BUDDENBROOKS

film-zeit Film: BUDDENBROOKS
Regie Heinrich Breloer
Kinostart 25.12.2008

Inhalt • BUDDENBROOKS

Lübeck in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die alteingesessene Kaufmannsfamilie von Konsul Jean und Konsulin Bethsy Buddenbrook hat im Getreidehandel über Generationen ihr Glück gemacht und genießt mit ihren drei Kindern Thomas, Christian und Tony das Leben in einer aufstrebenden Wirtschaftsmetropole. Das Private ist untrennbar mit dem Geschäftlichen verbunden, Familie und Firma sind eins. Als Konsul Jean stirbt, beginnt der Stern der Buddenbrooks langsam zu sinken, und ein bewegendes Familienschicksal nimmt seinen Lauf...

Kritiken • BUDDENBROOKS

24. Dezember 2008 | Kritik •

Der Mangel an Subtilität, der sich schon aus leichtfertig verschenkten Gelegenheiten ergibt, wird durch die Üppigkeit der Inszenierung nicht wettgemacht, kritisiert Edo Reents. "Die Bilder sind sehr erlesen; aber sie vermitteln nicht einen Hauch von jener Nervosität, um die es dem Roman zu tun ist. Auch die Kamera hätte mehr Geduld aufbringen müssen. So wirkt der Film, trotz seiner für Kinoverhältnisse überdurchschnittlichen Länge und unter Kappung der so wichtigen leitmotivischen Struktur, merkwürdig gehetzt."

24. Dezember 2008 | Kritik •

Claudia Schwartz entdeckt Sehnsucht in dem Film. "Ein filmhistorisches Gemälde, wie es Visconti oder Scorsese grundiert hätten, geben diese BUDDENBROOKS (film-zeit Trailer: BUDDENBROOKS) zwar nicht ab. Aber eine schöne Erinnerung rufen sie wach an unvergessliche Figuren, die einem im Buch schon einmal begegneten und die man immer wieder aufsucht. Durchaus ein Weihnachtsfilm also, ein Film mit Sehnsucht. Und wenn diese sich auch als "Erzeugnis mangelhafter Erkenntnis" herausstellen sollte, wie es im "Tod in Venedig" einmal heisst – ja, dann hilft eben nur Lektüre."

24. Dezember 2008 | Kritik •

Jochen Schmidt sah einen Film für die ganze Familie, der leider nicht funktioniert.

23. Dezember 2008 | Kritik •

Dirk Pilz ist nicht besonders angetan: Der Film hat keine eigene Haltung, keinen Rhythmus, keine Phantasie und auch keinen Humor. "Man erkennt das Hohle und Haltungslose dieses Films vielmehr an den Schauspielern und ihren Spielweisen, die den starren Kokon der oberflächlichen Kostümhaftigkeit nie zu sprengen wissen, offenbar, weil die Regie sich damit zufrieden gab, die Figuren einfach schön aussehen zu lassen. Also ziehen sich die Darsteller auf leere Routine zurück."

22. Dezember 2008 | Kritik •

Der Film hat keine Stimme, schreibt Andreas Kilb. "Er spielt, zum Teil mit großem Geschick, die Motive Thomas Manns nach, aber er entwickelt keine eigene Melodie. Er verdaut gewaltige Stoffbrocken, ohne daran zu wachsen. Besser, als nichts zu wollen, sei es, das Nichts zu wollen, hat der von Thomas Mann schaudernd vergötterte Friedrich Nietzsche geschrieben. Breloer will nicht mehr, als einem alten Buch ein neues Kleid aus Bildern zu schneidern. Für den Fernsehregisseur, der er nicht mehr sein möchte, ist das genug, für einen Stammplatz im deutschen Kino ist es zu wenig."

22. Dezember 2008 | Kritik •

Klaus Irler berichtet von der Premiere des Films in Lübeck.

22. Dezember 2008 | Kritik •

Die Adaption zeigt, wie langweilig Literatur in Filmform sein kann, meint Mark Stöhr. "Eine auf ihre Wendepunkte filetierte Geschichte, ein bisschen Gefühlsdrama, ein bisschen Wirtschaftskrimi, alles auf den größten gemeinsamen Nenner des idealen Durchschnittszuschauers nivelliert. So wird die Fernsehcouch zum Kinosessel und der Kinosessel zur Fernsehcouch. Mit einer selbstbewussten, mit ihren genuin filmischen Möglichkeiten wuchernden Literaturadaption hat das wenig zu tun."

