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TAGE DES ZORNS

TAGE DES ZORNS

Regie Ole Christian Madsen
Kinostart 28.08.2008

Kritiken • TAGE DES ZORNS

01. September 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Berliner Zeitung

Abseits des gängigen Hollywood-Klischees sind die deutschen Nazis - oder doch wenigstens deren lokale Elite - weniger dumpf als vielmehr intellektuell geraten, entdeckt Katja Lüthge. "Dieses Bemühen um Glaubwürdigkeit und die Liebe zum Detail ist auch den hübsch rekonstruierten Schauplätzen deutlich anzumerken. Das Ansinnen Madsens, statt einfacher moralischer Urteile differenzierte Sichtweisen über den Widerstand zu ermöglichen, ist zweifelsfrei löblich. Mitunter überfordert das unüberschaubare Geflecht aus Freundschaft, Verrat, Intrige und ethischen Fragen aber nicht nur die handelnden Akteure, sondern auch den Zuschauer."

28. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Der Tagesspiegel

Einiges an Konfliktpotenzial steckt in dem Stoff, stellt Christina Tilmann fest. "Es sind diese Nebenfiguren, mit denen der Zweifel ins Bild dringt. Zum Beispiel mit Horst Ernst Gilbert, dem Hanns Zischler einmal mehr eine seelenruhige, unzweifelhafte Autorität verleiht. Ist er nun hochrangiger Nazi oder Widerstandskämpfer, abgeklärt oder schlicht abgebrüht? Man erfährt es nicht. Dass Zischler es so im Unklaren lässt, macht die Figur besonders stark. Ähnlich der dänische Polizeichef Axel Winthur (Peter Mygind), Auftraggeber von Flame und Citron. Ist er ein aufrechter Widerstandskämpfer, ein Strippenzieher auf eigene Rechnung oder vielleicht doch ein Kollaborateur? Vom europäischen Widerstand, das macht der Film trotz all seiner Schwächen deutlich, weiß man noch immer wenig."

28. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn lobt den Film: "Die rasanten Actionszenen, die glanzvolle Oberfläche von Ausstattung und Architektur ergänzen sich auf beeindruckende Weise mit der melancholischen Botschaft. Gerechtigkeit ist ein Köder für enthemmte Idealisten. In "Der Schmerz" beschreibt Duras ein peinigendes Paradox: Im Krieg ist es unmöglich, auf ein Einzelschicksal zu bestehen. Aber die Gemeinschaft der Gleichgesinnten ist auch eine Illusion."

28. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Neues Deutschland

Für Caroline M. Buck bedient sich der Filmemacher "der historischen Figuren, um der Wirklichkeit hinter der späteren Verklärung nachzuspüren, und untersucht die psychischen Schäden, die wiederholter Meuchelmord bei den Tätern hinterlässt. Seine schönen Bilder kaschieren aufkommende Zweifel, seine oft klaustrophobische Kadrierung zerteilt Gesichter in Flächen ohne moralischen Mehrwert und spiegelt die steigende Verunsicherung der Auftrags-Killer, die in einem zusehends undurchsichtiger werdenden moralischen Sumpf agieren."

28. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • artechock.de

Die historische Wahrheit bleibt zumindest in Teilen auf der Strecke, eher ähneln diese Filme einem heroischen Denkmal, kritisiert Rüdiger Suchsland. "Zugleich ist Tage Des Zorns dann aber auch immer wieder ein recht schlicht auf »amerikanisch« getrimmte Schmonzette, ein Ballerfilm im Stil eines Gangster-Movies, mit einfachem Heroismus des Kämpfens bis zum letzten Mann. Angst und Feigheit bleiben weitgehend ausgeblendet. Ebenso werden zwar wichtige Frage aufgeworfen, aber dann vom Film nicht beantwortet: Ist für den Widerstand jedes Mittel recht? Gibt es den moralisch einwandfreien Mord?2

28. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • epd-film 09/2008

Marli Feldvoß erkennt in dem Film eine sensible Gratwanderung zwischen Unterhaltung und historischer Rückschau nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Kameraarbeit von Jørgen Johansson. "Die Erzählerstimme sorgt für eine Reflexionsebene, ohne die Dynamik des Thrillers zu bremsen, lotet jedoch zunehmend die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch aus, auch die sozialen Begleitumstände ... runden das Bild von zwei Persönlichkeiten, die durch ihr politisches Engagement und ihren Fanatismus zerrieben werden und keineswegs als makellose Helden des Widerstands davonkommen."

27. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah einen grandiosen Film über die moralische Zerrissenheit innerhalb des Widerstandes - und gewiss kein Nationaldenkmal. "So formvollendet TAGE DES ZORNS fotografiert wurde – die Schauwerte stehen hier stets im Dienst der Erzählung: Auch in großen Räumen wird oft ein Gefühl von Klaustrophobie vermittelt, auch in kleinen Gruppen sucht man meist vergeblich moralische Eindeutigkeiten. Dieses Gewaltmelodram ist großes Ausstattungs- und Ausleuchtungskino, doch noch im prächtigsten Bilderrausch werden die Sinne des Zuschauers für die Uneindeutigkeiten des Szenarios geschärft."

26. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • br-online.de

Opulent und in epischer Breite erzählt der Film laut Heidi Reutter seine Geschichte. "In Dänemark entpuppte sich die deutsche Koproduktion als Publikumshit, weil hier ein eher unbekanntes Kapitel dänisch-deutscher Geschichte behandelt wird - glücklicherweise ohne Pathos und übertriebene Gefühlsduselei, sondern mit Gewissenhaftigkeit und Empathie. ... Madsen nimmt sich dabei Zeit für das, was er erzählen will - für erregte Dialoge und brutale Schusswechsel gleichermaßen. In den Gesprächen zieht die Kamera die Schärfe nach und verdichtet - so entsteht der Eindruck des Dokumentarischen."

26. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • film-dienst 18/2008

Kathrin Häger lobt, dass sich der Regisseur "einer Glorifizierung oder Verurteilung seiner zwiespältigen, mit ihrem eigenen Status hadernden Figuren verweigert. Das macht TAGE DES ZORNS zu einem ausgewogenen und zugleich kraftvoll-pessimistischen Epilog über die vergebliche Suche nach der ultimativen Gerechtigkeit, Wahrheit und Vergeltung in vergifteten Ausnahmezuständen. Hier demaskiert sich ein amoralischer Überlebenstrieb, der die Liebe zu sich selbst und zum Gegenüber ebenso erstickt, wie er der späteren Verdrängung Vorschub leistet: Kopenhagen, mon amour."

21. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • kino-zeit.de

Für Florian Koch vergreift sich der Regisseur "das ein oder andere Mal im Ton. Da werden intime, für die Handlung redundante Szenen zwischen Ketty und Flame viel zu lange ausgewalzt und die Action auf Kosten der Glaubwürdigkeit auf spektakulär getrimmt. Besonders der an Brian de Palmas Scarface erinnernde Showdown gefällt sich in lächerlich überzogenen Shootouts, mit denen Madsen seiner bis dato realistisch geschilderte Geschichte einen Bärendienst erweist. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen; aber trotzdem bleibt TAGE DES ZORNS ein wichtiges, gut gespieltes Widerstandsdrama, das glücklicherweise auf die Glorifizierung seiner Hauptfiguren verzichtet."

01. August 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • programmkino.de

David Siems sah ein "Helden-Drama ohne falsches Pathos, dafür aber mit den Mitteln eines gelungenen Spionage-Thrillers. "Kameramann Jørgen Johansson taucht seine Bilder dabei stets in bedrohlich-dunkle Schatten, die mit Originalaufnahmen aus der deutschen Besatzungszeit abgewechselt werden. Die Rolle von Mads Mikkelsen – dessen Gesicht seit seiner Rolle als Bösewicht im letzten James-Bond-Film CASINO ROYALE eine Spur bekannter geworden sein dürfte – steht hier auffällig im Schatten von Thure Lindhardt (WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN), der den jungen Flame mit kühler Zurückhaltung aber höchster Entschlossenheit spielt."

16. Mai 2008 | TAGE DES ZORNS • Kritik • Berliner Zeitung

Mathias Raabe besucht die Dreharbeiten in Potsdam-Babelsberg.

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