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DIESE NACHT

DIESE NACHT

Regie Werner Schroeter
Kinostart 02.04.2009

Kritiken • DIESE NACHT

04. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker meint, dass der Zuschauer sich dieser Nacht einfach überlassen müsse: "Rainer Werner Fassbinder hat über Schroeter einmal gesagt, er habe seinen Platz irgendwo zwischen Lautréamont, Novalis und Céline. Mit diesem zerstörerisch-schönen, untergangsleuchtenden Nachtstück des Kinos hat er ihn endgültig eingenommen."

02. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl lobt die traumwandlerische Kamera, die theatralischen Dekors, die abgründige Stadtlandschaft. "Das Ende ist nicht nur deswegen absehbar, weil es für Geschichten dieser Art lang eingeführte Konventionen gibt, sondern weil die Situation, die Werner Schroeter heraufbeschwört, von Beginn an nicht durch Offenheit charakterisiert ist. Es ist im Gegenteil ein geschlossenes, ein sich schließendes Universum, in dem eine eigene Zeitrechnung gilt. Nicht von ungefähr wird an einer Stelle das berühmte Hörspiel vom "Krieg der Welten" von Orson Welles zitiert, das mit der Stimme des mutmaßlich letzten Menschen auf dem Planeten endet."

02. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist dem Filmemacher begegnet.

02. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland ist angetan. "Für seine lange Reise bis ans Ende der Nacht findet Werner Schroeter einmal mehr bestechend schöne Bilder und Momente, die mal an eine Oper erinnern, mal an einen Geistertanz. Sie fügen sich zu einem völlig unzeitgemäßen Film. Eine Ode an die Schönheit, eine Anklage der Wirklichkeit und in beidem eine Summe von Werner Schroeters Werk. Faszinierend, wie Werner Schroeter jede Konzession an den Zeitgeist vermeidet, und trotzdem ein heutiges Publikum zu fesseln vermag."

02. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • Neues Deutschland

Gunnar Decker ist vollauf begeistert. "Es ist ein heilendes Wissen, das nichts bewirkt, das nichts abwendet, das den baldigen Tod nicht verhindern kann – und doch eine Gesundung ist, von einem, der am Ende klarer blickt. Eine große Allegorie, ein ungewöhnlicher, ein tief unzeitgemäßer und darum so notwendiger Film! Die Apokalypsevisionen eines Thüringers des Weltkinos, der für diese Todesangst-Überwindungselegie beim Filmfestival in Venedig 2008 den Großen Preis der Jury erhielt."

01. April 2009 | DIESE NACHT • Kritik • br-online.de

Laut Margret Koehler folgt der Regisseur der klassischen Dramaturgie. "Wie in den meisten seiner Filme verbindet er eine spezielle Form der Lyrik mit einer Kombination von hässlich und schön, Horror und Liebreiz, Grausamkeit und Zärtlichkeit. Um die Desillusionierung optisch zu unterstreichen, wurde nur nachts und in Dunkelheit gedreht. Unter der Musik von Mozart, Rossini oder Liszt öffnet sich ein visueller Sog, ein alptraumhaftes Universum in opernhafter Opulenz und bombastischen Bildern wie aus einer anderen Welt. Einer Welt der Verderbtheit, die Verderben bringt."

23. März 2009 | DIESE NACHT • Kritik • film-dienst 07/2009

Ulrich Kriest stellt folgendes fest: " So düster und apokalyptisch Werner Schroeters Film zu sein scheint, letztlich singt er ein Hohelied der Liebe und der Sehnsucht, auch oder gerade in Zeiten, in denen in jeder Hinsicht Ausnahmezustand herrscht. Inwieweit dieses Moment nun wieder (politisch) naiv oder geradezu obszön ist, inwieweit hier der Schrecken zur Feier der Schönheit missbraucht wird, das hängt davon ab, wie weit man gewillt ist, Werner Schroeters radikaler Kunst-Ideologie der Schau- und Hör-Lust zu folgen."

21. März 2009 | DIESE NACHT • Kritik • critic.de

Im Todesstrudel der letzten Nacht geht es ums nackte Leben, stellt Nino Klingler fest. "Doch wäre das als Fazit viel zu eng, zu schlicht. Vielleicht mag dies die große Gefahr eines visuell so reichen Erzählens sein: dass es immer einen Überschuss an Information, einen Mangel an Bestimmtheit gibt. Doch ist es auch dieser Überschuss, der, weil er reichlich schenkt, das Leben selbst in den düstersten Orten bezeugt. Bilder sind immer mehr als nur Repräsentation, Werkzusammenhang, Szenenfolge. Sie appellieren ans Empfinden, sie öffnen sich zum Gefühl hin und erzählen Tausende Geschichten."

01. März 2009 | DIESE NACHT • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns entdeckt viel Lebenslust. "Wie ein Außenstehender bewegt sich Greggorys Ossorio durch die Nacht, beobachtet von Alkohol und Tanz erschöpfte Nachtclubbesucher, ein kleines Mädchen, das auf den Straßen Blumen verkauft, und andere Gestalten der Nacht. In kurzen Auftritten versammelt Schroeter hier Schauspieler wie Bulle Ogier, Sami Frey oder Natalie Delon, die kommen und gehen, sich in den Sog der losen Geschichte fügen, an deren Ende zwar der Tod steht, vor dem jedoch intensiv gelebt wurde."

