. Störend aber ist das nicht. Vielmehr gelingt es Danny Boyle, wie 2002 schon Fernando Mireilles im stilistisch verwandten CITY OF GOD, die Charakteristika des indischen Kinos mit den Erzählmitteln des europäischen Kinos zu verknüpfen."

01. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • programmkino.de

Dass der Film mit der Realität des Slumlebens in Mumbai nur oberflächliche Ähnlichkeiten hat, kann Michael Meyns nicht verwundern. "Was Danny Boyle zusammen mit seiner indischen Co-Regisseurin Loveleen Tandan und seinem Drehbuchautor Simon Beaufoy hier erzählt, ist eine eskapistische Fantasiegeschichte, wie sie Bollywood heute noch und Hollywood früher erzählt hat. Im Kontext einer westlichen Gesellschaft würde die anrührende Geschichte eines Jungen, der früh zum Waisen wird und sich mit eigener Kraft aus den Abgründen der Slums befreit, vermutlich als reaktionärer Revisionismus bezeichnet werden. Im Kontext eines aus westlicher Sicht exotischen, fremden Landes wie Indien dagegen kann man sie noch ungebrochen erzählen."

01. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel ist völlig euphorisch. "Was für eine Regie von Danny Boyle! Was für ein szenischer Reichtum! Was für ein Fühlbarmachen eines Landes wie Indien und einer Stadt wie Bombay! Was für eine ereignisreiche Drehbuchvorlage! Es stimmt, was mehrfach gesagt wurde: SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer) ist eine künstlerisch bemerkenswerte filmische Explosion. Und natürlich hagelte es schon Oscars."

01. März 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • ray-magazin 03/2009

Daniel Wisser entdeckt Unstimmigkeiten. Die werden aber "vom Tempo des Films, von seiner Direktheit und Eindeutigkeit in den Schatten gestellt. Wer nicht andauernd Realismus sucht und überprüft, der lebt und leidet immer mit der zentralen Figur des Films und ihrem wechselhaften Schicksal mit."

26. Januar 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Die Tageszeitung

Sascha Zastiral beschreibt die Probleme, die er Film aktuell in Indien hat.

24. Januar 2009 | SLUMDOG MILLIONÄR • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Michel Bodmer "könnte fragen, warum Jamal ein perfektes Englisch parliert und doch nicht mehr als ein Teebursche geworden ist oder wieso er mit Salim und Latika nicht Hindi spricht. Man kann aber auch – wie dies in echten Bollywood-Filmen unabdingbar ist – seine Skepsis aussetzen und sich mitreissen lassen von diesem Märchen, in dem Güte und Standhaftigkeit mit Glück vergolten werden. ... Tatsächlich würde nur ein hartes Herz dem eher unansehnlichen, aber unbeirrbaren Romantiker Jamal missgönnen, dass er nach all seinen Leiden die wunderschöne Latika am Ende in die Arme schliessen kann."

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