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PAZAR

PAZAR

Regie Ben Hopkins
Kinostart 27.11.2008

Kritiken • PAZAR

29. November 2008 | PAZAR • Kritik • Die Tageszeitung

So ein Film passt prima in Zeiten, findet Birgit Glombitza. "Das ist manchmal etwas umständlich, aber durchgehend klug und liebevoll erzählt. Noch dazu von einem britischen Regisseur, Ben Hopkins, dessen tiefes Verständnis vom Leben, Arbeiten und Handeln in der Türkei verblüfft. ... Wer sich an den Vorgängerfilm noch gut erinnert, weiß, dass Ben Hopkins Kunst vor allem im Making-of einer Begegnung, einer Erinnerung liegt. So gesehen steht das Making-of zu PAZAR (PAZAR Trailer), sollte es überhaupt eines geben, unter vielleicht noch größerem Erwartungsdruck als der jüngste Spielfilm des BBC-Dokumentarfilmers."

28. November 2008 | PAZAR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn lobt besonders den Hauptdarsteller. "Für die Darstellung des Durchschnittsschelms, der um Unabhängigkeit ringt und mit seinen Lügen nur die Mafia bereichert, ist der türkische Schauspieler Tayanç Ayadin auf dem Filmfestival von Locarno zu recht als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Aber seine Kunst entfaltet sich erst im Rahmen der unaufdringlich Grenzen und Glaubenssätze verschiebenden Erzählung, die allzu menschliche Handlungen als Teil eines längst pervertierten Gewinnstrebens offenbart."

27. November 2008 | PAZAR • Kritik • Berliner Zeitung

Peter Uehling entdeckt die Logik, die für sich spricht. "Der Markt ist hier ein historisch mannigfaltig geschichtetes Gebilde und reicht vom orientalischen Feilschen bis hin zum internationalen Konzern. Aus der Froschperspektive wird hier Wirtschaft erklärt, und das so sachlich und unaufgeregt zunächst, dass man PAZAR (PAZAR Trailer) anfangs fast für einen Dokumentarfilm halten möchte. Die Kamera hält Abstand, der Schnitt ist ruhig. Aber das kann sich der Film leisten, weil er wunderbar gespielt und fotografiert ist und weil sich seine Geschichte mit einer Logik und Zwangsläufigkeit entfaltet, die für sich spricht."

27. November 2008 | PAZAR • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Daniela Sannwald überzeugt der Film. "Die nicht besonders spektakuläre Geschichte ist aber nicht die Hauptsache in diesem ungewöhnlichen Film über den globalen Kapitalismus: Vielmehr sind es die bizarren, kargen Winterlandschaften in der Weite Anatoliens, die bescheidenen Dörfer, die kargen Interieurs; und es ist vor allem die souveräne Beiläufigkeit der Darsteller, die noch in den kleinsten Nebenrollen authentisch wirken und bei aller Komik auch Bitterkeit zulassen."

25. November 2008 | PAZAR • Kritik • critic.de

Uneigennutz und Ausbeutung liegen nah beieinander, stellt Birte Lüdeking fest. Der Regisseur verichtet "auf Übersinnlichkeit oder Expressionismus und baut stattdessen auf eine schnörkellose Inszenierung, einen stringenten Handlungsverlauf und eine einnehmende Hauptfigur, die trotz ihrer Schwächen Sympathieträger bleibt. Das verdankt sie nicht zuletzt Tayanç Ayaydin, der für seine Darstellung des gewitzten Mihram beim Filmfestival von Locarno ausgezeichnet wurde. Am Ende trinkt Mihram wieder eine Tasse Tee. Die Welt ist immer noch verrückt, doch der Tee schmeckt ihm nach seinen Erfahrungen und Entscheidungen vielleicht etwas bitterer."

20. November 2008 | PAZAR • Kritik • film-dienst 24/2008

Das verhalten Zwischenmenschelnde bringt der Regisseur laut Bernd Buder auf den Punkt. "Das mit ruhiger Hand und Kenntnis örtlicher Mentalitäten inszenierte Drama über einen kleinen Handlungsreisenden versteckt seine politischen Botschaften unaufdringlich hinter einer persönlichen Geschichte und einer an Wim Wenders gemahnenden Musikauswahl. Die Filmmusik gestaltete der zwischen Klassik und Arabesque pendelnde Cihan Sezer, den Schlussakkord setzt der türkisch-jüdische Chansonnier Dario Moreno mit brüchiger Stimme."

01. November 2008 | PAZAR • Kritik • kino-zeit.de

Schade, dass sich der Regisseur nicht ganz auf die Individualität dieser Figuren verlassen hat, kritisiert Peter Gutting. "Stattdessen lädt er PAZAR (PAZAR Trailer) mit Moralvorstellungen auf. Der Onkel beklagt, dass der Neffe ein paar händlerische Spielregeln über Bord wirft, die in der verklärten alten Zeit als unantastbar galten. Und Mihram hat tatsächlich ein schlechtes Gewissen: Er hat sich geschworen, von nun an ein guter Mensch zu werden. In solchen Momenten nährt Ben Hopkins den Verdacht, dass er seine Figuren zu Trägern abstrakter Erkenntnisse missbraucht. Etwa der, dass es kein wahres Leben im falschen gibt und dass in der Konkurrenzgesellschaft die Guten den Kürzeren ziehen."

01. November 2008 | PAZAR • Kritik • br-online.de

Bitter findet Margret Köhler die Erkenntnis des Films. "Mihram hat noch nichts von Globalisierung gehört und steht für diejenigen, die unbeirrbar den alten Regeln folgen, von der Entwicklung überrollt werden. So versteht er in einer exemplarischen Szene nicht, dass man mit der Telekommunikationsgesellschaft nicht handeln kann, sondern Fixpreise bestehen. Auf der anderen Seite scheint es dagegen ganz normal, dass ihm der Grenzbeamte die Zigaretten wegnimmt, um sie selbst zu rauchen. Am Ende seiner langen Reise hat er seine Unabhängigkeit verloren und seine Selbstachtung."

01. November 2008 | PAZAR • Kritik • programmkino.de

Für Michael Meyns endet der Film mit seiner pessimistischen Erkenntnis "vollkommen konsequent und ganz im Sinne von Ben Hopkins Weltsicht. Einmal mehr scheitert der Außenseiter, der Individualist, bei seinem Versuch, gegen übermächtige, oft mysteriöse Institutionen zu bestehen. Nach dem angestrengten SIMON MAGUS und dem allzu experimentellen DIE NEUN LEBEN DES THOMAS KATZ scheint Ben Hopkins in der östlichen Türkei die Umgebung gefunden zu haben, die er für seine Talente benötigte. Das Ergebnis ist sein bislang überzeugendster Film.

01. November 2008 | PAZAR • Kritik • programmkino.de

Der Regisseur sucht sich laut Thomas Engel meistens kuriose Themen und Geschichten aus. Das ist wieder so eine. "Außerdem den zermürbenden tagtäglichen Kampf ums Überleben. Und dies in einer für den Westen weitgehend fremden Welt. Doch auch dort geht es immer weiter. Das ist dramaturgisch gleichermaßen clever, gefühlsstark und nicht zuletzt komisch gemacht. Mihram und sein Onkel haben auf ihrer schrägen Tour köstliche Szenen. Und auch die Darsteller der Elif und des Gauners Mustafa machen gut mit."

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