Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

35 RUM

35 RUM

Regie Claire Denis
Kinostart 05.03.2009

Kritiken • 35 RUM

05. März 2009 | 35 RUM • Kritik • Der Tagesspiegel

Erzählt wird sie eher in Blicken und Gesten als in Dialogen, stellt Jan Schulz-Ojala fest. "Von Auslassungen lebt 35 RUM, von Andeutungen, von allem also, was bessere Filme ausmacht. Er macht sich schmal in engen Wohnungen und Taxis und Bars und feiert dafür immer wieder überliebensgroß seine so ungemein strahlenden Gesichter. Und in aller Melancholie ist eine Freude, so leise hast du sie schon lange nicht mehr im Kino gesehen."

05. März 2009 | 35 RUM • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn verraten "die Farben, die wie stets bei Claire Denis eine eigene Geschichte erzählen, wie nahe Noé und Joséphine sich sind: Blau, Gelb und Grau sind alle ihre Dinge, und je nachdem, was gerade im Bild überwiegt, färbt sich auch ihre Stimmung. Schlicht und ergreifend wie die Filmmusik, die gleich lieben Gewohnheiten auf Wiederholungen setzt, ist das Spiel der Hauptdarsteller. Mati Diop ist als Tochter, die in eine andere Liebe hineinwächst, bezaubernd zögerlich. Alex Descas macht Freude und Schmerz väterlicher Selbstlosigkeit in Umarmungen sichtbar, die seiner Tochter den Halt geben davonzugehen."

05. März 2009 | 35 RUM • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell sagt es eindeutig: "Dieser Film handelt von nichts; von nichts Außergewöhnlichem, von nichts Dramatischem, auch wenn einmal ein Mann tot auf den Gleisen liegt. Der Tod berührt den Zuschauer, aber der Film steuert nicht auf ihn zu, schlachtet ihn emotional nicht aus, und vermutlich liegt man nicht falsch in der Annahme, dass die Gleise für diesen Film, für sein Tempo, seine Struktur, und damit den Eindruck, den er hinterlässt, keine geringere Rolle spielen als der tote Mann, der auf ihnen liegt."

05. März 2009 | 35 RUM • Kritik • Jungle World

Esther Buss ist sehr angetan. "Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist von stillem Einvernehmen bestimmt, es gibt viele Blicke zwischen den beiden (auch Blicke "in sich hinein" als Reaktion auf den anderen), viele Berührungen, wenig Worte; eine vergleichbar unneurotische und aggressionsfreie Darstellung von Familie kennt man so eigentlich nur aus den Filmen des japanischen Regisseurs Ozu Yasujiro, dessen Arbeiten wohl auch zu der Idee von 35 RUM beigetragen haben."

20. Februar 2009 | 35 RUM • Kritik • film-dienst 05/2009

Für Hans Messias erzählt die Regisseurin "gänzlich unspektakulär von den latenten Ängsten einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich nicht mehr ums tägliche Überleben fürchten müssen, ihren Alltag aber in eine kleine Hölle verwandeln, weil sie nicht loslassen können. Es ist ein kleiner Film über große Lieben, die sich als Ängste vor Verlusten entpuppen: die Angst vor dem Schmerz, den man einmal erfahren hat, und die Angst vor verletzenden Momenten, die unausweichlich folgen werden. Und es ist ein Film über das Leben und dessen Wechselfälle, die vorherbestimmt sind, auch wenn man so gerne am Ist-Zustand festhalten würde."

04. Februar 2009 | 35 RUM • Kritik • critic.de

Laut Almut Steinlein vermeidet der Film "jegliches Klischee vom Elend einer bemitleidenswerten Unterschicht. Vielmehr zeigt der Film auf wohltuende Weise, dass auch in einem schwierigen Lebensumfeld emotionale Bindungen und Verbindlichkeiten existieren und Dankbarkeit entstehen kann. Trotz aller sozialen Härten des Alltags gesteht er seinen Figuren ein würdiges und liebevolles Leben zu. "Eigentlich gibt es hier alles. Warum woanders danach suchen?", fragt sich Lionel. Das ist sicher nicht als Liebeserklärung an die triste Aussicht aus seinem Wohnzimmerfenster gemeint. Aber es ist die erhebende Erkenntnis des kleinen Glücks im eigenen Leben."

02. Februar 2009 | 35 RUM • Kritik • br-online.de

Margret Köhler ist durchaus angetan. "Ohne große Handlung und mit großer Ruhe und Poesie entwirft die französische Regisseurin in dieser einfühlsamen Studie über die persönlichen Probleme des Erwachsen- und Älterwerdens auch den Mikrokosmos von "kleinen Leuten" in der kreolischen Gemeinschaft, wie auch einen Kollegen Lionels, der sich nicht so richtig mit der Pensionierung abfinden kann. Sie weist nicht plakativ auf Missstände hin, sondern schildert dieselbigen mit großer Selbstverständlichkeit ganz nebenbei. Leise Andeutungen ersetzen laute Worte."

01. Februar 2009 | 35 RUM • Kritik • filmz.de

Linksammlung bei filmz.

04. September 2008 | 35 RUM • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Leweke ist enttäuscht und fragt sich, ob dies am von den Länderförderungen vorgeschriebene Regionaleffekt liegt. "Lange Zeit schaut Claire Denis diesen schweigsamen Figuren einfach zu, beim Essen, Trinken, Ausgehen und Arbeiten. Sie leben im eigenen Rhythmus in der gemeinsamen Wohnung, in der die Zeit still zu stehen scheint. Jedes Klingeln, ein feindlicher Angriff. Wie einen geheimnisvollen Schatz hüten Vater und Tochter ihre Vertrautheit. Erst als sie in der deutschen Stadt angekommen sind, müssen die beiden plötzlich sprechen, wird ihr Verhältnis auf den Boden der Tatsachen geholt."

03. September 2008 | 35 RUM • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Nord fragt sich, warum dieser Film Außer Konkurrenz läuft. "Ein Drama, fast ohne Worte – man kocht und isst, die Studenten streiken, ein Freund verliert seine Katze (wann hat man zuletzt beim Tod eines Katers im Kino geheult?), Ingrid Caven hat einen eigenwilligen Kurzauftritt als deutsche Großmutter, und das Happy End im Hochzeitskleid trägt bittere Untertöne."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,60726