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RÄUBER KNEIßL

RÄUBER KNEIßL

Regie Marcus H. Rosenmüller
Kinostart 21.08.2008

Kritiken • RÄUBER KNEIßL

21. August 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • Berliner Zeitung

Was den Regisseur interessiert, ist laut Alexandra Seitz die Kreuzung der beiden Genres Heimatfilm und Western. "Die Idee leuchtet ein, ist doch der Western im Grunde nichts anderes als die amerikanische Variante des Heimatfilms. ... So gesehen ist RÄUBER KNEIßL auch ein gelungenes Unterfangen. Wenngleich man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass Rosenmüller zugunsten seines sentimentalischen Entwurfs die Entwicklung ignoriert, die der amerikanische Western in den vergangenen zwei Jahrzehnten hin zur schonungslosen Abrechnung mit den eigenen Mythen genommen hat."

21. August 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • Der Tagesspiegel

Grundsolides Erzählkino ist das für Kerstin Decker. "Maximilian Brückner verkörpert den Kriminellen älteren Typs, den edlen Verbrecher, den schuldig Unschuldigen – verfolgt von der Polizei, insbesondere von Gendarm Förtsch. Thomas Schmauser, einst der überscheu verliebte Pennäler in NACH FÜNF IM URWALD gibt diese ebenso tölpelhafte wie aasige Provinzobrigkeit. Das Ganze entwickelt einen eigenen Sog der Ausweglosigkeit – verstärkt und besiegelt zugleich durch eine große Liebe (Brigitte Hobmeier) und ebenso große Bilder der tschechischen Landschaft."

19. August 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • br-online.de

Für Margret Köhler hält sich Rosenmüller "weitgehend an grundsätzliche Fakten und stilisiert Kneißl zum charismatischen bayerischen Anarchisten, der Widerstand leistet, sich über Autoritäten lustig macht und nicht beugen will, ungebrochen in den Tod geht. Stefan Biebls Kamera schwelgt in satten Farben, opulenten Sonnenauf- und -untergängen, entfaltet eine im deutschen Kino seltene visuelle Pracht. Die Lovestory zwischen Maximilian Brückner und Brigitte Hobmeier rührt in ihrer Einfachheit und durch die Ehrlichkeit der Gefühle, und immer wieder taucht sie auf, die Sehnsucht nach Amerika, die sich nicht erfüllt."

14. August 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • kino-zeit.de

Wenn Joachim Kurz "Rosenmüllers bisherigen Weg bedenkt, dann gründet sich sein Charme und sein Erfolg gerade auf die Aktualisierung und Wiederbelebung des Heimatfilms und nicht auf einen verklärten und mit Ideen übervollen Blick auf die Vergangenheit. RÄUBER KNEIßL passt in diese Verortung nicht wirklich gut hinein. Und doch wird dieser Film zumindest in Bayern seinen Weg machen – das garantieren schon die beiden Kultstars Marcus H. Rosenmüller und der "Schachermüller-Hias"."

14. August 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • film-dienst 17/2008

Josef Lederle entdeckt eine "Mischung aus Chronik und Ballade, nahe an den Fakten und doch mit märchenhaftem, bisweilen komödiantischem Gestus, was ein eigenartiges Changieren bedingt, in dessen Zwielicht nicht nur die Figuren ihre Bodenhaftung verlieren. ... [Es] entfaltet sich ein anregend-amüsantes, mitunter burleskes Drama, das durch seine lokalen Eigenheiten zumindest dort für sich einnimmt, wo man diese dekodieren kann. Nicht übersehen werden sollte aber, dass Rosenmüllers unbeschwerter Ausflug in die Gefilde des historischen Heimatfilms an eine grundsätzliche Grenze stößt: die der Typisierung."

