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DR. ALEMÁN

DR. ALEMÁN

Regie Tom Schreiber
Kinostart 14.08.2008

Kritiken • DR. ALEMÁN

15. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah einen grandios ehrlichen Film über eine scheiternde Annäherung. "Ohne den verqueren Idealismus seines Helden zu denunzieren, skizziert er dessen Scheitern. Ein bisschen nimmt sich DR. ALEMÁN deshalb wie die tragische Variante der deutschen Backpacker-Komödie HOTEL VERY WELCOME aus, in der junge Europäer in Fernost Erlösung suchen und doch nur mit ihrem eigenen Unvermögen konfrontiert werden. Wer mit American Express die Krisenregionen dieser Welt bereist, darf sich nicht wundern, wenn man ihm unterstellt, die Elendskulisse nur als Selbsterfahrungs-Spielplatz zu missbrauchen."

14. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl sah einen fast neorealistischer Straßenfilm, mit Laiendarstellern und perfekt gecasteten Figuren. "Ziemlich geschickt werden hier wichtige Probleme der Exotik auf den Punkt gebracht: In der Fremde gilt scheinbar keine Moral, unwillkürlich wird der Deutsche, der ja in Wahrheit der Fremde ist, zu einem Monster. Tom Schreiber findet für die zwiespältige Stimmung seines Films ein schonungsloses Ende der besonderen Art. Wer DR. ALEMÁN bis zum Ende sieht, wird Cali nicht so schnell vergessen können."

14. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen lobt den Hauptdarsteller August Diel. "Wie immer wirkt der Schauspieler ein wenig distanziert und überheblich, und diese Ausstrahlung kommt seiner Rolle hier sehr zugute. Sein Dr. Aleman ist auch immer ein verzogener Junge, und dadurch bekommt man als Zuschauer ein irritierend, ambivalentes Verhältnis zu ihm, das dem Film eine eigene Unruhe gibt, die ihn vielleicht interessanter wirken lässt, als er es eigentlich ist. Denn obwohl sich Schreiber große Mühe gibt, den Film atmosphärisch, in Darstellung und Ausstattung authentisch wirken zu lassen, fehlt ihm der genaue Blick für die Details, den ein einheimischer Filmemacher hat."

14. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Der Tagesspiegel

Moritz Gathmann fehlt die Glaubwürdigkeit. "Das Problem: Je weiter sich Marc verstrickt, je weiter er "in die Fremde geht", desto unglaubwürdiger wird er, desto mehr scheint er als Sklave eines Drehbuchautoren, der ihn ins Verderben jagen will. Als er schlussendlich auch noch das Duell mit dem lokalen Drogenbaron "El Juéz" (DER RICHTER) sucht und dieses Grande Finale gegenüber Wanda mit dem Satz "Das ist eine Sache zwischen ihm und mir" einleitet, kann man ihn nicht mehr ernst nehmen. Denn den Satz trägt er mit dem gleichen Milchgesicht vor, mit dem er auch am Flughafen angekommen ist."

14. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte schreibt über den Hauptdarsteller folgendes: "Der immer gute August Diehl ist dann am besten, wenn ihn eine Rolle aus dem Ensemble heraushebt. Seit seinen Anfängen in Hans-Christian Schmids 23 entwickelte er ein Charisma, das ihn von der Normalität ein gutes Stück entfernt. Das ist Chance und Bürde zugleich. Tom Schreiber besetzt diese oft schwer zu beherrschende Autorität Diehls höchst geschickt als tragische Unbefangenheit. Hier ist ein junger Mann, der sich alles zutraut, und wer könnte das besser spielen als August Diehl? Das bringt ihn einerseits in Teufels Küche, und verschafft ihm anderseits das Abonnement eines Schutzengels."

13. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • arte.tv

Die Geschichte erscheint Thomas Neuhauser oftmals zu kalkuliert. "Was die Figur dennoch interessant macht, ist die von August Diehl zwar nervend, aber gerade dadurch überzeugend dargestellte Haltung, sich in dieser Stadt mit ihren eigenen Regeln zwar unvoreingenommen auf alles einlassen zu können, so als gehörte man schon dazu, dabei aber selbst nicht wirklich davon tangiert zu werden. Marc verhält sich so, als könne er spontan eintauchen und die Szene nach Belieben jederzeit wieder unbeschadet verlassen, frei nach dem Motto "Turn on, tune in, drop out", was aber schon zu Timothy Leary-Zeiten - und damals auf die Drogenerfahrung bezogen - nicht für jeden ein guter Rat war."

13. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • Deutschlandradio

Anke Leweke ist enttäuscht. "Gedreht wurde der Film an Originalschauplätzen in Kolumbien, mit Darstellern, die aus der Szene kommen, die ihre eigene Geschichte mit auf die Leinwand bringen. Doch leider weiß der Regisseur Tom Schreiber weder diese Authentizität noch die interessante Ausgangssituation des Films zu nutzen. Statt die Geschichte eines jungen Mannes zu erzählen, der erfahren muss, dass in fernen Ländern und Regionen andere Gesetze, Regeln und Maßstäbe herrschen, verliert sich DR. ALEMÁN immer mehr in einer voraussehbaren Thrillerhandlung. Schade!"

12. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • br-online.de

Kisten Liese nennt DR. ALEMÁN eine packende Mischung aus Sozialdrama und Thriller. Der Regisseur schildert alles "ohne Anflüge von Kitsch und ohne Schwarzweißmalerei, auch wenn es eine Zeit lang so aussieht, als inszeniere er den Gutmenschen Marc als ein Vorbild und dessen Chef Dr. Méndez (Hernán Méndez) als feigen Egomanen. Am Ende siegt die blutige Realität über allzu romantisches Wunschdenken. Dabei ist es eine zarte, anrührende Liebe, die sich zwischen Marc und Wanda anbahnt. Eine Liebe, die sehr eindrücklich nachzeichnet, wie die anfängliche Anziehung zwischen zwei kulturell so unterschiedlich Verwurzelten kontinuierlich einem unbehaglichen Befremden weicht."

10. August 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz hat einen großem Realismus ausgemacht. Immer wieder folgen der Kameramann "August Diehl wie ein Kriegsberichterstatter mit der Kamera, begleitet ihn auf seinen Exkursionen ins Herz der Finsternis, lässt die Leere seines Protagonisten mit der zynischen Abgebrühtheit der Ghettokids von Siolé zusammenprallen und so bereits vor dem Ende ahnen, dass der DR. ALEMÁN trotz aller Annäherung an das wahre Leben der Elendsviertel nichts von den Gesetzen verstanden hat, die hier herrschen."

31. Juli 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • programmkino.de

Eine ernüchternde Beobachtung über die Spirale von urbaner Gewalt in Lateinamerika hat David Siems gesehen. "Der Film ist frei von moralischen Statements oder Vorwürfen, er seziert lediglich die endlos pulsierende Gewalt, verzichtet dabei aber aus ästhetischen Gründen auf die Darstellung solcher. Die Brutalität und ihre Folgen spielen sich hier in den Gesichtern ab, die allesamt von größter Erschöpfung und Müdigkeit gezeichnet sind. An die Ursachen wagt sich der Film lieber nicht heran und vermeidet Spekulationen über Drogen und andere Ursprungsmächte. Das wäre des Guten wirklich zuviel gewesen. Stattdessen darf August Diehl hier selber Kokain schniefen und seine missliche Lage für die Dauer des Rauschs einfach wegfeiern."

31. Juli 2008 | DR. ALEMÁN • Kritik • programmkino.de

Für Thomas Engel erzählt der Film die Geschichte eines Mannes in der Fremde, der nicht mit allem fertig wird, was auf einstürzt. "Eine eher ausgefallene, handlungsmäßig zuweilen etwas disparat dargestellte Persönlichkeitsbeschreibung, die jedoch deshalb anzusprechen vermag, weil dieses Leben und das Ambiente, in dem es sich abspielt, derart unmittelbar und realistisch präsentiert wird. August Diehl als Marc Jimenez-Tränker war außerdem der Garant dafür, dass neben dem 2006 mit einem Preis bedachten Drehbuch und Tom Schreibers oft zupackender Regie die künstlerisch-darstellerische Seite nicht außer Acht gelassen wurde."

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