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LET´S MAKE MONEY

LET´S MAKE MONEY

Regie Erwin Wagenhofer
Kinostart 30.10.2008

Kritiken • LET´S MAKE MONEY

01. November 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • telepolis.de

Eine Reise in die Gehege des Raubtierkapitalismus sah Rüdiger Suchsland. "LET'S MAKE MONEY ist eine Dokumentation, und man kann ihr trotz ihrer klaren Haltung nicht vorwerfen, dass sie einseitig wäre. Im Gegenteil: Nur wenig Raum bekommen die Kapitalismus-Kritiker, viel Redezeit erhalten dagegen Investmentbanker, Fondverwalter, europäische Unternehmer. Nicht unbedingt immer zu ihrem Vorteil, denn, man muss es so deutlich sagen, oft genug entblößen sich die Herren in den grauen Anzügen, mit ihren 1000-Dollar-Seidenkrawatten, die in ihren Dienstwagen oder Erste-Klasse-Abteilen reden, selbst."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Boris Herrmann stellt Erwin Wagenhofer die Perversion globaler Geldströme bloß. "Wagenhofer dokumentiert das, was er den modernen Goldraub nennt, mit einer Bildsprache, die stark an die Sendung mit der Maus erinnert. Dieser kindliche Blickwinkel ist jedoch keineswegs eine Schwäche, sondern die große Stärke dieses Films. In jenem - selbst für interessierte Menschen - nicht mehr zu überblickenden Gewimmel aus Offshoremarkets, Cross-Border-Leasings und Private Equity Fonds sind es nämlich die einfachen, man möchte fast sagen, die naiven Fragen, die Erhellendes zu Tage fördern. Wagenhofer erklärt die Welt in einem monumentalen Aufklärungsfilm."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Die Tageszeitung

Ist das nun genau der richtige oder gerade der falsche Zeitpunkt, diesen Film ins Kino zu bringen, fragt sich Dietmar Kammerer. "Einerseits kann man nur staunen über die Zielsicherheit, mit der der Dokumentarist Erwin Wagenhofer pünktlich zur Finanzkrise einen Film in die Kinos bringt, der die verheerenden Auswirkungen des internationalen Finanzhandels zum Gegenstand hat. Immerhin hat Wagenhofer das Projekt bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen, zu einer Zeit also, als die meisten Börsenindizes dieser Welt sich noch gegenseitig mit Wachstumsraten übertrumpften. Andererseits haben sich die Dinge in jüngster Zeit bekanntlich gegen die Intention des Filmtitels entwickelt: nicht LET'S MAKE MONEY, sondern Geldvernichtung in unerhörten Dimensionen."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Die Tageszeitung

Einige sprechende Köpfe zu viel hat Wilfried Hippen ausgemacht. "Angenehm ist sein nüchterner Grundton, der die verheerende Diagnose viel eindrucksvoller vermittelt, als andere Politdokumentationen der letzten Zeit, die im Stil von Michael Moore polemisieren. Hier spricht dagegen John Perkins ganz ruhig darüber, dass er als so genannter Wirtschaftskiller Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika korrumpierte, und dass nach ihm die Schakale kamen. Der so freundlich darüber plaudernde Herr ist viel eindrucksvoller als die Montage von Nachrichtenbildern aus den genannten Krisenherden, die ein Dokumentarfilmer hier eingesetzt hätte, der seinem eigenen Material nicht vertraut."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Silvia Hallensleben interviewt den Regisseur Erwin Wagenhofer zu seinem Dokumentarfilm LET'S MAKE MONEY und spricht mit ihm über saure Recherche, süße Zufälle und Duzfreunde von Großbankiers.

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Neues Deutschland

Laut Susann Witt-Stahl führt uns der Regisseur die Absurdität des kapitalistischen Wirtschaftssystems vor Augen. "Wer wie Erwin Wagenhofer die fortschreitende Tragödie des Weltlaufs im Bann einer totalitären Ökonomie verstanden hat, scheut nicht davor zurück, die hässlichen Charaktermasken zu lüften und die nicht minder hässlichen Fratzen dahinter zum Vorschein zu bringen. Dabei dämonisiert Wagenhofer nicht – er lässt einfach die bürgerliche Kälte der "Freihandelshausiererburschen" (Karl Marx) beredt werden."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Der Freitag

LET'S MAKE MONEY bietet nur Kritik-Tourismus, schreibt Simon Rothöhler. "Trotz einiger erhellender Passagen - dazu zählen beispielsweise die Einschätzungen des Entwicklungsökonomen John Christensen - gelingt es Wagenhofer nicht, einen analytischen Kontext herzustellen. Der Film begnügt sich damit, eine diffuse kritische Grundstimmung zu verbreiten, die weder investigative noch polemische Energie mobilisiert. Die einzelnen Stränge erfahren kaum eine Vertiefung, die Episoden stehen fast anekdotisch und einigermaßen unverbunden nebeneinander."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Der Freitag

LET'S MAKE MONEY taugt nur bedingt, um die Fehlfunktionen des Kapitalismus sichtbar zu machen, kritisiert Volker Wissing. "Er könnte als Anklage gegen die gesamte Finanzpolitik verstanden werden, als ein großer Vorwurf: Warum tut ihr nichts? Leider geht er über das Kritikstadium hinaus, und damit bleibt der politische Erkenntnisgewinn gering. Die Welt ist ungerecht, aber das wussten wir schon vor LET'S MAKE MONEY. Ein entfesselter Kapitalmarkt produziert Auswüchse im Sinne einer hemmungslosen Ausbeutung nicht nur von Menschen, sondern auch von Ressourcen. Auch das wussten wir schon vor dem Film. Er wirft viele Fragen auf, Antworten bleibt er dagegen schuldig."

30. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Die Zeit

Der Film zeigt eine albtraumhafte Reise durch das Labyrinth des globalen Marktes, schreibt Mark Stöhr. "Wie schon in seinem Vorgängerfilm WE FEED THE WORLD, in dem sich der österreichische Filmemacher mit der globalen Verzahnung des industriellen Lebensmittelmarktes beschäftigte, schafft er ein geschlossenes Argumentationssystem. Ohne demagogische Überwältigung, aber mit dem sicheren Gespür für teils fast unglaubliche Pointen. Ihr Preis ist die Vereinfachung komplexer Zusammenhänge, ohne die das politische Aufklärungskino, will es erfolgreich sein, heutzutage scheinbar nicht mehr auskommt. Die analytischen Lücken füllen dicke Konvolute von Zusatzmaterialien oder Diskussionsveranstaltungen mit Organisationen wie Attac oder Faretrade."

29. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • critic.de

Auch wenn Wagenhofer es mitunter mit seinem Informationsfluss übertreibt - so findet Michael Kienzl, "schafft der Film ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge. We Feed The World zeigte, dass man das dargestellte Übel etwa durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln verhindern kann. LET'S MAKE MONEY schließt in dieser Hinsicht pessimistischer, weil er seinen Zuschauern keine Handlungsanweisung mit auf den Weg geben kann. Wenn Hermann Scheer am Schluss des Films von einer durch Bürger organisierte, konkurrenzfähige Alternative zu den großen Banken träumt, ist das leider keine Lösung, sondern nur eine Utopie."

24. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • film-dienst 22/2008

Reinhard Lüke hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Wie überhaupt der durch Zwischentitel in mehrere Kapitel unterteilte Film in seiner Montage vorwiegend auf Kontraste setzt, Täter und Opfer (die kaum zu Wort kommen) der Entwicklung gegeneinander schneidet oder, wo immer es möglich ist, beide Seiten in einem Bild festhält – seien es riesige Werbeplakate für Luxusgüter über Slum-Hütten oder sei es eine Armenküche in unmittelbarer Nähe der Weltbank-Zentrale in Washington. Dies ist eine ebenso effektvolle wie konventionelle dokumentarische Technik, deren ethischer Impetus gewiss untadelig ist, bisweilen aber allzu sehr an eine Kapitalismuskritik alter Schule gemahnt."

12. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Peter von Becker zeigt der Film das Ende des Neoliberalismus. "Wagenhofer erzählt seine Money-Maker-Geschichte vor diesem fiebrigen Hintergrund wie einen Beitrag zur Entschleunigung. Auch wenn es viele Fahrten in Autos, Bahnen, Flugzeugen gibt. Doch LET'S MAKE MONEY entfacht seinen Sog in langen, meist unkommentierten Sequenzen, die von selbstredenden Bildern oder den Aussagen seiner Protagonisten leben. ... Hier schauen wir dem so oft maskierten "Raubtierkapitalismus" (Helmut Schmidt) direkt ins Gesicht."

02. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • programmkino.de

Laut David Siems beansprucht der Film nicht die Rolle des Anklägers. "Viel mehr wird schlicht eine Vielzahl von Akteuren gezeigt, die ihre Rolle im globalen Finanznetzwerk erklären und kritisch hinterfragen. Ein ehemaliger Mitarbeiter der amerikanischen Regierung beschreibt, wie Entwicklungsländern üppige Kredite gewährt wurden und im Austausch dafür den Großteil ihrer natürlichen Ressourcen abgaben. Systematisch wird aufgezeigt, wie bei auftretenden Problemen entweder Staatsführer ermordet wurden oder, wie im Irak, militärische Interventionen zur letzten Option wurden. Das ernüchternde Fazit von LET'S MAKE MONEY ist die Wichtigkeit des kritischen Blicks auf den Neo-Liberalismus."

02. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • programmkino.de

Für Michael Meyns geht der Film ganz selten "über Sequenzen hinaus, die man so oder so ähnlich nicht schon zigfach im Auslandsjournal oder anderen Reportagesendungen gesehen hat. Und auch dann, wenn man etwa einen ehemaligen Mitarbeiter der Weltbank mit unfassbarer Nüchternheit davon sprechen hört, wie die Vereinigten Staaten diese vorgeblich globale Institution zu eigenen Mitteln missbrauchen, fehlt jeglicher Kontext, jegliche faktische Untermauerung des Gesagten. Ohne Frage ein engagierter Film, aber kein besonders durchdachter."

02. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel empfiehlt, diesen Film zu sehen, "um vieles zu erfahren, um besser zu erkennen, was wirklich vor sich geht und – wenn man schon selbst nichts zum Stopp einer solchen Entwicklung beitragen kann – um wenigstens vor dem Schlimmsten gewappnet zu sein, das eintreten könnte, wenn es so weitergeht."

02. Oktober 2008 | LET´S MAKE MONEY • Kritik • kino-zeit.de

Beängstigend findet Kathleen Wächter den Dokumentarfilm. "usammen mit seinem Vorgänger reiht er sich in ein Doku-Genre ein, das die Auseinandersetzung sucht über die gesellschaftliche Rolle und die Funktion der Wirtschaft in unserer globalisierten Welt. LET'S MAKE MONEY ist in diesem Sinne nicht neu. Doch gibt der Film weitere Einblicke in die Komplexität der Globalisierung und zeigt, ähnlich wie beispielsweise DARWIN'S NIGHTMARE oder THE CORPORATION dass der schöne Schein unserer Zeit von einer ziemlich unangenehmen Wahrheit umgeben ist. Dem Zuschauer gibt LET'S MAKE MONEY eine gehörige Portion Denkmaterial auf den Weg. Ein sehenswerter und wichtiger Film."

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