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IM WINTER EIN JAHR

IM WINTER EIN JAHR

Regie Caroline Link
Kinostart 13.11.2008

Kritiken • IM WINTER EIN JAHR

14. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Der Spiegel

Urs Jenny ist enttäuscht. "Corinna Harfouch im Dauerstress der genervten Karrierefrau und Hanns Zischler in der Hartschale des kultivierten Machtmenschen machen untadelige Figur, doch ihre Lebenswelt wird nicht erzählt, sondern nur sehr formelhaft bebildert, wie man das aus dem Fernsehen kennt, und sie reden so gestelzt daher, als hätten sie sich selbst synchronisiert. In all ihrem Unglück, was für Gespenster! In den hellen, kraftvollen Breitleinwandbildern der Kamerafrau Bella Halben ist mehr Bewegung und Leben als in ihnen selbst. Nur für Lilli, die aparte, fragile Karoline Herfurth, entwickelt man von ihrem ersten Auftritt an Mitgefühl."

14. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Die Zeit

Alles so bedeutend ist das für Christof Siemes. "Es gibt Filme, da weiß man nach fünf Minuten: Das wird nix mehr. Zu viel Wille. Zu viel Gefühl. Zu viel Symbolik. So ist es leider auch bei Caroline Links IM WINTER EIN JAHR. ... Geradezu verzweifelt versucht das Ensemble toller Darsteller, die Gefühligkeitsgier dieses Films herunterzuspielen – vergeblich. Aus jeder Einstellung spricht der Wunsch, nur ja bedeutend zu sein; sogar das Gemälde im Zentrum der Geschichte hat ein Star beigesteuert, der Maler Florian Süssmayr. Und doch sieht alles nur aus wie eine neue Derrick-Folge – Harry, hol schon mal das Klischee."

13. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Die Tageszeitung

Es geht um Geister, Phantasmen, Idealisierungen, stellt Birgit Glombitza fest. "das könnte eine wunderbare Spukgeschichte ergeben, in der die Abwesenheit des einen die Anwesenheit des anderen mit Störgeräuschen und Fehlschaltungen irritiert, in der schemenhaft bleibende Gestalten an den Konturen noch Lebender rütteln, bis sich das Wesen des einen durch den Tod des anderen erklärt. Doch Links jüngster Film ... will Klarheit und Konkretes, fotografische Bilder in Ölfarben und keine Rätsel. Er will aufräumen in der eigenen Geschichte, bis alle Spannungen sortiert, schließlich aufgehoben sind. Und man kann förmlich zusehen, wie mühsam ein bisschen Magie in den Bildern entsteht, wie die Schauspieler in durchgestylten Settings um sie ringen."

13. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte bezeichnet IM WINTER EIN JAHR als langes und erwartbares Werk. "Statt des psychologischen Kammerspiels zeigt Link eine unbändige Liebe zu den Oberflächen bürgerlicher Lebenswelt. Das Haus der Mutter ist der übliche Goldene Käfig im kühlen Schick einer überkommenen Moderne, dem bodenständigen Künstlerbild des Malers entgegen gesetzt. Mit dem gleichen Oberflächenrealismus folgt sie auch in der Psychologie einem Rattenschwanz von Parallel-Konflikten: In der vermuteten Homosexualität des Sohns spiegelt sich die unglückliche Liebe des Malers zu einem seiner Modelle wieder. Wie verhedderter Zwirn werden all diese Handlungsfäden geordnet und säuberlich in eine Reihe gelegt. Und das dauert sehr fühlbare 128 Filmminuten."

13. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Kraftvoll nennt Alexandra Stäheli den Film. IM WINTER EIN JAHR "erzählt seine Befreiungsgeschichte fernab klassischer Dramaturgie in einem kontemplativen Fluss von Beobachtungen, von dem man sich je länger, desto faszinierter mittragen lässt, gerade weil die Handlungsebene lange Zeit nicht einem erkennbaren Schema folgt und sich die Veränderungen, die in den Figuren vorgehen, nur sehr zaghaft in einem Blick, einem Wort ankünden. Die Regisseurin geht so mit ihrem vierten Film das Wagnis ein, die Tiefe des Erzählten zu einem grossen Teil allein vom Spiel der Darsteller vermessen zu lassen."

12. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Berliner Zeitung

Die ist kein Film, der laut Peter Uehling "vor Erklärungen und psychologischer Durchleuchtung nicht mehr zum Zeigen kommt. Am Eindruck des Fragilen, vielleicht auch Fragmentarischen wirkt die Kamera Bella Halbens mit nervösen Brennweitensprüngen und kunstvoll falschen Bildaufteilungen entscheidend mit: Falls zu viel erklärt werden sollte, rückt die Person an den Bildrand und belässt ihr ein Geheimnis. Zum anderen ist IM WINTER EIN JAHR nicht nur wegen seiner Familiengeschichte ein typischer Film für Caroline Link, sondern auch wegen seiner verschiedenen Sprachebenen."

12. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala lobt besonders Josef Bierbichler. "Halten wir uns in diesem Film, der immer wieder über seine Ränder tritt, mal absichtsvoll und häufiger unfreiwillig, an Josef Bierbichler. Bierbichler, den man schon ganz anders in ganz anderen Rollen gesehen hat, knurrend, tobend, ein Vulkan, macht hier fast nichts, und das ist sein Geheimnis. Er redet nur das Allerallernötigste, und er bewegt sich, obwohl er hier als Maler ein riesiges Atelier hoch überm Starnberger See sein eigen nennt, scheinbar kaum. Bierbichler gibt dem Film seine Mitte, nicht nur, wenn er einfach sagt: "Ich bin da.""

02. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • kino-zeit.de

Kaum jemand in der deutschen Filmszene wagt sich derart ungeniert an die ganz großen Gefühle und das Melodram heran wie sie, kaum jemand setzt so auf die Macht der Musik als Verstärker der Emotionen, schreibt Joachim Kurz. "So ist ein Film der Regisseurin "made in Hollywood" nun wirklich nur noch eine Frage der Zeit. Und solange können wir uns noch daran erfreuen, dass das anspruchsvolle deutsche Kino neben Eckigem und Kantigem, Beflissenem und Überflüssigem bisweilen auch die Klaviatur der Emotionen zu spielen versteht. Zumal dann, wenn Gefühle auf so sinnlich fassbare und poetische Weise auf die Leinwand gebannt werden wie in diesem Fall."

01. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • epd-film 11/2008

Regisseurin Link liebt ihre Darsteller, stellt Birgit Roschy fest, "weil man es in hiesigen Filmen so selten erlebt, ist es erfreulich, wie echt sich die Dialoge anhören und die geschilderten Milieus wirken. Auch in der Skizze der Eltern unterläuft der Film die üblichen "Reiche Leute"-Stereotypen, obgleich Hanns Zischler als Wissenschaftler etwas glatt wirkt. Nie ist der Blick auf Corinna Harfouch als Karrierefrau und Innenarchitektin, die sich in Aufträge und Ästhetik flüchtet, denunziatorisch. Seit wann ihr Mann sie wohl betrügt? Letztlich mag das elegante, elliptische Drama nicht ganz auf Bedeutungskitsch verzichten. Die Kunst der Inszenierung großer Gefühle mit Empathie und Distanz zugleich – hier wird sie fast vorbildhaft demonstriert."

01. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel lobt die Darsteller. "Neben der herausragenden Leistung der jungen Karoline Herfurth, die sich selbst neben einem Schauspielungetüm wie Josef Bierbichler jederzeit behauptet und der hiernach vermutlich alle Türen offen stehen, ist es vor allem der Blick für Details, den Links Romanadaption von anderen Familiengeschichten unterscheidet. Obwohl im Grunde genommen nicht viel passiert und der Plot elliptisch um Lillis Besuche im Atelier kreist, gibt es dennoch so vieles zu entdecken. Seien es die Blicke, die Lilli und Max miteinander austauschen oder die eisigen Impressionen aus der "Schöner Wohnen"-Fantasie der elterlichen Villa, Link transportiert das, was ihr wichtig ist, über klar strukturierte Bilder und Motive."

01. November 2008 | IM WINTER EIN JAHR • Kritik • programmkino.de

Für Thomas Engel hätte die Regisseurin keine geeignetere Schauspielertruppe "zusammenbringen können. Corinna Harfouch (Eliane), Hanns Zischler (Thomas) und Misel Maticevic (Aldo) agieren glänzend. Josef Bierbichler (Max) ist wie immer: präsent, fast überlebensgroß, kaum zu bremsen, gescheit, sympathisch. Den Vogel mit ihrer eleganten, kraftvollen und gefühligen Darstellung schießt jedoch dieses Mal die junge Karoline Herfurth ab. Ihre Lilli ist sehenswert."

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