| Regie | Ben Stiller |
| Kinostart | 18.09.2008 |
Bert Rebhandl sah einen "Film über das Kino im Krieg, eine sarkastische Komödie über Hollywood, eine Parodie auf vieles, was auch kritischen Filmfreunden fast heilig ist: TROPIC THUNDER ist eine der ambitioniertesten Produktionen dieses Sommers, und bei allem höheren Blödsinn auch ein ernsthafter Versuch, hinter die Macht der Klischees zu kommen. ... Die Qualitäten dieses durchgeknallten Experiments liegen denn auch eher im Detail, in den vielen subversiven Ideen, mit denen Ben Stiller seinen eigenen Film in ein Minenfeld verwandelt, das jeden Versuch einer sinnvollen Durchquerung vereitelt."
Als grobkomödiantisch ausgelegten Mainstream bezeichnet Martin Schwickert den Film. "Dazu gehört auch eine bissige Blödelei über die Darstellungen von Behinderten in Hollywood, durch den sich Stiller Proteste von amerikanischen Behindertenorganisationen einhandelte. Vor allem aber nimmt der Film die Hollywood-Maschinerie ins Visier, die buchstäblich über Leichen geht, wenn die Versicherungssumme genügend Profit verspricht. Den diktatorischen Produzenten übrigens spielt Tom Cruise, mit Glatzenperücke, aufgeschnürten Fettpolstern – und überraschender Selbstironie."
Isabella Reicher hat sich amüsiert. "Bis dahin werden in dem Film, den Stiller, der Schauspieler, der im Film einen Schauspieler spielt, mitgeschrieben und inszeniert hat, fortwährend verbale Nebelbomben gezündet. Das wechselseitige Nicht- oder Missverstehen steht nicht nur im Zusammenhang mit der Lautstärke. Man verheddert sich auch in aus Film und TV bekannten Formeln, in individuellen Ticks und kulturellen Codes. Unterminierung und Umwertung von Milieus erhalten hier eine weitere ziemlich komische Drehung."
Der Film feuert von Beginn an aus allen Rohren, findet Marcus Wessel.
"Neben vielen bissigen Pointen und Zuspitzungen, die die ganze Verlogenheit und Heuchlerei des oberflächlichen Filmgeschäfts entlarven - da wird die Aussicht auf einen neuen Privat-Jet schnell zur echten Gewissensentscheidung, wenn man dafür seinen besten Freund fallen lassen muß -, spart der Film nicht an Klamauk im Stil der alten Zucker-Abrahams-Zucker-Klamotten. ... Daß dabei nicht jeder Schuß ein Treffer ist, kann den Spaß an der Sache nicht ernsthaft gefährden."
Laut Andreas Conrad ist der Film "ein Zwitter aus Actionfilm und Parodie, aber eine Parodie nicht nur des Genres, sondern des Filmgeschäfts an sich, wie Stiller betont: "Der Film ist auf jeden Fall inspiriert von vielen echten Kriegsfilmen, weil ich das Genre sehr mag, aber er handelt eben auch davon, wie Hollywood und seine Spieler unter extremen Umständen funktionieren." Der Keim zu seinem neuen Film wurde bereits in den achtziger Jahren gelegt, als Kriegsfilme mal wieder in Mode waren, Schauspieler sich reihenweise in falschen Trainingslager schleifen ließen und hinterher von den intensiven Erfahrungen schwadronierten."
Heidi Reutter ist begeistert, "wenn die konfusen Kriegsfilm-Mimen Speedman und Lazarus mitten im Dschungel über berühmte Filmszenen und Schauspielkollegen diskutieren, während ihnen die Kanonen der einheimischen Dschungelguerilla um die Ohren fliegen. Oder die Metaebene der gefälschten Trailer, die vor TROPIC THUNDER laufen, um die neuesten Produktionen der Hauptdarsteller bewerben. So ist Stillers vierte Regiearbeit ein vielschichtiges, tosendes Gag-Spektakel, das sich allerdings auf einem sehr schmalen Grat bewegt zwischen gelungenem Witz und profaner Geschmacklosigkeit."
Leider wird der Film für Rochus Wolff "relativ schnell zu einem eher durchschnittlichen Beispiel für das Actionkino, das der Film eigentlich en passant auch noch parodieren sollte. Mit seinen schicken Effekten reiht sich TROPIC THUNDER jedoch eher selber in das Genre ein. Weil sich die Beziehungen zwischen den Protagonisten nie so recht zu einem stimmigen Ganzen fügen wollen, entsteht keine Dynamik zwischen ihnen – und die fehlt auch TROPIC THUNDER in einigen Passagen. Das macht den Film leider dem herkömmlichen Blockbusterkino mit seinen stereotypen Versatzstücken und Handlungselementen nur noch ähnlicher. Was ihn deutlich davon abhebt ist natürlich die Distanz, die er zu sich selbst aufbaut, indem das Metafilmische fortwährend betont und immer wieder ausgespielt wird."
Nach nur wenigen Minuten ist die Marke gesetzt, schreibt Michael Ranze. "TROPIC THUNDER macht sich über alles lustig, was Hollywood auszumachen scheint: selbstverliebte Schauspieler, machtbewusste Produzenten, schwierige Autoren und schwärmerische Regisseure. Das sind leichte Ziele, und so nimmt man als Zuschauer verwundert zur Kenntnis, mit welcher Wucht der Regisseur sein Pulver verschießt. Gags, Explosionen, Schießereien, Stunts, rasche Schnitte und laute Musik – Ben Stiller lässt keine Minute locker. Doch unter dem Getöse geht ein wenig das Erkenntnisinteresse verloren. Nur mit den Augen zu zwinkern und sich selbst auf die Schippe zu nehmen – das ist dann doch zu wenig."
David Kleingers sah eine beißende Kriegsfilmparodie und zugleich einen urkomischen Frontalangriff auf das aufgeblähte US-Starsystem, der Hollywoods Illusionsindustrie gnadenlos demontiert. "Dabei ist TROPIC THUNDER keineswegs eine respektlose Absage an ernste Filmkunst, sondern eher die erfrischende Vergegenwärtigung des unwiderstehlichen Reizes, der von begnadetem Blödsinn ausgeht: Keine Reise ins Herz der Finsternis, sondern ein beschwingter Betriebsausflug von Unterhaltungsindustriellen, die über ihre eigenen Unzulänglichkeiten lachen können und so vom Schlachtfeld der Satire einen formidablen Sieg für Hollywood davontragen."
Holger Römers empfiehlt, sich auf den Film einzulassen. "Ob man über so etwas lachen mag, ist natürlich generell eine Frage des eigenen Geschmacks. Doch obwohl nicht alle Gags funktionieren, ist es durchaus möglich, sich in dieser Farce köstlich zu amüsieren. Voraussetzung ist freilich, dass man bereit ist, sich von einem Unfug überrumpeln zu lassen, der regelmäßig jede Erwartung sprengt."