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THE WRESTLER

THE WRESTLER

Regie Darren Aronofsky
Kinostart 26.02.2009

Kritiken • THE WRESTLER

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Berliner Zeitung

Mickey Rourke spielt laut Anke Westphal die Rolle seines Lebens. Der Film "das erstaunliche und großartige Vehikel eines Stars, der seine Hollywood-Karriere durch Alkohol, Drogen, Faustkämpfe und misslungene Schönheitsoperationen ruiniert hat, aber spätestens seit Frank Millers Comic-Adaption SIN CITY ein glorreiches Comeback erlebt. Solche gefallenen Engel wie Mickey Rourke, die sich gewissermaßen verbrennen, die sich selbst rücksichtslos als Material behandeln, liebt Hollywood ebenso sehr wie es Comeback-Geschichten liebt. Wie beerbt man seine eigene Biografie? Das ist die Frage, die Randy The Ram und Mickey Rourke Rourke gleichermaßen betrifft."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Jungle World

Berechenbar nennt Jürgen Kiontke das Comeback. "Darren Aronofsky, der Hardcore-Regisseur mit Hang zu experimentaler Strenge, hat sich mit Mickey Rourke ein passendes Objekt gesucht – und präsentiert ihn in ganz eigener Handkamera-Optik. Ken Loach und Michael Moore können einander hier die Hände reichen. Grenzerfahrung wird so symbolisiert, Unzivilisiertheit, kurz: das Animalische des Menschen. Randys Körper ist ebenso weichgeschlagen wie die Koteletts in dem Supermarkt, in dem er sich ein paar Dollar für den Lebensunterhalt verdient. Was ein Regieeinfall: Der Feierabend-Wrestler ist tagsüber Fleischereifachverkäufer."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Die Tageszeitung

Das Prinzip des Comebacks ist ein fester Bestandteil der amerikanischen Mythologie, stellt Dominik Kamalzadeh fest. "Mickey Rourke stattet seinen Helden mit einer Sanftmut aus, die seinen ungeschickten Schritten eine eigene Form von Melancholie verleiht. Selbst die alte Geschichte vom Barmädchen Cassidy mit dem guten Herzen, die auf die Avancen Randys eingeht, ist man bereit zu tolerieren, weil sie innerhalb dieser Erlösungsgeschichte durchaus stimmig erscheint. Außerdem ist sie symmetrisch angelegt: Wie Randy arbeitet auch Cassidy in einer Profession, in der man das eigene Fleisch ausstellt, und auch sie hat das beste Alter für diesen Job schon ein wenig hinter sich."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto hätte sich etwas mehr gewünscht. "Insgesamt ist THE WRESTLER (THE WRESTLER Trailer) dennoch viel weniger originell und radikal, als er sich gibt. Das Muster "Liebende Frau versucht todgeweihten Verlierer vom bitteren Ende fernzuhalten" hat eine lange Tradition, und Darren Aronofsky gewinnt ihm weder formal noch inhaltlich viel Neues ab. Im Vergleich beispielsweise zu Billy Wilders Trinkerdrama LOST WEEKEND (1945) bleibt Darren Aronofsky letztlich doch nur der Achtungserfolg."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn sah keine verklärten Leiber, sondern Menschen, die mit sich selbst ringen. "Am Ende schlägt in Mickey Rourkes Wrestler das Herz der amerikanischen Unterhaltungsindustrie - und zerbricht an den Gesetzen des gefräßigen Star-Konsums. Es ist erstaunlich, welch ruhigen, unspektakulären Ton dieser Film dabei anschlägt. Er beschönigt nichts und hat auch wenig zu verklären: Das Glücksversprechen, das nicht nur japanische Sumo-Ringer, sondern das nahezu jeder Sportfilm der Geschichte wie ein Leitmotiv vor sich her trägt: Es ist hier nicht mehr wert als ein Refrain in einer Country-Nummer."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • artechock.de