30. Juli 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns findet es überaus sympathisch, dass sich der Regisseur nicht einem überregionalen Publikum anbiedert. "Ohne Frage ist Rosenmüller in Deutschland ein Unikat, seine Produktivität und Vielseitigkeit bewundernswert. Die Folge ist allerdings eine Ungeschliffen-, ja Unausgereiftheit, die zwar meist sehr sympathisch ist, der Gesamtqualität der Filme allerdings abträglich ist. Dass ein Genrefilm wie RÄUBER KNEIßL in Deutschland entsteht, ist begrüßenswert, aber er hätte noch viel besser werden können."

30. Juli 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel sah Vieles: "In vielen, kurz gehaltenen, aber treffenden und präzisen, historisch korrekten Passagen läuft dieses Leben des Mathias Kneißl, der Familie und der diese Umgebenden ab. Drama, Liebesfilm, Heimatfilm, Folklore, schöne Landschaftsbilder, Poesie, Familienszenen, Auflehnung gegen soziale Missstände und Behörden, Spannung, Tragödie – alles ist da, alles ist schlüssig zusammengefügt. Ein geschichtliches Schicksalsbild, ein guter Film."

29. Juli 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • critic.de

Dramaturgische Unausgegorenheiten hat Michael Kienzl ausgemacht, die auch nicht von den Schauspielleistungen ausgeglichen werden können. "Statt eines naturalistischen Spiels wird mit großen Gesten und lauter Stimme agiert. Mitunter wirkt der Einsatz dieser expressiven und körperlichen Darstellungsweise wie ein Versuch, das Lebensgefühl der damaligen Zeit wiederzubeleben. Doch mit dieser historisierenden Geste grenzt Rosenmüller seinen Film nur scharf von der Gegenwart ab und bleibt dem Zuschauer die Beantwortung der Frage schuldig, welche Relevanz die Geschichte Kneißls heute noch hat."

23. Juli 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • br-online.de

Laut Margret Köhler feiert der Film das Leben und die Liebe. "Die Stärke von Rosenmüller liegt in den poetischen Szenen, im gelungenen Mix aus Soap und Abenteuer, Kitsch und Gefühl. Nicht zu vergessen, das Western-Feeling. Wenn die Gendarmen den Stall stürmen, in dem er sich versteckt, ist das schon einer gegen alle, Western-Dramatik vom Feinsten. Der Stoff hat nichts an Aktualität verloren, Ungerechtigkeiten gibt es noch immer. Vielleicht wäre der Held heute ein zorniger Hartz IV-Empfänger und würde den Arbeitsagenturen das Fürchten lehren, wer weiß."

26. Juni 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • Der Spiegel

Ein gülledampfendes Krawallspektakel sah Wolfgang Höbel. "Selbst ansonsten ausgezeichnete Schauspieler treibt der Regisseur Rosenmüller in einen geradezu stummfilmhaften Ausdruckskrampf aus zitternden Lippen, knirschenden Zähnen und bebenden Fäusten. So wird RÄUBER KNEIßL zu einem wahren Horrorfilm. Wer die trüben Dialogsätze hört, die Rosenmüllers Helden aus den Mündern tropfen, wer die ungelenken Naturbeschwörungen aus Sonnenuntergängen und Waldesruh sieht, wer sich ins mit alten Schießgewehren und Fahrrädern beschworene Zeitkolorit einzufühlen versucht, der fängt an, Joseph Vilsmaier und Wolfgang Schleif als Intellektuelle unter den Heimatfilmregisseuren zu schätzen."

26. Juni 2008 | RÄUBER KNEIßL • Kritik • jetzt.de

Für Rainer Gansera ist der Film "stilsicher und packend als tragische Ballade und Melo-Moritat, die auch Züge eines bayerischen Western hat (etwa in der Bordell-Szene, oder beim Showdown, wenn unzählige Polizisten anrücken, um die Scheune, in der sich Kneißl versteckt hält, niederzumähen) [inszenier]. Rosenmüller umgibt seinen Helden mit dem Freiheitsmythos vom Räuber-als-Volksheld, ohne ihn zu glorifizieren, schenkt ihm eine bewegende Liebesgeschichte und erinnert daran, wie die Polizei im zynisch-machtbesessenen Obrigkeitsstaat funktionierte."

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