21. Dezember 2008 | Kritik •

Für Bert Rebhandl versteht Heinrich Breloer am Physiognomischen nur die Kosmetik, und macht sich sonst wenig Gedanken. "Vermutlich ist das eine konsequente Position für einen Film, der selbst nicht der Konkurrenz unterliegt, sondern als konglomeriertes Großprojekt allenfalls an sich selbst scheitern kann, dabei aber doch die ganze Landschaft für eine Weile zudeckt. Als Reflex auf das Scheitern wird es dann sicher bald wieder heißen, dass der Roman eben unverfilmbar ist. Gerade das stimmt aber nicht, denn Heinrich Breloer hat das Verfilmbare, im Wesentlichen: das Physiognomische, des Romans ja doch verfilmt, wenn er es auch stark beschönigt hat."

20. Dezember 2008 | Kritik •

Richard Oehmann spricht von einer Verpilcherung des Romans. "Es ist für den Betrachter kaum möglich, in diese Saga einzutauchen. Alles wird - im Glauben, man könne sich durch Bewegung allein dem Niveau Martin Scorseses nähern – verschwenkt, verschnitten, verschmarrt. Andauernd ergeht sich die Kamera in unsinnigsten Fahrten ... Fatal überdies der Fehler, ausgerechnet bei einer Handlung, die Jahrzehnte umspannt, also gewisse Alterungserscheinungen der Personen zeigen sollte, unaufhörlich Nahaufnahmen einzusetzen und damit die ewige Jugend der Darsteller zu markieren. Man kommt denn Figuren damit so wenig näher wie mit ein paar hinzudelirierten Erläuterungssätzen, mit denen August Diehl als Christian Buddenbrock dem toten Bruder seine Gefühle aufsagt."

19. Dezember 2008 | Kritik •

Leider interessiert sich der Regisseur allein für die Ausnahmesituationen des Familienlebens, kritisiert Dirk Knipphals. Die "Schauwerte sind selbstverständlich bei Thomas Mann angelegt, ebenso die Episoden. Aber dass diese Verfilmung so auseinanderfällt und über weite Strecke die Anmutung eines bunten Bilderbogens aus historischen Zeiten annimmt, liegt allein an Heinrich Breloer. Er hat die Szenen des Romans verfilmt, nicht seinen epischen Atem. Und er hat jede einzelne Szene für sich so aufgeplustert, bis jeweils ein ganz eigenes Ausstattungskunstwerk dabei herauskam."

19. Dezember 2008 | Kritik •

Christiane Peitz sah den Kostümfilm zum Stadtschloss. Dem Film "fehlt die Fallhöhe, um die Lübecker Weltpremiere in Anwesenheit des Bundespräsidenten zum symbolischen Staatsakt zu verklären, zum Symptom für Wertewandel, neuen Familiensinn oder gar neue Verantwortungsethik. Es geht bloß um Stil und Dekor, Kleidermoden und Tischmanieren. Allenfalls taugt der Film als Lagerfeuer: Die Krise ist groß, da wärmt man sich gerne daran, wie im 19. Jahrhundert ein grundsolides Familienunternehmen den Bach runtergeht, weil es die Zeichen der Globalisierung ignoriert, Spekulanten in den Kreis der Lieben einheiraten und hochmögende Bankiers Krisenmanagement mit Luftbuchungen verwechseln."

18. Dezember 2008 | Kritik •

Edo Reents schreibt ausführlich über die Premiere in Essen.

17. Dezember 2008 | Kritik •

Laut Nikolaus von Festenberg drückt sich der Film BUDDENBROOKS (2008) (film-zeit Trailer: BUDDENBROOKS (2008)) atemlos davor, die Frage nach der heutigen Bedeutung des Romans zu stellen. "Die Heinrich Breloer-Adaption zeigt, wie schamfrei sich die Gegenwart vergangene Zeiten einverleibt: Die Bilder von heute glauben nicht mehr an alte Texte, sondern nur an sich selbst. Die in existentielle Tiefen führenden Erschütterungen der Literatur? Sorry, was soll die Kamera da machen? Der Dichter verfiel beim Tod seines Helden Hanno vor lauter Mitgefühl in ein allgemeines (und grandioses) Reden über den Typhus. Heinrich Breloer zeigt dazu Bilder des vom Fieber geschüttelten Knaben. Auf der artistischen Höhe des Romans ist das nicht."

