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OLD JOY

OLD JOY

Regie Kelly Reichardt
Kinostart 23.10.2008

Kritiken • OLD JOY

23. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • Die Tageszeitung

Vordergründig ist OLD JOY eine völlig undramatische Geschichte, eine, die man mit Schulterzucken übergehen könnte, schreibt Barbara Schweizerhof. "Aber Reichardt schildert sie so präzise und reich an aussagekräftigen Details, dass daraus ein Zeitbild wird, eine Momentaufnahme, in der weit mehr gesellschaftliche Relevanz steckt als im Großteil hochdramatischer Liebes- oder Actionspektakel. ... Wie überhaupt OLD JOY ein wunderbares Beispiel dafür ist, wie sich im Privaten das Politische spiegelt. Angesiedelt in Oregon, einer der Hochburgen amerikanischer Alternativkultur, gibt der im Jahr 2005 entstandene und erst jetzt in Deutschland zu sehende Film ein sorgfältiges Stimmungsbild nach Bushs Wiederwahl: das Gefühl einer endgültigen Niederlage und das Zurückgeworfensein ins Einzelkämpfertum."

23. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen Wanderfilm besonderer Art sah Armin Leidinger. "OLD JOY hat das richtige Timing. Was hätte bei einem solchen Film nicht alles schiefgehen können: Dauerten die Passagen, die Mark und Kurt beim Baden zeigen, nur ein wenig länger, wäre es ein aufgesetzter Kunstfilm. Nur wenig mehr Dialog und OLD JOY wäre zum Laberfilm verkommen. So aber lässt man sich gern auf ein Experiment ein, das zur Kontemplation einlädt. Und zum Nachdenken darüber, wie das Leben so läuft."

23. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Leider ist der Independentfilm keine Marke mehr, stellt Daniel Kothenschulte fest. "Kelly Reichardts OLD JOY ist wahrlich nicht der Film, der das Rad neu erfindet, aber gerade in seiner Einfachheit ist er imponierend. Es gibt nicht viele Zweipersonenstücke, die im Kino tragfähig sind, aber hier kann man einmal lernen, wie so was geht. Todd Haynes hat den Film produziert, bevor er sich mit dem Bob-Dylan-Porträt I'M NOT THERE auf eine Exkursion zu den Wurzeln dieser amerikanischen Erzählkunst machte."

22. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • film-dienst 22/2008

Holger Römers ist begeistert. "Reichardt bringt die schlichte Tragik, die in solch einer Entwicklung liegen kann, mit einer ebenso präzisen wie einfachen Schnittfolge leise auf den Punkt. Wenn die zwei sich dann am nächsten Morgen aufmachen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen, liegt über der Wanderung eine entsprechend wortkarge Spannung. Doch gerade deshalb wirkt es schließlich umso befreiender, wenn Reichhardt mit einer rhythmisch perfekt geschnittenen, beinahe stummen Sequenz die zauberhafte Idylle vor Augen führt, die Mark und Kurt am Ziel ihrer Wanderung erwartet und ihnen ein letztes wortloses Einvernehmen ermöglicht."

17. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • Der Standard

Einen zärtlichen Film über den Verlust von Nähe und den Trost durch unscheinbare Unternehmungen sah Dominik Kamalzadeh. "Die Erzählstruktur von OLD JOY könnte kaum entschlackter sein. Der Film hat den Geist eines Road-Movies, aber dessen Versprechen einer imaginären Freiheit fehlt ihm ganz. ... Reichardt forciert keine Pointen, das unterscheidet den Film von einem vergleichbaren Buddy-Movie wie SIDEWAYS; es warten auch keine gewaltbereiten Hinterwäldler im Wald wie in John Boormans DELIVERANCE. OLD JOY ist viel eher ein Film über ein unbestimmbares Gefühl des Verlusts, über die Unendlichkeit, die der Schwermut zu eigen ist."

10. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • kino-zeit.de

Keine leichte Kost sah Joachim Kurz, "doch Old Joy erinnert uns daran, dass das American Independent Cinema mit seiner an Europa orientierten Erzählweise nach wie vor dem Trend zur Stromlinie und zu größerer Gefälligkeit widersteht. Und das ist dann definitiv eine gute Nachricht. Zumal der Blick auf die US-amerikanische Gegenwart ungleich lebensnaher und schonungsloser ausfällt als in nahezu allem, was es in letzter Zeit aus Übersee auf der Leinwand zu sehen gab. Das muss man alles zwar nicht mögen, doch es ist gut, dass es solche Filme gibt, die sich dem Trend zur Rasanz und Effekthascherei mit so viel Starrsinn in den Weg stellen."

06. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • critic.de

OLD JOY wurde auf Festivals so frenetisch gefeiert wie kaum ein anderer amerikanischer Independentfilm der letzten Jahre, bemerkt Lukas Foerster. "Weit weg ist OLD JOY von den Indiewood-Produktionen der Weinsteins und ihrer Kollegen, von einem Kino, das sich von den großen Studioproduktionen immer schwerer unterscheiden lässt. Viel näher steht Reichardt dem aktuellen world cinema, dem neuen Kino der Langsamkeit, das vornehmlich in Asien, manchmal auch in Südamerika oder Europa stattfindet. In der Auseinandersetzung mit filmischen Formen aus anderen Kontinenten gewinnt Reichardt einen genauen Blick auf die amerikanische Gegenwart. "

01. Oktober 2008 | OLD JOY • Kritik • filmz.de

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