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WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD

WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD

Regie Julian Jarrold
Kinostart 20.11.2008

Kritiken • WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD

22. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer sah eine simple Abrechnung mit himmelschreiender Bigotterie. "Obwohl der Film scheinbar treu alle wesentlichen Grundzüge der Vorlage übernimmt, wird er ihrem Geist nicht gerecht. Nicht dass WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD wie jede Romanverfilmung verkürzt, verschiebt und verdichtet, ist das Problem, sondern dass der Film das zentrale Thema, das Verhältnis der Figuren zum Katholizismus nämlich, simplifiziert und verfälscht. ... Dabei ist das Ganze nicht einmal so verschnarcht inszeniert, wie von Fernsehmann Julian Jarrold vielleicht zu befürchten war. An der Oberfläche knistert und zischt hier so manches. Darunter aber ist WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD hohl und banal und damit das ganze Gegenteil des Romans."

21. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Der Spiegel

Der Film ist laut Daniel Sander viel zu vorsichtig, um selbst ein Klassiker zu werden. "So merkt man diesem Film auch an, wie viel Angst das Team um Regisseur Jarrold (GELIEBTE JANE) hatte, die Fans zu enttäuschen. Es regiert größtmögliche Vorsicht. Als Kulisse dient wieder genau das Schloss, das auch schon in der Serie das Brideshead-Anwesen darstellte, es wurde mit Emma Thompson, Matthew Goode, Michael Gambon und Ben Whishaw wieder ein exquisites Schauspieler-Ensemble verpflichtet, und auf größere Auslassungen in der Handlung wurde lieber verzichtet, hier und da wurde nur ein bisschen umgestellt und neu geordnet."

20. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Carmen Böker verlässt sich der Film "eher auf herrliche Bilder und die innigen Blicke binnen zweier Liebesgeschichten, als dass er das eigentliche Thema der literarischen Vorlage in die Zange nimmt, nämlich: Kann die Religion tatsächlich Halt geben in einer Zeit brutaler Umbrüche; wie kommt man ohne sie über Dramen hinweg? ... In seinem Vorhaben, die homoerotischen Komponenten stärker auszuweisen als im Roman, ist der Film auch nicht unbedingt wegweisend. Evelyn Waugh belässt es bei Andeutungen, womöglich weniger aus Schamhaftigkeit, sondern um eine gewisse nonchalante Modernität in besseren Kreisen widerzuspiegeln, die der biederen Realität keinesfalls entsprach."

20. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Die Tageszeitung

Ein in sich geschlossenes und stimmiges Werk sah Wilfried Hippen. "So ist es etwa erstaunlich, wie viel in den Kernszenen, die im Buch von brillanten Dialogen überquellen, lediglich durch Blicke erzählt wird. Und da Jarrod in deren Mittelpunkt die Liebesgeschichten von Charles Ryder mit Sebastian und Julia gesetzt hat, hat der Film ein dramaturgisch starkes Zentrum, das es möglich macht, viele der Nebenstränge anzureißen, ohne dass er dadurch seinen Erzählfluss verlieren würde. So ist der Mut des Regisseurs, vieles wegzulassen eine der der Qualitäten des Films - ebenso wie die grandiose Ausstattung, die nie so wirkt, als würde sie über Gebühr ausgestellt."

20. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Als großzügiges Gesellschaftspanorama bezeichnet Michael Kohler WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD. Der Zuschauer erlebt, "wie die bewunderte Familie am strikten Glauben der Mutter langsam zerbricht. Julian Jarrold ist dazu wenig mehr eingefallen, als Waughs zwiespältige Haltung zum Katholizismus einseitig zuzuspitzen und die Handlung auf teilweise entstellende Weise zu raffen. Vom Geist des Romans und seiner Fernsehadaption bleibt lediglich der modische Aspekt erhalten: der lässige Schick der Oberklasse, die feinen Manieren und subtilen Komplimente, eben das typisch Britische auf seinem letzten, bereits dem Untergang geweihten Höhepunkt. Ob dies genügt, um ein von Waugh noch unbelecktes Publikum zu faszinieren, weiß der Kritiker nicht zu sagen. In Kenntnis der Serie wurde ihm der Film nach einer guten Stunde zum rasant anwachsenden Ärgernis."

18. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • film-dienst 24/2008

Letztlich gelingt es, in diesem klug eingegrenzten Mikrokosmos viel von jenem Epochen-Bild zu spiegeln, das Waugh im facettenreicheren, weiteren Rahmen entwirft, lobt Felicitas Kleiner. "Der Film überzeugt dabei nicht nur durch seine visuelle Schönheit, sondern auch durch eine unaufgeregte Inszenierung, die bis auf wenige Ausrutscher melodramatische Effekte meidet. Auch der britische Schauspieler Matthew Goode, der als Charles Ryder in die Fußstapfen von Jeremy Irons tritt, enttäuscht die Hoffnungen nicht, die sein Auftritt in Woody Allens MATCH POINT weckte."

16. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Pia Horlacher sah einen opulenten Kostümfilm und die Chronik eines adeligen Untergangs. "Am Ende kommt man mit einer Befriedigung aus dem Kino, die allen Einwänden trotzt. Sie verdankt sich der inhaltlichen Substanz einer Vorlage, die zwar nie einen Spin Doctor gesehen hat, aber mit dem scharfen Intellekt eines Autors stimuliert, der seiner Zeit Zeitloses abgewonnen hat. Natürlich wimmelt es auch von prächtigen Schauwerten, wie sie im "period drama" stets die Augenlust befriedigen: erlesene Kostüme, glamouröse Schauplätze zwischen Oxford, London, Venedig und vor allem dem prunkvollen Landsitz der Marchmains, der für den Titel steht; dazu Schauspielerinnen und Schauspieler der ersten Garde (u.a. Emma Thompson als Lady Marchmain, Michael Gambon als ihr abtrünniger Gatte, Greta Scacchi als seine Geliebte)."

01. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • kino-zeit.de

Anne von der Gönne lobt die Darsteller. WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD könnte "zu einem weiteren beachtlichen Kostümfilm verkommen, wenn da nicht die herausragende Leistung von Ben Whishaw wäre. Er spielt den Abstieg des zarten Dandys zum mittellosen, schwerkranken Opfer seiner Familie mit einer solchen Intensität, dass es den Zuschauer einfach tief ergreifen muss. Whishaw erfindet eine kindliche Exzentrik voller zittriger Gesten und erschreckend konkreten Blicken. Allein schon deswegen sollte man dieses sensible und umfassende Zeitbild gesehen haben."

01. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns entdeckt Gemeinsamkeiten mit ABBITTE, sie sind "nicht zu übersehen, was die Stärken, aber auch die Schwächen anbelangt. Komplexe Romane voller Liebe und Krieg auf das Nötigste reduziert, schöne elegante Menschen in ebensolchen Kostümen bewegen sich durch wunderbare Gebäude und Landschaften, agieren distinguiert und plagen sich mit der Liebe. Auch in WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD ist das hervorragend gemacht, aber letztlich unterscheidet sich dieser Film in nichts von allen anderen ebenso typischen Vertretern des distinguierten britischen Kostümfilms. "

01. November 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel mag den Film. "In dem – den Roman bis zu einem gewissen Grade abwandelnden – Film wird das subtil und dramaturgisch schlüssig deutlich gemacht. Ein plausibles, sehr ausladendes Gesellschaftsbild sowie emotionale Persönlichkeitsbilder sind entstanden – Regie, Kamera, Ausstattung und Musik auf gleicher, ziemlich beachtlicher Höhe."

21. Oktober 2008 | WIEDERSEHEN MIT BRIDESHEAD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Susanne Ostwald hat geärgert. "Der Produzent des Films, Kevin Loader, gibt zu, dass man sich Freiheiten mit dem Roman genommen habe. Und obwohl Waughs Erben streng über sein Werk wachen, wie Loader zu berichten weiss, konnten sie offensichtlich nicht verhindern, dass die weitverzweigten Implikationen und Komplikationen des Glaubens, die Waugh beschrieben hat, derart verwässert wurden. Betont wurden stattdessen der melodramatische Aspekt der Geschichte sowie die sexuelle Ambivalenz."

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