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WEISSE LILIEN

WEISSE LILIEN

Regie Christian Frosch
Kinostart 11.09.2008

Kritiken • WEISSE LILIEN

11. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • Berliner Zeitung

Eine kostbare Seltenheit im deutschen Kino sah Julia Teichmann. "Nichts ist natürlich in Froschs sozialkritischem Albtraum vom zukünftigen 'Schöner Wohnen'; die guten und gut besetzten Schauspieler sprechen oft in formelhaft steifen Sätzen, bleiben in verlangsamten Blicken und Gesten hängen oder zelebrieren kurz die große Bühnenpose. Busso von Müllers Kamera trägt ihr Übriges dazu bei: Minutiös durchkomponierte Bilder bleiben stehen - und hängen - wie Gemälde."

11. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • Jungle World

Das erzählerische Mittel von WEISSE LILIEN ist der Stillstand, entdeckt Jürgen Kiontke. "Wer ist wer? Das wäre schön zu wissen. Aber die Menschen, die in Neustadt leben, sind schon hoffnungslos fragmentiert. Die Hauptfigur Hanna/Anna fällt mal zusammen und mal auseinander. Die Darstellerinnen Birgit Hobmeier und Johanna Wokalek schauen bedeutungsvoll in die Kamera. WEISSE LILIEN ist Gesellschaftskritik im Stil der Tradition – Johannas Welt ist eine weiße, cleane Hölle, in der immer gutes Wetter ist. Bilder von Hoch­haus­siedlungen als bewusstseinsbildende Maßnahme entnehme man bitte Schulbüchern mit Erscheinungsdatum vor 1980."

09. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • film-dienst 19/2008

Als mutig und konsequent bezeichnet Rüdiger Suchsland den Thriller. Er zeigt "das Spiegelbild einer zerstörten Gesellschaft und spricht viele Fragen des modernen Lebens und der "Inneren Sicherheit" in der Kontrollgesellschaft an. Die Kamera schafft Filmbilder von außerordentlichen Qualität. Setting und Inszenierung sind bewusst künstlich und "theaterhaft" gehalten – ganz in einer sehr deutschen Filmtradition mit Anklängen ans Kino des Expressionismus. Ein Enselmble herausragender Darsteller komplettiert das Ganze, allen voran Johanna Wokalek, die in einem ungewöhnlichen Auftritt mit viel Charisma zeigt, was sie jenseits eng begrenzter Rollen eigentlich kann."

08. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • br-online.de

Alles an diesem Film ist enigmatisch und ambivalent, entdeckt Heidi Reutter. "Nichts ist eindeutig und kohärent, alles ist verstörend. Was wahr ist und was nicht, was Realität ist, was Traum und Illusion - es lässt sich nicht bestimmen. Auch die Dialoge bleiben fragmentarisch und bringen kein Licht in das cineastische Verwirrspiel. Großartig agieren gleichwohl die Schauspieler, allen voran die jungen Shooting Stars Brigitte Hobmeier und Johanna Wokalek. Und Martin Wuttke glänzt mit großer Präsenz als Polizist im Auftrag der Staatssicherheit. Alles an diesem Film ist in formaler Hinsicht stimmig: das Setdesign, die brillante Kamera von Busso von Müller und ihre durchkomponierten, monochromen Bilder, die kein Einstellungsdetail dem Zufall überlassen."

01. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • programmkino.de

Für Oliver Zimmermann lassen George Orwell und David Lynch grüßen. "Dass WEISSE LILIEN bei alldem keine Hommage an Orwell und Lynch, sondern ein eigenständiges Werk sein will, stellt allerdings ein Problem dar. Denn abseits der Anspielungen fehlt es dem Drama ein wenig an eigenen Ideen und klaren Linien. Beeindruckend sind dafür die Außenaufnahmen des Häuserblocks. Eine Wohnsiedlung hat im Kino nie zuvor bedrohlicher gewirkt. Allein deshalb dürften Fans des mystischen Kinos auf ihre Kosten kommen - auch wenn WEISSE LILIEN trotz seines hochspannenden Grundthemas inhaltlich nur bedingt überzeugen kann."

01. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • programmkino.de

Für Thomas Engel ist dies ein "Spiel oder eine Spielerei mit der Phantasie, mit Halluzinationen, mit der Spannung, mit den Nerven, mit Science fiction, mit "social fiction", mit einer geschlossenen Welt, mit einer "entarteten" Welt, mit dystopischen Gegenwartsvorstellungen, mit Zukunftsängsten, mit ausgeschalteter Logik, mit zerstörerischem Grundton. Gleichzeitig aber auch mit vielsagenden, brauchbaren Bild- und Situationsformen. Ein sich avantgardistisch gebendes Experiment, ein filmischer Entwurf, hinter dem manche vorwiegend zukunftsbezogene Überlegungen stecken."

01. September 2008 | WEISSE LILIEN • Kritik • kino-zeit.de

Für Peter Gutting mutet Regisseur Christian Frosch dem Zuschauer in den Verschmelzungsszenen, die ständig zwischen Traum und Wachsein oszillieren, einiges zu. "Aber abgesehen, von dieser letzten, vielleicht ein Stück zu weit gedrehten Verwirrungsspirale, ist Weiße Lilien ein visuell eindringlicher Film, dessen sorgfältig komponierte Bilder lange im Gedächtnis haften. Es ist wie mit den rot befleckten Lilien: Das Schreckliche geschieht in einer Atmosphäre von erlesener Schönheit. So bleibt die Hoffnung, dass am Ende doch nicht alles faul ist."

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