| Regie | Bettina Haasen |
| Kinostart | 06.08.2009 |
Die Menschen in ihrem Film wirken laut Heidi Reutter verloren. "Es liegt an der Art, wie sie ins Bild gerückt sind: schattenhaft treten sie aus der Unschärfe hervor, um ihre Geschichte zu erzählen. Dazwischen montiert die Regisseurin Impressionen von Nouadhibou, dem Zentrum des skrupellosen Menschenhandels: kontemplative Einstellungen von gestrandeten rostigen Kähnen, staubige Stadtansichten, aber auch Menschen beim Gottesdienst, denen der Prediger Jerome die zentrale Frage stellt: "Warum gibt es eigentlich Tausende von Grenzen?""
Der Film ist von eigenwilliger Schönheit, findet Josef Lederle. "Das liegt primär am inszenatorischen Konzept, auf keinen Fall reportageähnliche Bilder und Töne fürs Infotainment zu produzieren, das die Not der Migranten ein weiteres Mal ausschlachten würde. Bettina Haasen war vielmehr am Dasein der Flüchtlinge im Wartezustand interessiert, was die Bild- und Tonsprache eindrucksvoll als geduldiges Mosaik beiläufiger Facetten und Details in fragmentarische Vorläufigkeit übersetzt. Insbesondere der Kamera wurde experimentelle Freiheit eingeräumt und das Material in der Postproduktion zusätzlich akzentuiert."
Linksammlung zum Film.