01. März 2009 | DIESE NACHT • Kritik • programmkino.de

Insgesamt ist der Eindruck bei Thomas Engel ebenso fremdartig wie furios und "schön". "Die negativistische Endzeithandlung wird charakterisiert durch Szenen und Bilder der Bedrückung und Angst, der Provokation und des Apokalyptischen, des Pathos und Melodramatischen, der Magie und des Artifiziellen. Die internationale Kritik ist sich einig, dass es sich um ein außergewöhnliches Werk handelt, ein schwieriges auch, ein ausgefallenes, das nicht zuletzt wegen einer komplizierten Montage die Anteilnahme des Betrachters erfordert."

01. März 2009 | DIESE NACHT • Kritik • kino-zeit.de

Vieles wirkt für Silvy Pommerenke überzeichnet und gewollt. "Sei es, dass die Statisten am Rande des Filmgeschehens durch übertriebene Gestik und Mimik die Aufmerksamkeit versuchen auf sich zu ziehen, oder aber im Gegenteil zu Skulpturen erstarren, als würde man auf die Pause-Taste des DVD-Players drücken, so wirkt alles zu sehr gekünstelt und inszeniert. Auch dass Werner Schroeter die Handlung in die Gegenwart verlegt und nicht als surrealistisches Drama der vierziger Jahre belassen hat, wirkt sich nicht gerade positiv auf diesen existenzialistisch anmutenden Film aus."

01. Februar 2009 | DIESE NACHT • Kritik • filmz.de

Linksammlung des Films.

06. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus ist enttäuscht: "Mit langsamen Kamerafahrten und stilisierten Totalen verharrt Schroeter bei der Künstlichkeit und den Überhöhungen von einst. Es ist eine reflexhafte Ästhetik, eine Form, der das Thema abhanden gekommen ist. DIESE NACHT wird zur Parabel, die auf nichts als sich selbst verweist."

06. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • telepolis.de

Einen unverwechselbaren Schroeter sah Rüdiger Suchsland. "Stilisiert, melodramatisch, sonambul und hochgradig artifiziell. Die Handlung dreht sich um ein faschistisches Regime in irgendeinem Land, vermutlich Lateinamerika - aber man spricht französisch -, und lässt sich am ehesten als Paranoia-Thriller mit Anspielungen auf Grimms Märchen begreifen. Es geht um politischen Opportunismus, Kollaborationsmentalität und ihren Preis. Großartige Bilder und Momente, aber ein rätselhafter Gesamteindruck fügen sich zu einem völlig unzeitgemäßen Film. Faszinierend, wie Schroeter jede Konzession an den Zeitgeist vermeidet."

04. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Der Spiegel

Ganz achtbar nennt Wolfgang Höbel den Film. "Sehr überzuckert und bizarr ist das alles anzusehen, als Folterkammer dient ein Kirchenraum samt Kruzifix, vor dem auch mal ein Penis lustig herumgeschlenkert wird, als wolle dessen Besitzer im Stil von Josephine Baker tanzen. Aber immer wenn es schwer erträglich ist, setzt Schröter wunderschöne Musik von Mozart, Rossini oder Haydn ein. Einer der zentralen Sätze des Helden lautet denn auch: Er sei in dies Stadt gekommen, weil man hier wenigstens mit Musik sterben könne."

04. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Berliner Zeitung

Schon immer schienen Schroeters Figuren aus jedem Koordinatensystem gefallen, schreibt Anke Leweke. "DIESE NACHT spielt in einem namenlose Land in permanenter Nacht. Die Cholera ist ausgebrochen, auf den Straßen treibt das Militär sein brutales Unwesen. Der Diktator ist ein kleiner Mann mit Granatengürtel auf rotem Samtsessel, die Bösen tragen schwarze Ledermäntel und foltern Frauen in tief dekolletierten Abendkleidern. Spätestens wenn ein schwuler Gefangener vor einer Jesusfigur die Hose runterlassen muss, weiß man, dass Schroeters Überhöhungen ins Leere weisen."

03. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh hat sich nicht ganz von den Film überzeugen lassen. "Schroeter ist freilich ein Regisseur, der der Dekadenz durchaus etwas abgewinnen kann, weil sie Wertesysteme aufknackt. Im Chaos kann er nach den Leidenschaften forschen, die hier direkter, ungestümer an die Oberfläche drängen. Der Film bannt diese Kräfte jedoch zu sehr durch seine ostentative Künstlichkeit, die ein wenig anachronistisch wirkt. Thomas Plenerts Kamera bewegt sich mit Ossario durch bühnenhaft barocke Settings, die manchmal zu wundersamen Stillleben einfrieren."

03. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christina Tillmann ist DIESE NACHT "Eine lange Reise ans Ende der Nacht, eine Liebe in den Zeiten der Cholera und ganz nebenbei ein weiteres Beispiel für das in diesem Jahr so beliebte Festivalthema 'misshandelte und geschändete Frauen' ... Eine finstere Machtphantasie, diese Rückkehr des Werner Schroeter nach seinem letzten Erfolg mit MALINA 1991 – und ein absurd aufwändiger Film, der der Oper mehr schuldet als Vorbildern wie DER DRITTE MANN – und der bei allem Aufwand eigenartig leerläuft. Schon bei der Pressevorführung gab es Buhs. Nein, dieser Film wird wohl keinen Erfolg haben."

03. September 2008 | DIESE NACHT • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Susanne Ostwald ist dies der bisherige Tiefpunkt des Festivals. "Schauplatz ist eine beliebige, von einer Militärdiktatur besetzte Stadt in Lateinamerika, und Schroeter will wohl die Mechanismen von Gewalt und Dekadenz ergründen. Herausgekommen ist unerträglicher handwerklicher Kitsch von hündischem Ehrgeiz. Juan Carlos Onetti, der uruguayische Autor der Romanvorlage, kann einem leidtun."

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