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SO IST PARIS

SO IST PARIS

Regie Cedric Klapisch
Kinostart 17.07.2008

Kritiken • SO IST PARIS

19. September 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Der Spiegel

Für Lars-Olav Beier gelingt dem Regisseur ein aufregender filmischer Querschnitt durch die französische Metropole. "Der Regisseur muss mehr von der Stadt zeigen. So ist Klapischs Film immer in Bewegung, folgt den Figuren, bis ihre Wege sich kreuzen. Der leidenschaftliche Motorrollerfahrer Klapisch setzt die Stadt ins Bild, als durchquere er sie auf seinem Gefährt, mit wachsamen Augen, ständig den Blick wendend. Genauso, wie er sich seinen Weg durch Paris bahne, erzähle er auch Geschichten, sagt er. "Ich kenne mein Ziel genau. Aber ich weiß nie, auf welchem Wege ich hingelange. Manchmal muss ich eine Abkürzung nehmen, manchmal einen Umweg. Ob man filmt oder fährt - Paris bestimmt die Strecke, die man nehmen muss.""

17. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Die Tageszeitung

Jochen Schmidt ist des Lobes voll: Französische Schauspieler können großartig einfache Menschen spielen. "Als Autorenfilmer wählt Klapisch jede Einstellung bewusst, und selbst wenn die Geschichten das Klischee streifen, spürt man die Liebe für die Menschen. Und die Schauspieler scheinen sich bei ihm wohl zu fühlen. Französische Schauspieler haben ja ihren deutschen Kollegen voraus, "einfache Menschen" spielen zu können, ohne peinlich zu wirken. Dann darf der Fischhändler herzensgut sein, der Professor sich in die Studentin verlieben und die Sachbearbeiterin vom Sozialamt ein verkorkstes Privatleben haben, man stört sich nicht daran."

17. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Die Tageszeitung

Auf den ersten Blick ist dies eine europäische Variante von Robert Altmanns SHORT CUTS, aber als Inspirationsquelle liegt das Werk von Honoré de Balzac viel näher, meint Wilfried Hippen. "Auch dieser erzählte in der Form eines "planlosen, und doch so genau konzipierten Durcheinanders" (Dürrenmatt) vom Paris seiner Tage, und beherrschte dabei sowohl den hemmungslos melodramatischen Effekt wie auch die scharfsinnige, gesellschaftskritische Analyse. Diese verbirgt Klapisch zwar meist geschickt im Subtext, aber mit Figuren wie seiner rassistischen Bäckereibesitzerin verhindert er, dass sein Paris allzu verführerisch wirkt."

17. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Daniela Sannwald mag den Film: "Das Paris-Bild Klapischs ist nicht verklärend oder bezaubernd, seine weiten Totalen illustrieren weder die städtebaulichen Maximen Baron Haussmanns, noch ergänzen sie die Fotografien eines Henri Cartier-Bresson oder Robert Doisneau; damit enttäuscht Klapisch zwar die Paris-Romantiker, gewinnt einer der meistfotografierten und -gefilmten Städte der Welt jedoch tatsächlich neue Seiten ab. Ans geliebte Klischee erinnert nur noch seine furiose Eröffnungssequenz."

17. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Gerhard Midding lobt den Regisseur, weil er mehr bietet als nur bekannte Postkartenmotive von Paris. "Allerdings ist das kaleidoskopische Erzählen ... nicht nur eine altgediente, sondern auch erschöpfte Innovation. Die Logik, nach der sich die Dinge fügen, gehorcht den Gesetzen der Arithmetik. Nur der erzählerische Proporz entscheidet darüber, welche Liebesgeschichte Zukunft hat, welches Versprechen uneingelöst und welches Schicksal offen bleibt. Das Überraschende an Klapischs Film ist, dass es meist so ausgeht, wie man erwartet."

17. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok ist etwas enttäuscht: "Trotz pittoresk-brillanter Bilder, gekonnt choreografierten Ineinanders der Episoden und psychologisch genauer Zeichnung der Figuren sowie hervorragender Darsteller, vor allem Binoche, Luchini und Duris, – Klapischs Herzenssache hängt zu sehr an der touristischen Oberfläche. So geht es einem wie dem illegal eingewanderten Kameruner, der am Filmende die Ansichtskarte von Sacré-Coeur, die ihn in Afrika erreicht hatte, mit dem Original vergleicht – Hochglanzaufnahme und Ansicht der dem Herzen Christi geweihten Kirche sind identisch."

14. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • critic.de

Wäre SO IST PARIS ein Sozialporträt, wäre es für Frédéric Jaeger unerträglich. "Denn Klapisch hat über die Lebensumstände der Arbeiter und Immigranten kaum etwas zu sagen. Doch gerade die Darstellung der auseinanderklaffenden Welten innerhalb seiner Heimatstadt und das ehrliche Eingeständnis, kein einheitliches oder ausgewogenes Bild schaffen zu können, machen den Film aus. Die eigentliche Leistung besteht natürlich darin, diese Reflexion über die Ungehörigkeit bestimmter Verknüpfungen in einem höchst unterhaltsamen Rahmen zu vollziehen, der die Bruchstellen für einige Augenblicke fast vergessen macht. Denn so ist Paris: Es vereint, was sich nicht vereinen lässt."

01. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • br-online.de

Thilo Wydra sah Geschichten, die das Leben schreibt, diese kleinen Geschichten, die für jene, die sie leben, ganz groß sind. "SO IST PARIS ist ein Kaleidoskop unterschiedlichster Schicksale und Lebensentwürfe. Ein Baukasten, dessen Bauklötze zusammen genommen erst das Leben in seiner Vielfalt, in seiner Gänze ausmachen. Cédric Klapisch, der auch das Drehbuch dieser charmanten Pariser SHORT CUTS-Variation verfasste, erzählt vom Leben und vom Sterben, von Zweisamkeit und Einsamkeit, vom Zueinander-Finden und Sich-Trennen. Und er hat dafür ein ganz wunderbares Darsteller-Ensemble vor der Kamera vereint."

01. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • ray-magazin 07/08.2008

Laut Alexandra Seitz wird hier nicht das Bild von Einheit, sondern von Vielfalt, sowohl der Stadt als auch des Lebens betont. "Zu viel will Klapisch zwar, wenn er krampfhaft auch die Geschichte eines nach Paris flüchtenden Afrikaners hineinpackt, aber dank eines lustvoll aufspielenden Ensembles gelingt ihm doch eine charmante, teils hinreißend komische, teils schwermütige Liebeserklärung nicht nur an seine Heimatstadt, sondern auch an das Leben im Allgemeinen."

01. Juli 2008 | SO IST PARIS • Kritik • kino-zeit.de

Zahlreiche Handlungsfäden sind es, die Cédric Klapisch in seinem Kaleidoskop der Stadt Paris zu einem Handlungsteppich verknüpft, schreibt Joachim Kurz. "Mancher Zusammenhang zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und zahlreichen Figuren erschließt sich erst nachträglich im Gespräch über den Film. Und mancher Szenenwechsel gerät sehr abrupt, so dass nicht nur Paris, sondern auch dieser Film über die Stadt und ihre Menschen es Öfteren als Labyrinth erscheint, in dem man schnell die Orientierung und den Überblick verliert."

30. Juni 2008 | SO IST PARIS • Kritik • programmkino.de

Gerade das Chaos ist bei Klapisch gleichbedeutend mit Vitalität und Kreativität, schreibt David Siems. "Zwar gilt auch hier die scheinbare Filmregel, dass man aus jeder Pariser Wohnung den Eiffelturm sehen kann, doch in der Stadt der Liebe sind die Figuren rastlose Melancholiker, die sich nach nichts anderem sehnen als nach Liebe, die dennoch so schwer zu greifen ist. Das Paris von Klapisch ist ein Ort, an dem Gegensätze und Segregation herrschen und, wie die meisten Metropolen, von permanenter Komplexität gezeichnet sind. Neben Einsamkeit existiert hier auch Solidarität und Sich-über-den-Weg-laufen."

30. Juni 2008 | SO IST PARIS • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel fasst seine Kritik wie folgt zusammen: "Es ist ein für jeden der Beteiligten charakteristischer Reigen, bei dem auch die immer wieder eingestreuten Bilder der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Ein improvisiertes, durcheinander gewürfeltes, halbwegs originell erdachtes Stück Stadt, Dasein und Leben, gut inszeniert. Einige renommierte Darsteller wie Juliette Binoche, Fabrice Luchini, Romain Duris oder Albert Dupontel sind mit von der Partie. Auch sie geben dem Ganzen einen sehenswerten künstlerischen Anstrich."

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