| Regie | Seyfi Teoman |
| Kinostart | 24.06.2010 |
Nino Klingler findet einen Vergleich. "Die familiäre Konstellation, das Spiel aus Macht und Unterwerfung, das Teoman in TATIL KITABI zeichnet, steht damit in enger Verwandtschaft zu den neueren türkischen Filmen wie Reha Erdems BeS Vakit (2005) oder HONEY (2009) von Semih Kaplanoglu. Zu letzterem verhält sich TATIL KITABI, mit seinem kindlichen Hauptdarsteller und der engen Verwobenheit von Leben und Land wie ein entfernter Bruder vom anderen Ende des türkischen Subkontinents."
Jochen Werner entdeckt die Stärken des Films. "In sorgfältig kadrierten Aufnahmen stellt er zwei unterschiedliche Aggregatzustände eines Familienverbundes und verschiedener Existenzen in der ländlichen Türkei gegenüber und registriert mit Interesse, aber erfreulicherweise ohne übergroßes Sendungsbewußtsein, die Verschiebungen und Entwicklungen innerhalb dieser fragil werdenden sozialen Bündnisse. Die eher minimalistische Art und Weise, in der TATIL KITABI diese Überlegungen in einen zwar gelegentlich etwas sehr gefälligen, aber doch kunstvollen und insgesamt überzeugenden Film hineinfließen läßt, macht TATIL KITABI zu einem erfreulich leichten Sommerfilm, der sich gleichwohl mit sehr ernsten Dingen auseinandersetzt."
Ciprian David sah einen "Film, der es schafft, die Essenz, die Besonderheit, das Spezifische einer Welt zu vermitteln (und dadurch ihre Inkompatibilität zur Globalisierung), ein Film aber, der sich nicht scheut, feinsinnig und neutral beobachtend in diese Welt einzutauchen, um ihre inneren Widersprüche mit großer Eleganz vor dem Auge des Zuschauers zu entfalten. So lässt sich Seyfi Teomans Regiedebut nur mit Freude begrüßen, denn er ist mit Sicherheit eine Bereicherung, nicht nur für das türkische, sondern für das internationale Kino."
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Christine Prinzing sah einen "Film mit eigenwilliger Bildästhetik und Aufbau: lange Einstellungen, reduzierte Dialoge und viele Aussparungen in der Dramaturgie. Eine moderne Methode des Erzählens von Themen der alten Welt, gefühlvoll in Szene gesetzt ohne Verwendung von Musik – uußergewöhnlich und sehenswert."
Datenblatt zum Film.
"Die Parameter sind längst bekannt, TATIL KITABI orientiert sich wie andere gute neue türkische Filme (und wie nebenbei bemerkt noch fast jede Neue Welle der letzten 30 Jahre) in letzter Instanz am italienischen Neorealismus. Dennoch gefällt Seyfi Teomans Film: Die Kamera weiß in jedem Moment, was sie tut, die Figuren geraten nicht ins Schwatzen, wollen uns nichts beweisen sondern höchstens einen kleinen ausschnitt ihres Lebens präsentieren."