| Regie | Gus Van Sant |
| Kinostart | 17.07.2008 |
Daniel Kothenschulte ist begeistert von dem Musikstück in Bildern. "Nicht heroisch, aber verständlich wirkt diese sich ganz allmählich verdüsternde Charakterstudie gerade deshalb, weil uns Van Sant und sein langjähriger Kameramann John J. Campbell am visuellen Teil der Sehnsucht teilhaben lassen. Denn mit Schaulust hat Liebe durchaus zu tun, weshalb es Filmemachern ja auch so leicht fällt, uns zu Komplizen zu machen. Oder gar willige Mitstreiter zu finden, die helfen, einen ganzen Kinofilm für 25000 Dollar zu drehen. Und ein Regiedebüt wie eine erste Liebe zu betrachten."
Birgit Glombitza sieht in dem Film einen "verwunschenen Kosmos der unrettbar Einsamen. Als eine Welt, in der nicht nur illegale Migranten, sondern auch alle legalen Nordamerikaner verloren durch das eigene Leben driften. Obdachlose, Kriegsveteranen, Verrückte, Säufer, Kranke, das Panoptikum eines Landes, das sein einst so euphorisches Glücksversprechen schon lange nicht mehr für jeden Einwanderer wahr machen kann. Es ist schon erstaunlich, mit welcher stilistischen und erzählerischen Sicherheit sich Van Sant durch dieses Terrain der jugendlichen Außenseiter bewegt, dem mit dem ersten Bild und fortan für die noch folgenden Filme seine ganze Sympathie gehören wird."
Für Rüdiger Suchsland ist der Film Vielerlei: "Die Geschichte einer Amour Fou, deren Verortung im Schwulenmilieu denkbar beiläufig und in offenem Gegensatz zu Helden des "Queer Cinema" wie Derek Jarman oder Todd Haynes inszeniert ist – es geht hier um Liebe, nicht um "schwule Identität". Dann eine Untersuchung über Cultural Clashs und Rassismus in westlichen Gesellschaften (inklusive ihrer Homosexuellenszene, die Van Sant fern ist, zu verklären); überdies ein Film über Ausbeutung und Machtverhältnisse, eine Untersuchung über Entfremdung in der Moderne, in der auch der Körper in all seinen Verwertungsmöglichkeiten zum Handelsgut mutiert."
Viererlei hat Rüdiger Suchsland ausgemacht. "Die Geschichte einer amour fou, deren Verortung im Schwulenmilieu denkbar beiläufig und in offenem Gegensatz zu Helden des "Queer Cinema" wie Derek Jarman oder Todd Haynes inszeniert ist – es geht hier um Liebe, nicht um "schwule Identität". Dann eine gut beobachtete Untersuchung über Cultural Clashes und Rassismus in westlichen Gesellschaften (inklusive ihrer Homosexuellenszene, die Van Sant nicht zu verklären versucht); überdies ein Film über Ausbeutung und Machtverhältnisse, ein Essay über Entfremdung in der Moderne, in der auch der Körper in all seinen „Verwertungsmöglichkeiten“ zum Handelsgut mutiert."