16. Dezember 2008 | Kritik •

Gerrit Bartels fragt, wie modern die Buddenbrooks sind. "Vermutlich gibt es zwei Gründe für die zeitgemäße Robustheit des "Buddenbrooks"-Romans. Zum einen übt es einen faszinierenden Schauder aus, zu erleben, wie eine bürgerliche Familie zerfällt, einmal mehr zu erfahren, wie alles wurde, was es jetzt ist: vom individuellen Freiheitsdrang über Pisa-Schocks bis zur mal mehr, mal weniger gut organisierten, mal mehr, mal weniger psychisch stabilen Patchwork familie. Zum anderen gibt es ja immer wieder die Sehnsucht nach einer neuen Bürgerlichkeit, auch als Schutzwall gegen alle Zumutungen der Globalisierung."

16. Dezember 2008 | Kritik •

Die Vorabaufregung um den Film lohnt sich laut Dirk Knipphals nicht. Die Verfilmung "ist eine breit getretene Klassikerverwurstung. Der Verfall einer Familie als Kostüm- und Schminkfest; jede halbe Stunde bekommen die Schauspieler August Diehl als Christian Buddenbrook und Mark Waschke als Thomas Buddenbrook stärkere Lidschatten geschminkt, was ihre Abwärtsspirale verdeutlichen soll. Auch sonst viel Überdeutlichkeit, viel Pathos, wenig Mannsche Ironie und gar keine Leichtigkeit."

16. Dezember 2008 | Kritik •

Für Peter Michalzik ist der Film durch und durch Rekonstruktion. "Es beginnt postenkartengerecht mit dem Holstentor und dem Blick auf die Hansestadt Lübeck, geht weiter mit Marktständen und einer gemäßigt rasanten Fahrt durch die Stadt. Man sieht, Heinrich Breloer möchte üppig sein, er möchte sich daran erfreuen, noch einmal die versunkene Welt dieses Feudalbürgertums zu sehen. Dabei ist er durchaus detailversessen von den mythologischen Darstellungen im Buddenbrookschen Hause bis zu den Rüschen der Kleider."

16. Dezember 2008 | Kritik •

Peter Zander erklärt, warum es so schwer ist, die Werke von Thomas Mann zu verfilmen.

10. Dezember 2008 | Kritik •

Schuld ist der Einfluss des Fernsehen, findet Rüdiger Suchsland, zum Beispiel "für die ermüdende Redundanz verantwortlich, mit der Dialoge im Schuss-Gegenschuss-Muster erzählt, Halbtotalen und überhaupt jedes längere Verweilen in einem Bild aber tunlichst vermieden werden. Dafür, dass dieser Film als Heinrich Breloers Herzensprojekt angekündigt wurde, wirkt er ziemlich herzlos, eher wie eine Pflichterfüllung, die den Roman bebildert, aber nicht interpretiert und mit Leben füllt ... So funktioniert alles oft mehr schlecht als recht, und gerade die Unterhaltungsaspekte dieses spannenden, witzigen Romans werden unter der staatstragenden Grundhaltung zumeist unterdrückt. Thomas Mann hat mehr verdient."

08. Dezember 2008 | Kritik •

Franz Lerchenmüller hat die Drehorte zu BUDDENBROOKS (film-zeit Trailer: BUDDENBROOKS) besucht.

01. Dezember 2008 | Kritik •

Es fängt fast so an wie ES WAR EINMAL IN AMERIKA, bemerkt Uri Gellermann. "So beweist sich erneut, dass Weihnachten ein Familienfest ist und dass Thomas Mann einen Familien-Roman geschrieben hat und Heinrich Breloer Familien-Filme machen kann. Nur vom Kritiker weiß man nicht, ob er das Lübeck-Epos wirklich verstanden hat. Er hat nicht einmal erwähnt, dass es nicht nur in Kiel sondern auch in Lübeck einen Matrosenaufstand gab. Aber das, liebe Kinder, ist ein anderer Film."

Aktuelle Presseschau vom 30.12.2010

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