| Regie | Guillermo Arriaga |
| Kinostart | 26.05.2011 |
Völlig angetan war Christian Alt von den Kamerafahrten. "Von Beginn an hervorstechend sie die grandios gefilmten Landschaften Robert Elswits. Elswits Bilder sind mehr als bloße Szenerie, egal ob heiße Steppe oder verregnetes Seattle. Er erschließt sie als Lebensraum der Charaktere. Sie wirken auf die Charaktere zurück, machen manches Verhalten erklärbarer."
Nino Klingler resümmiert: "Die gedeckten Töne seiner Einstellungen und der fast vollständige Verzicht auf die Handkamera machen aus AUF BRENNENDER ERDE (
) in Verbindung mit dem ruhigen Fluss der Montage (Craig Wood) und der ungewöhnlich niedrigen Schnittfrequenz ein klassisches, fast schon anachronistisches Filmerlebnis. Die Inszenierung konzentriert sich somit ganz und gar auf Guillermo Arriagas Script, und an diesem muss der Film letztlich gemessen werden. Hier nun fällt das Fazit schwer: einerseits unplausibel, emotional leer und auf enervierende Weise ernst, andererseits jedoch intellektuell anspruchsvoll und interessant in seiner diskontinuierlichen Organisation. Wie ein feinmaschiges Gewebe aus Beton."
Peter Claus lobt die beiden Hauptdarstellerinnen. "Neben Kim Basinger kann Charlize Theron ihr Können voll und ganz entfalten. Die zwei bewahren den Film davor, in die Untiefen eines Rührstücks abzurutschen."
Katja Lüthge ist angetan von einer weiblichen Neuentdeckung. "Wunderbar ist allerdings Jennifer Lawrence (WINTER´S BONE (
)) als unberechenbarer Teenager; sie verleiht dem Film einige wahrhaftige Momente."
Auf brennender Erde (
) ist für Frederik König ein Film, der sowohl inhaltlich als auch formal über Erinnerungen von Menschen nachdenkt und die Narben aufzeigt, die sie manchmal hinterlassen. "In ruhigen langen Einstellungen gefilmt, verfolgt der Film meditativ seine Figuren. Trotz oder gerade wegen der reduzierten Kameraarbeit von Robert Elswit steckt jedes Bild dieses Films voller Spannung, die von dem verkörperten Schicksal seiner Figuren ausgeht. ... Auf diese Art beweist Guillermo Arriaga auch auf visueller Ebene einmal mehr, daß Film das Medium der Erinnerung ist: Das Kino, seine Geschichte(n) und Figuren leben von unseren Erinnerungen, denn letztlich sind sie Ursprung jeglichen inneren Konflikts."
Susanne Ostwald hat mehr erwartet. "Arriagas Dramaturgie der Gleichzeitigkeit an verschiedenen Orten, die sich in seinem Skript zu Iñárritus Film BABEL (
) in solch beeindruckender Weise präsentiert hatte, sei in diesem Fall zu durchschaubar, so der einhellige Kritikertenor, und daher krankt der Film ausgerechnet an seinem Drehbuch."
Für Anke Leweke ist der Regisseur "ein Meister des virtuos verschachtelten Erzählens, der parallel geführten Handlungen und sich spiegelnden Figuren. ... Doch das konfliktreiche Verhältnis wird auf fast schon penetrante Weise bis ins letzte psychologische Detail erklärt. Arriaga nimmt den Figuren jedes Eigenleben und reduziert sie auf große Leidende. Mit aller Kraft zwingt er seine durch Schuld und Schicksal verbundenen Figuren in ein moralinsaures Ende von Vergebung und Erlösung."
Für Christina Tillmann ist dies ein Favorit: Der Film verschränkt "so virtuos Ort und Zeit, dass der Zusammenhang erst nach zwei Dritteln des Films zu ahnen ist. Bis dahin folgt man vier Personen durch ihr Leben: einer frustrierten Ehefrau, die eine Affäre beginnt, ihrer Tochter, die sich in den Sohn des Liebhabers ihrer Mutter verliebt, einem alleinerziehenden Vater in Mexiko, der sein Geld damit verdient, per Flugzeug Insektenpestizide zu versprühen – und einer frustrierten Restaurantchefin, die einsam lebt, trotz vieler Liebhaber. Gerade Charlize Theron legt eine derartige Härte in ihre Rolle, dass es schwer auszuhalten ist."
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