Laut Thomas Willmann traut sich der Film zu sagen: "Es gibt Dinge, die können manche Menschen, und Dinge, die können sie nicht. Die sind ihnen nicht gegeben. Auch zu Liebe und Familie gehört ein Talent – das sind nicht die magischen Alles(wieder)gutmacher für jeden.
Es gibt für manche Menschen andere Leidenschaften, andere Begabungen. Und es kann sein, dass diese sie einsam machen. Dass sie nicht in ihre Zeit und Welt passen. Und dass sie nicht gesund für sie sind.
Aber wenn man schon nicht wirklich die Wahl hat, dann soll man, verdammt noch mal, das tun, was man kann und was einen so glücklich macht, wie's halt nunmal geht. Und dass THE WRESTLER (THE WRESTLER Trailer) dazu den Mut hat, das macht ihn von einem großartigen Film zu einem wahrhaft großen."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • perlentaucher.de

Thomas Groh mag den Regisseur nicht. ""Ram" ist eine typische Figur im überschaubaren Filmkosmos des einst als Wunderkind gefeierten Indie-Regisseurs Darren Aronofsky. Ob der faustische Informatiker in PI - DER FILM (1997), die Süchtigen in REQUIEM FOR A DREAM (2000) oder der manische Wissenschaftler im Esoterik-Liebesschinken THE FOUNTAIN (2006): allesamt sind sie getriebene Figuren im Kampf vor allem mit den Widerständen in sich selbst, die ein nirwana-artiges Seelenheil erst in der entgrenzenden Zertrümmerung des eigenen Ichs, in einer Überwindung des Selbst durch Subjektzerschlagung erfahren."

26. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • telepolis.de

Abgründe des Showbiz, Körperspektakel, Schmerz und Nacktheit nahm Rüdiger Suchsland war. "Es sind vor allem zwei großartige Einfälle, die den vierten Spielfilm von Darren Aronofky tragen und zu einer außergewöhnlichen Zuschauererfahrung machen. Der eine ist der extrem genaue, zum Teil in quasidokumentarischem Realismus präsentierte Einblick ins Wrestlermilieu. Das kannte man bisher nicht, und der Regisseur kostet seinen Schauplatz in allen Einzelheiten, Ritualen und Tricks, vor allem in seinen Abgründen und seinen bizarren Seiten genüsslich aus. ... Der zweite Einfall, der ganz auf dieser Linie liegt, und den Regisseur doch paradoxerweise vor entsprechenden Vorwürfen rettet, ist die Besetzung der Hauptrolle mit Mickey Rourke."

25. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Der Tagesspiegel

Grandios nennt Christian Schröder das Comeback. "Gäbe es Gerechtigkeit in dieser Welt, hätte er dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen müssen, für den er nominiert war. Denn besser war der inzwischen 56-jährige Schauspieler nie, auch nicht in RUMBLE FISH, ANGEL HEART oder BARFLY. Seine Rolle scheint mit der eigenen Biografie unterfüttert zu sein, die Parallelen zwischen dem Star, der tief stürzte, und dem abgehalfterten Wrestler liegen auf der Hand."

25. Februar 2009 | THE WRESTLER • Kritik • Der Spiegel

Darren Aronofskys Film handelt nicht nur von einem skurrilen Sport, sondern auch von der Gewalt der Schaulust, stellt Birgit Glombitza fest. "Der Film ist dabei komplexer als sein simpler Plot (Herausforderung, Comeback, Triumph beziehungsweise Scheitern) vermuten lässt. Am Ende ist es eine Geschichte über die Ungnade, die Maßlosigkeit und die Gewaltlust des Publikums selbst geworden. Das Publikum ist es auch, das "The Ram", der es in seinen glorreichsten Jahren immerhin bis zur Vorlage für eine Nintendo-Figur gebracht hat, zu weit gehen lässt. Der Illusionismus der Darbietung ist der Menge egal. Sie will glauben, dass sich Menschen auf Bestellung gegenseitig ihr Hirn herausprügeln. Und es will immer mehr davon."

08. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Berliner Zeitung

Eine klassische Geschichte sah Anke Leweke: Es geht um die Story eines Mannes, der einmal ganz oben war und jetzt ganz unten ist. Der sich aber nicht unterkriegen lässt. "Kurz: Ein Mann kommt mit sich selbst ins Reine. Am Ende geht der Wrestler noch einmal, ein letztes Mal in den Ring."

08. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Der Tagesspiegel

Dies ist die Geschichte einer Wiederkehr, schreibt Christina Tillmann. "Und es ist der Film des Mickey Rourke, der mindestens mit gleichem Recht auch als bester Hauptdarsteller hätte ausgezeichnet werden können: Er trägt den Film als One-Man-Show. ... Es ist die Geschichte einer Selbstzerstörung – Körperkult der extremen Art. Lange nicht mehr hat die Kamera dem Fleisch so viel Aufmerksamkeit gewidmet: da werden Achseln rasiert, Haare blondiert, Arme bandagiert, Wunden genäht. Die Rasierklinge, die im Ring den ultimativen Blut-Kick bringen soll, wird präpariert."

07. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • telepolis.de

Dieser handwerklich solide Film lebt vom Charme der Nostalgie, bemerkt Rüdiger Suchsland. "Vielleicht konnte sich Wenders mit diesem Mann, der längst seine eigene Legende ist, identifizieren. Jedenfalls beweist der Hamburger Filmprofessor, der einst mit dem Slogan "Opas Kino ist tot" angetreten war, spätestens mit dieser Entscheidung, dass er selbst zur Großvätergeneration gehört. So ändern sich die Zeiten."

07. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel ist begeistert: "Die beiden unsichtbaren Feinde, gegen die Mickey Rourke in diesem Wrestling-Film kämpft, sind das Alter und die eigene Vergangenheit. Rourke spielt einen mit riesigen Muskeln bepackten Dreckskerl, dem seine groteske blonde Haarlockenpracht bis kurz vor die Popofalte reicht."

07. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sah ein anrührendes aber kaum überragendes Melodram, simpel gestrickt um die unfehlbare Performance in seiner Mitte. "Der Regisseur hat den mystischen Surrealismus seines letzten Films, THE FOUNTAIN, eingetauscht gegen einen semidokumentarischen Filmstil, der das physische Spiel ungeschönt zum Ausdruck bringt - woran auch Rourkes vorzügliche Filmpartnerin Marisa Tomei erheblichen Anteil hat: Als abgetakelte Stripperin ist sie die zweite Nachtgestalt des Films. So sehr die semidokumentarischen Szenen mit den abgetretenen Wrestlern zu Herzen gehen - so eindimensional wirkt doch auf die Dauer die bedingungslose Empathie mit den letzten Freaks der Entertainment-Industrie."

06. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Die Tageszeitung

Beeindruckend findet Cristina Nord THE WRESTLER "vor allem deshalb, weil er der Körperabeit der Figur - und damit dem Körper Mickey Rourkes - so großen Raum lässt. ... Der Film weckt und bedient die Schaulust seines Publikums, ohne dabei je verschwiemelt ... Das macht THE WRESTLER zu einer aufrichtigen Hommage an die Spektakel und die Körperschauspiele der low culture. "

06. September 2008 | THE WRESTLER • Kritik • Der Standard

Für Dominik Kamalzadeh hat sich Mickey Rourke einen Schauspielerpreis verdient. "Rourke, der in den 80er-Jahren einer der charismatischsten Jungschauspieler war, allmählich absackte und durch missglückte Schönheits-OPs Schlagzeilen machte, ist perfekt für diesen Part: Die Wehmut übers abrupte Ende einer Karriere und den Kampf, an ein bürgerliches Leben anzuschließen, nimmt man ihm in jedem Moment ab. The Wrestler ist auch ein Film über Zurichtungen am Körper, über die Illusion der Shows und die Arbeit dahinter."

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