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HERBST

HERBST

Regie Özcan Alper
Kinostart 13.05.2010
Genre Drama

Kritiken • HERBST

01. März 2010 | HERBST • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Lena Kettner ist begeistert. "Özcan Alper ist ein eindrucksvolles Spielfilmdebüt über die Unabwendbarkeit des eigenen Schicksals und das menschliche Verlangen nach Akzeptanz, Wärme und Geborgenheit geglückt. Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und Toleranz, ob in der Türkei oder in anderen Ländern, in denen Menschen unterdrückt werden. Man hätte Yusuf von Herzen einen ersten Frühling in Freiheit gewünscht."

12. Mai 2010 | HERBST • Kritik • Berliner Zeitung

Ralf Schenk ist begeistert: Der wunderbare Film begegnet der Realität mit tiefer Melancholie. "HERBST ist ein wunderschöner Film, mit zauberischen Bildern der Berglandschaft im türkisch-georgischen Grenzgebiet: einer Natur, die sich mit Nebel und Regen in den in einen langen Winterschlaf verabschiedet, ganz wie der Held. Aus der Natur gewinnt Özcan Alper einige seiner berührendsten Motive: so wenn sich Yusuf zu den Männern des Dorfes setzt, die davon reden, dass man sich endlich dem Tourismus öffnen müsse, und ihre Stimmen plötzlich verschwinden, weil sich der junge Mann völlig auf eine Schnecke konzentriert, die majestätisch auf einem Baumstamm an ihm vorbei kriecht."

12. Mai 2010 | HERBST • Kritik • Die Tageszeitung

Kirsten Risselmann hat Fragen über Fragen. "Liebes junges türkisches Kino, warum nur bist du so häufig so, wie du bist? Warum wird in deinen Filmen immer so wenig gesagt, warum setzt du so beharrlich auf großformatige Landschaftsaufnahmen, auf schneebedeckte Berge, aufs aufgewühlte Meer, warum rinnen an deinen Fenstern immer Regentropfen herunter, warum fallen vor deinen Fenstern immer Herbstblätter zu Boden, während in einer völlig unbewegten 30-Sekunden-Einstellung der Protagonist aus melancholischen Augen nach draußen blickt? Warum spielen so viele deiner Geschichten auf dem Land und in traditionellen Zusammenhängen, obwohl deine AutorInnen, meist Anfang dreißig, als "Istanbul School" apostrophiert werden und ganz sicher auch in der Stadt beheimatet sind?"

09. Mai 2010 | HERBST • Kritik • film-dienst

Bernd Buder fragt: "Was bleibt nach dem politischen Engagement, wenn sich die Weltordnung verschiebt? Die politischen Veränderungen vollziehen sich hier ebenso im Schatten der Natur wie die Genese der Persönlichkeiten. Bei der Erörterung der Sinnfragen geht die Inszenierung behutsam vor, legt großen Wert auf die Psychologie des Protagonisten. Eine Reise ins innere Ich, dessen filmische Umsetzung souverän eine der Stärken des türkischen Autorenkinos ausspielt: die Beziehung zwischen Individuum und Landschaft."

09. Mai 2010 | HERBST • Kritik • br-online

Harald Steinwender sah eine bewegende Persönlichkeitsstudie. "Beiläufig liefert der melancholische Film dazu Bruchstücke aus den Biografien seiner Figuren. Vereinzelt bricht dokumentarisches Bildmaterial in die Handlung ein; Bilder von Hungerstreiks, Gefängnisrevolten und Polizeigewalt, mit denen der Film die Traumatisierung des Protagonisten illustriert. Warum Yusuf inhaftiert wurde und was ihm in einem der berüchtigten Hochsicherheitsgefängnisse nahe Istanbul zugestoßen ist, erfahren wir allerdings nie. Bis zuletzt bleibt HERBST ein sensibel und introspektiv erzähltes Spielfilmdebüt, das neben seiner meisterlichen Beherrschung der filmischen Mittel durch glaubwürdige Figuren überzeugt."

02. April 2010 | HERBST • Kritik • schnitt.de

Cornelis Hähnel wünschte sich mehr Lautstärke. "So ist HERBST in seiner Ruhe mitunter zu still, verläßt er sich doch oft zu sehr auf ein Wissen seitens des Zuschauers, das eine Kontextualisierung möglich macht, wo bei vielen vielleicht nur Ahnungen vorhanden sind. Zugleich aber wird durch diese Zurücknahme, trotz der spezifisch türkischen Thematik, eine Allgemeingültigkeit möglich, die eine emotionale Identifikation erlaubt. Und so streift man mit Yusuf durch die herbstliche Natur, den Tod vor Augen und das Wissen im Herzen, daß es dieses Absterbens bedarf, damit neues Leben entstehen kann."

01. April 2010 | HERBST • Kritik • programmkino.de

Wie David Siems weiß, verarbeitet der Regisseur in HERBST "einen Teil seiner eigenen Biografie: Ebenso im Gebirge an der türkisch-georgischen Grenze aufgewachsen und als Student gegen die antidemokratischen Gesetze aktiv – welche von den Siegern des Staatsstreichs in den 1980er Jahren eingeführt wurden – musste er mit ansehen, wie tausende von seinen linken Kommilitonen zu politischen Gefangenen gemacht wurden."

01. April 2010 | HERBST • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel ist begeistert. "Das alles ist ebenso meisterlich wie melancholisch. Der schleichende Filmrhythmus und die Ausweglosigkeit setzen dem Betrachter zu. Doch man kann ja nicht ausweichen: weder einem solchen Schicksal noch der an so vielen Orten gegebenen politischen Realität. Özcan Alper ist hier ein nicht unwichtiger Film gelungen. Und gespielt wird entsprechend: von Onur Saylak als Yusuf – hervorragend – und in der kleineren Rolle von Megi Kolbaladze als Eka. Preise gab es schon."

03. März 2010 | HERBST • Kritik • rationalgalerie

Hans-Günther Dicks sah politische Elegine, in Bildern statt Worten. Die "Kamera macht die schroffen Berge und Schneelandschaften mit ihren schnellen Wetterumschwüngen zu bestimmenden Handlungselementen, lässt uns Zeit, in den Gesichtern zu lesen, was nicht gesagt werden kann, und Thomas Balkenhols Schnitt beflügelt im raffinierten Wechsel von Ruhe und innerer Dramatik unsere Phantasie, bevor ihm ganz zum Schluss noch ein wahrer Genieschnitt gelingt."

01. Februar 2010 | HERBST • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

01. Februar 2010 | HERBST • Kritik • Herbst

Überblick zum Film auf moviepilot.de

08. August 2009 | HERBST • Kritik • outnow.ch

HERBST von Özcan Alper "ist ein sehr ruhiger und trister Film. Es wird kurz aufgezeigt, wie es den politischen Gefangenen während ihrer Haft ergangen ist. Danach präsentiert Alper vorwiegend Bilder aus der monotonen Berglandschaft, in welcher Yusuf aufgewachsen ist. Lange Shots, viel Natur und wenig Dialog und Musik. Für den Protagonisten geht es wohl vorwiegend darum, das Geschehene zu verarbeiten."

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