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BIRDWATCHERS

BIRDWATCHERS

Regie Marco Bechis
Kinostart 16.07.2009

Kritiken • BIRDWATCHERS

06. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Leweke geht es hier "um große Themen wie den Fluch der Globalisierung, den Verlust eines Lebensraums, um den Rassismus weißer Brasilianer gegenüber den Ureinwohnern. Verzweifelt schreit ein junger Indio in traditioneller Kriegsbemalung seine Wut heraus über die Gewalt, die seinem Volk angetan wird. Trost bieten in BIRDWATCHERS nur der Urwald mit seiner mystischen Atmosphäre und ein Fluss, an dessen Ufer es zu kurzen, zart utopischen Begegnungen zwischen Ureinwohnern und Weißen kommt."

06. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Die Zeit

BIRDWATCHERS braucht keine lineare Handlung, weil er sich ganz auf die Lebenswirklichkeit seiner Figuren einlässt und auf das, was dahinterliegt, schreibt Katja Nicodemus. "Er zeigt die Grundbesitzertöchter, die bei Fliegensummen am Pool dösen. Er filmt die Indios in ihren kargen Plastikzelten und den weißen Aufseher, der sie in seinem nicht minder kargen Wohnwagen bewacht. Immer wieder eröffnen die Bilder einen mystischen Raum, in dem Körper erst einmal Körper sind und dann erst jung oder alt, weiß oder braun, reich oder arm. Hier ist der Dschungel ein magisches System, in dem sich Menschen in kurzen utopischen Liebesmomenten begegnen. Und dann wieder ein Wald, an dessen Bäumen sich Indios erhängen."

05. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte will diesen Film nicht als Doku-Drama bezeichnen. "Wie vor Jahrzehnten der große Filmerzähler Robert Flaherty fasst Bechis das reelle Drama in dramatische, aber dennoch stille Bilder. Die Sicherheit der Bildkomposition ist dabei immer auch eine Garantie für Diskretion. Von der ersten Szene an nimmt dieser Film gefangen: Da erspähen wir mit den Vogel-Schauern die vermeintlich unentdeckten, halbnackten Ureinwohner. In der zweiten Szene holen sie sich den spärlichen Lohn der Inszenierung. Für einen spärlichen Wettbewerb ist dieser hypnotische Film tatsächlich Lohn genug."

04. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Der Spiegel

Für Wolfgang Höbel tritt Regisseur Bechis "als kämpferischer Moralist für die Sache der Indios auf, sein Film aber ist klüger als sein Schöpfer und beobachtet die Figuren mit Geduld und sanftem Humor. Die reichen Weißen etwa wirken eher hilflos als böse und wie Schachfiguren in einem schwer durchschaubaren globalen Wirtschaftsspiel. Am Ende kommt es natürlich doch zur tödlichen Konfrontation - und vielleicht ist es gerade dieser fast ein bisschen enttäuschende Schluss, der BIRDWATCHERS im Kampf um die Goldenen Löwen ... den entscheidenden Vorsprung verschafft."

03. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord demontiert der Regisseur Klischees über "edle Wilde". "Bechis liegt nicht daran, die Dichotomie von edler Ursprünglichkeit und Unheil bringender Zivilisation intakt zu lassen; er idealisiert die Indianer so wenig, wie er den Großgrundbesitzer dämonisiert. Die Sphären vermischen sich, Feindseligkeit und Neugier gehen Hand in Hand. ... BIRDWATCHERS ist ein toller Film: keine billigen dramaturgischen Tricks, keine simple Opfer-Täter-Logik, indigene Laiendarsteller, die neben den professionellen Schauspielern ohne Not bestehen. Der Film verzichtet außerdem darauf, eine Hauptfigur hervorzuheben; er hat das seltene Talent, von einem Kollektiv zu erzählen."

03. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Der Standard

Schon der Beginn hebelt gewohnte Betrachtungsweisen von Kulturen auf geschickte Weise aus, meint Dominik Kamalzadeh. "Was den Film so beeindruckend macht, sind seine differenzierten Beobachtungen und Verschiebungen. Das kulturelle Nebeneinander wird im Bild manifest - im Blick auf den jeweils anderen -, aber auch zunehmend unreiner. Die Rückeroberung wird wie ein Schachspiel geführt, bei dem es Verhandlungsraum gibt. Die Eingeborenen erweisen sich als gewiefte Taktiker, gerade den Frauen kommt eine wichtige Rolle zu. Trotzdem erzählt Bechis von Unvereinbarkeiten, die irgendwann eskalieren."

03. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Susanne Ostwald enthält sich der Film "jeglicher politischer Korrektheit und zeichnet ein sehr differenziertes, treffsicher zynisches Porträt der Antagonisten, deren zaghafte Annäherung am Ende doch scheitert."

02. September 2008 | BIRDWATCHERS • Kritik • telepolis.de

Ohne Klischees in die philo- und teilweise auch anti-indianische Richtung kommt das nicht ganz aus, bemerkt Rüdiger Suchsland, aber der "Film mischt ein modernes sozialrealistisches Politdrama, wie es auch von Ken Loach erzählt werden könnte, mit der Tradition der Landnahmewestern, in denen Hollywood gern Viehhirten gegen Farmer, und weniger gern manchmal auch Weiße gegen Indianer streiten ließ."

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