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NORDWAND

NORDWAND

Regie Philipp Stölzl
Kinostart 23.10.2008

Kritiken • NORDWAND

24. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • Der Spiegel

Als großes Kino, schwülstige Oper, cooler Clip bezeichnet SPIEGEL-Redakteur Hilmar Schmundt NORDWAND: Er ist mit auf den Gipfel gestiegen.

23. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer sah "massenkompatibles Actionkino made in Germany, das zumindest in seiner ersten Hälfte den Anspruch aufrecht hält, die historischen Hintergründe der Ereignisse mitzubedenken. Oben im Berg tragen es Mann, Material, das Wetter und die Elemente krachend miteinander aus, während unten im Hotel in behaglich ausgeleuchteter Umgebung ältere Herren im Smoking Gespräche über die Notwendigkeit von Heldentum fürs Vaterland führen. Doch welche Ausflüge auch immer das Drehbuch in Richtung politischen Kommentar oder zeitgeschichtlicher Kontextualisierung unternimmt, all das lässt der Film bald hinter sich als unnötigen Ballast auf dem Weg nach oben."

23. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Wo bitte bleibt das Berggefühl, fragt sich Christine Lemke-Matwey. "Regisseur Philipp Stölzl hat also einen Bergfilm gedreht, notgedrungen – und ist das Genre schuldig geblieben. Gewiss, technisch ist dies alles ziemlich arriviert, dankenswerterweise hält sich vor allem der Pappmachéfaktor in Grenzen, wenn das Spektakel im zweiten Teil richtig losgeht. Stölzl aber handelt auch von jungen Menschen am Fuße einer dramatischen Zeitenwende – und interessiert sich keinen Deut für ihre innere Gestimmtheit."

23. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell entdeckt Widersprüchliches. "Gerade in der betonten Unverkrampftheit zweier einfacher Burschen, die die Berge im Kopf haben und mit Politik nichts am Hut, ist die Defensive zu erkennen, aus der Nordwand operiert: Die guten Menschen in den Jahren der Hitler-Begeisterung haben wir im Kino zu oft gesehen, als dass wir solchen Holzschnitten glauben schenken könnten. Das heißt nicht, dass jeder Deutsche ein Nazi gewesen sein muss, und womöglich waren Kurz und Hinterstoisser in der Tiefe ihres Herzens Regimegegner. Das heißt nur, dass ein Film über diese Zeit es sich so leicht nicht machen kann wie eine Mutter, die ihren Zöglingen flugs ein Entschuldigungsschreiben verfasst."

23. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • artechock.de

Die Alpen-Schomzette ist enttäuschend und ärgerlich, meint Rüdiger Suchsland. "Was ein bisschen politisch tut und sich dann nicht traut, ist im Großen und Ganzen unpolitisches Bombastkino. Seine »wahre Geschichte«, den tödlich missglückten Versuch der Erstbesteigung, der dann von der Nazi-Propaganda zum Opferdrama stilisiert wurde, trägt der Film wie eine Monstranz vor sich her. Doch jede Gelegenheit, aus den Mythen des Bergfilms, etwas zu machen, das über verschämte Wiederholung des Alten hinausgeht, wird verschenkt. Es ist die Grundschwäche dieses Films, dass er – wenn es schon ein Bergsteigerdrama sein muss – sich nicht zu großen weiten Naturdrama entscheidet, nicht den Mut hat, wirklich Bergfilm zu sein, sondern stattdessen immer im kleinem engen Melodram verharrt."

22. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh sah mit NORDWAND eine Passionsgeschichte auf blankem Eis. Der Film "setzt sich vor allem ästhetisch von seinen Vorbildern ab. Anstelle von idyllischen Bergpanoramen und hohlem Pathos dominieren den Film semidokumentarische Aufnahmen, die den Zuschauer dem Gefühl ausliefern, mit am Seil zu hängen. ... Die Verquickung des Bergdramas mit der dazu erfundenen Liebesgeschichte zwischen Toni und Luise gehorcht jedoch eher der Logik US-amerikanischer High-Concept-Filme, die unterschiedliche Genreelemente zusammenführen und zwischen Gefühls- und Spannungswellen hin und her wechseln."

10. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • kino-zeit.de

Den zeitgeschichtliche Rahmen findet Joachim Kurz nicht gelungen. "Stölzls Kniff, die Geschichte rückblickend mit den Augen Luises (einer gänzlich erfundenen Figur) zu erzählen und dabei den Fokus auf die Liebesgeschichte zwischen ihr und Toni Kurz zu legen, erinnert mehr als deutlich an James Camerons Schiffsuntergangsschmonzette TITANIC und gibt damit dem Film eine penetrante Süßlichkeit, die reichlich aufgesetzt wirkt. Auch mit ihren beiden Protagonisten verfährt die Geschichte grob vereinfachend. Da werden Kurz und Hinterstoisser kurzerhand zu Rebellen gegen die Nazis stilisiert, wenn sie den Hitlergruß verweigern, während die österreichischen Kameraden zu Musternazis mutieren."

01. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • programmkino.de

Bei aller Qualität der Bilder entsteht für Michael Meyns nie eine wirkliche Empathie mit den Figuren. "ie bleiben Typen in einer schematisch konstruierten Geschichte, bei der man in jedem Moment spürt, dass der Film sich nicht einfach dem Heroismus des Gezeigten hingeben will. Aber selbst das funktioniert nur bedingt, was vor allem an der unfassbar dröhnenden Musik liegt, die keinen Vergleich mit dem Bombast einer Wagner-Oper scheuen muss. Nicht nur dabei hat es den Anschein, als hätte Philipp Stölzl bei all seinen Opernprojekten der letzten Jahre das Gespür für das richtige Maß verloren."

01. Oktober 2008 | NORDWAND • Kritik • programmkino.de

Für Bergfreunde ist NORDWAND ein Erlebnis, lobt Thomas Engel. "Das ist kinomäßig aufbereitet, aber zugrunde liegt die wahre Tragödie des Sommers 1936. Der bergsteigerische Ehrgeiz; die fast senkrechte, an manchen Stellen überhängende Wand; die kräftezehrende Mühe des Aufstiegs; die Eisfelder; die Verletzung Angerers; der schwere Entschluss, wieder umkehren zu müssen; der Wetterumschwung; der Schnee- und Eissturm; der lebensgefährliche Abstieg; die unaufhaltsame Tragödie und der Tod von vier Menschen - das alles wird naturalistisch-realistisch mit durchgehender Spannung ausgiebig gezeigt."

17. September 2008 | NORDWAND • Kritik • critic.de

Die Natur ist in NORDWAND laut Marcus Wessel wild, unberechenbar und lebensfeindlich. Es "dreht sich alles um den ungleichen Kampf Mensch gegen Natur, der konsequenterweise nur einen Ausgang zulässt. Dabei bleibt die Kamera von Kolja Brandt stets ganz nah bei den Schauspielern, denen man ansieht, welche Strapazen der Dreh ihnen bisweilen bereitet haben dürfte. Rau und naturalistisch präsentiert sich Stölzls Film, wodurch er sich wohltuend von vergleichbaren, effektüberladenen Hollywood-Vertretern wie VERTICAL LIMIT (2000) abhebt."

11. August 2008 | NORDWAND • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Mariam Schaghaghi belebt der Film ein vergessenes Genre. "Die größte Diva beim Dreh war der Berg selbst. Die extrem schnell wechselnden Wetterverhältnisse, die den Alpinisten 1936 zum Verhängnis wurden, brachten auch Philipp Stölzl "an den Rand von Depressionen", wie der Regisseur berichtet. Tagelang wartete er auf einen einzigen Schuss von der Eigerwand im Sonnenlicht. Doch der Wunsch blieb unerfüllt. Der Eiger hüllte sich höchst eigensinnig in Nebel."

03. Dezember 2007 | NORDWAND • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier und Hilmar Schmundt beschäftigt sich mit dem Genre des Bergfilms, dem vertikalen Western.

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