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TAGE UND WOLKEN

TAGE UND WOLKEN

Regie Silvio Soldini
Kinostart 09.10.2008

Kritiken • TAGE UND WOLKEN

11. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • Die Tageszeitung

Für Claudia Lenssen jongliert der Filmemacher "hemmungslos mit Klischees, aber seine Tragikomödie trifft im Detail den richtigen Ton. Durch humanistischen Kitsch hindurch dringt ein Diskurs über den neoliberalen Arbeitsmarkt, der "Flexibilität" und das Loslassen überkommener Sicherheiten fordert und damit Niedriglohn, Dequalifizierung und Raubbau meint."

10. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • Der Tagesspiegel

So wie Elsa und Michele kann es uns allen gehen, das ist die Mahnung von Soldini, meint Christina Tilmann. "Kein Wunder, dass TAGE UND WOLKEN – mit Filmen wie GOMORRHA oder dem Andreotti-Porträt IL DIVO – als Beispiel eines neuen italienischen Kinos gerühmt wird, das nicht mehr den Komödiantenstadl bedient, sondern der Berlusconi-Gesellschaft einen gnadenlosen Spiegel vorhält. Unbeweglich seid ihr, luxusverwöhnt und längst altes Eisen, sagt dieser Spiegel."

09. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • Berliner Zeitung

Sensibel schildert Soldini, wie die ökonomische Deklassierung plötzlich auch persönliche Beziehungen in Frage stellt, schreibt Gerhard Midding. "Tatsächlich versucht Soldini in TAGE UND WOLKEN, die widersprüchlichen erzählerischen Impulse zu versöhnen. Am Ende finden sich Elsa und Michele unter dem Deckenfresko wieder, das sie gemeinsam mit zwei Kolleginnen freigelegt hat. Eine verborgene, ungekannte Wahrheit ist dabei zu Tage getreten: Es zeigt eine Verkündigungsszene. Die Zukunft steckt bei Soldini letztlich voller Verheißungen."

07. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • film-dienst 21/2008

Für Josef Lederle verfängt sich TAGE UND WOLKEN auf Dauer im Netz aus Ratlosigkeit und Entbehrung. "Der kammerspielartige Fokus konzentriert die Handlung auf Innenräume, Korridore oder verwinkelte Nischen, in denen nicht nur die Protagonisten die Ausblicke ignorieren, die sich in einer Hafenstadt wie von selbst ergeben; auch den Zuschauern dürfte es nicht leicht fallen, die Öffnungen im Hintergrund vieler Einstellungen als mögliche Horizonte zu antizipieren. Dabei will TAGE UND WOLKEN durchaus nicht fatalistisch sein, sondern zielt bei allem Realismus auf Widerstand und dezente Katharsis, was in der schönen Schlussvolte zu einem eindringlichen Bild gerinnt."

03. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • br-online.de

Nicht ganz so gefühlvoll wie BROT UND TULPEN, meint Margret Köhler, "aber mit genauem Blick auf die Summe der Kleinigkeiten, die an den Grundfesten der Existenz rütteln, erzählt Soldini die Geschichte vom sozialen Abstieg, dem Auseinanderdriften des Freundeskreises und der mühsamen Aufrechthaltung einer Fassade, die nach und nach in sich zusammenbricht. ... Soldini leistet sich keine wütende Abrechnung mit dem System oder reiht sich ein in die Liga diffuser Globalisierungsgegner, sondern zeichnet die persönlichen Folgen von Sozialstatus- und Jobverlust. Dabei beweist er Mut. Ihm gelingt ein durchaus differenziertes Bild der italienischen Gesellschaft mit ihren Aus- und Abgrenzungen."

01. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • epd-film 10/2008

Wie Martina Knoben feststellt, war BROT UND TULPEN "ein Venedig-Film, mit entsprechend märchenhafter Atmosphäre. Dass TAGE UND WOLKEN nun in Genua spielt, garantiert eine etwas herbere Stimmung. Der Film gibt sich sanft, ist in entscheidenden Momenten aber völlig unsentimental. Alle Gelegenheiten – und es gäbe nicht wenige –, kitschig zu werden, lässt er aus. Die erhoffte Überwindung von Klassenschranken durch die Arbeitslosigkeit entpuppt sich als Illusion ebenso wie eine mögliche Solidarität unter den sozial Deklassierten."

01. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • programmkino.de

Thomas Volkmann lobt die Hauptdarstellerin. "Ihr gelingt es, beflügelt vielleicht durch eine kleine Romanze am Rande, ihrem Leben trotz der aufgezogenen Wolken in völlig unaufgeregter Weise positive Seiten abzugewinnen. Es ist eben diese Fähigkeit, die TAGE UND WOLKEN zu starken Momenten verhilft, eben gar nicht so temperamentvoll italienisch, wie man vielleicht meinen dürfte. Das bisschen Pathos, das Soldini in seinen Film gepackt hat, sei ihm darob verziehen. Ebenso der Fakt, dass es andere Schicksale gibt, die weitaus schlimmeres mitmachen und erleben müssen als das hier dargestellte Ehepaar."

01. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel lobt den Film. "Konsequent und unerbittlich mit gekonnter Regie zeichnet Soldini diesen zunächst pessimistischen Prozess. Doch nie im Leben darf ein Lichtblick fehlen – so auch hier nicht. Margherita Buy als Elsa und Antonio Albanese als Michele sind die richtigen Schauspieler, um dieses zeitweise vom Unheil bedrohte Paar darzustellen."

01. Oktober 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • kino-zeit.de

So ganz ohne Pathos geht es leider nicht, kritisiert Joachim Kurz. "Wie häufig in italienischen Filmen, so ist auch hier zuerst die Filmmusik zu nennen, die häufig Szenen großer Intensität mit einer dicklichen Klangsoße zukleistert. Und dass am Ende das Paar wieder zueinander findet, ist zwar schön (auch für den Zuschauer), es bleibt aber zu vermuten, dass dieses kleine Glück im großen Unglück nicht jedem Paar beschieden ist, das sich in ähnlicher Lage befindet."

10. September 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • critic.de

Wenig gibt es auszusetzen an diesem Film, aber auch wenig zu bewundern, schreibt Lukas Foerster. "Man kann Soldinis Film mögen für das, was er nicht macht, für seinen Verzicht auf offen manipulatives Gefühlskino, auf Sozialromantik und Proletarierkitsch. Weniger jedoch für das, was er stattdessen macht. TAGE UND WOLKEN fehlt es in den entscheidenden Momenten an Konsequenz und an Mut. ... Zurück bleibt solides, souverän inszeniertes Stimmungskino mit wenig Plot und Überlänge irgendwo zwischen Seifenoper und Autorenfilm, von dem man nicht so recht weiß, warum man es sich anschauen soll."

03. April 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Beklemmend inszeniert der Regisseur den Verlust der Gewissheiten, schreibt Christoph Egger. "Unheimlich schnell und trotzdem – durch die Genauigkeit, mit der hier Protokoll geführt wird – quälend langsam wird der soziale Abstieg anschaulich. Zug um Zug, eine Drehung der Schraube um die andere werden die Verrichtungen der Degradation, die wiederholten Anläufe und nutzlosen Anstrengungen vor Augen geführt. Der Betrachter mag sich beim Gedanken ertappen, dass die beiden doch nun nachgerade genug gelitten hätten – die Realität hält sich nicht an Wunschträume, daran lässt Soldini keinen Zweifel."

30. März 2008 | TAGE UND WOLKEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Die Szenen einer Ehe haben Martin Walder beeindruckt. "Die Kamera ist dem Paar hautnah auf den Fersen und so agil, dass sie das Wesentliche immer im Auge behält: die Stadträume, die Zimmer und Korridore der Wohnung mit ihren Fluchtwegen, die keine mehr sind, den Aufruhr und die Lähmung in den Gesichtern, eine Hand, deren Finger sich steif vom Glas wegspreizen, das sie hält. Nie wird das aber zelebriert, auch versagt sich die subtile Handkamera jede modische dokumentarische Aufdringlichkeit. Dieser Film nimmt sich seine Zeit, aber er ist schnell und schlank, ganz ohne Fett und ohne Garnitur. Wird es laut, ist sonnenklar, weshalb; wird's gefährlich, fangen wenige Takte Musik zu grosse Nähe ab."

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