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39,90

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Regie Jan Kounen
Kinostart 31.07.2008

Kritiken • 39,90

31. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Jan Brachmann gibt der Film ein hohes Reflexionsniveau vor. "Die filmischen Effekte mit all ihren digitalen Tricks, dem Vor- und Zurückrollen der Bilder, dem Oberflächenglanz von Autoblech und Haut, sind selbst der Werbung entlehnt. Doch der Film bedient sich der Mittel jenes Gewerbes, das er kritisiert, im Grunde aus genau denselben Gründen wie das Gewerbe selbst: um Spannung zu erzeugen, Erwartungen zu wecken, um den Konsumenten bei der Stange zu halten."

31. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • Die Tageszeitung

Leider wurde die Verfilmung des Bestsellers selbst ein langer Werbeclip, kritisiert Cristina Nord. "Der Film ist eine 104 Minuten währende Abfolge von Clips: rasante Autofahrten, spektakuläre Ansichten des regennassen, nächtlichen Paris, Visionen vom Paradies mit Sandstrand und türkisfarbenem Wasser, bildschöne Frauen, coole männliche Helden, rauschhafte Partys. Solche Bilderwelten zielen frontal auf die Sehnsucht nach Glück, nach Abenteuer und Leidenschaft, aber auch nach Geborgenheit und Heimat. Dieser Dauerappell an basale Wünsche und Bedürfnisse ist schwer auszuhalten, zumal das Gegenteil der makellosen Bilder, die auf hässlich getrimmte Antiwerbung, keinen Ausweg verspricht."

31. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christian Schröder steht fest: "Werbung ist schnell, laut und oberflächlich, und 39,90 kapert diese Ästhetik eines um Aufmerksamkeit buhlenden Bilder-Overkills. Der Film entwickelt schnell einen Sog, geht einem aber auch schnell auf die Nerven. Fiebrig springt die Handlung zwischen der hohlen Ödnis der Büroscharmützel und Projektbesprechungen und dem genauso hohlen Hedonismus der Afterworkpartys hin und her; was Wirklichkeit ist und was nur Storyboard, bleibt schwer auseinanderzuhalten."

31. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte kommt kaum umhin, die Bilder an ihrem Nennwert zu messen. "Vier Sekunden dauert eine durchschnittliche Einstellung, denn Kounen verfilmt das Werbeleben, wer wollte etwas anderes erwarten, auch im Werbelook. Nur wenn er auf ein Bild besonders stolz ist, darf es auch länger stehen: Die versammelte Chef-Etage erscheint dem Werbemann bei einer Präsentation urplötzlich wie Leonardos Abendmahl - eine nicht gerade tiefschürfende Assoziation, doch dem Regisseur ist sie stolze 13 Sekunden wert, was dem schwachen Scherz erheblichen Nachdruck verleiht."

31. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • Der Freitag

Tim Slagman hat mitgezählt: Nach sieben Minuten im Film hat Octave Parango, erfolgreicher Werbetexter, schon gewichst, gekotzt und eine Line gezogen. "Zum Ende serviert der Film eine Wendung, eine schlüssige Pointe, mit der nicht unbedingt zu rechnen war und die dann doch ein wenig irritieren kann. Auch wenn Beigbeder und Kounen wahrlich keinem altbackenen Realismus frönen: Sie schrecken vor der furchtbaren und vollständigen Überwindung des Individuums zurück, die sie in Idee und Ästhetik schon angelegt haben."

27. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • film-dienst 16/2008

Als ästhetischen Overkill bezeichnet Esther Buss den Film. "Wo Beigbeder grelle Werbetexte gegen die Welt der Werbung schreibt und dadurch doch nur die Mechanismen der Werbung imitiert, reproduziert Kounen auf der visuellen Ebene nichts anderes als die zum Konsum auffordernden Bilder von MTV und Madone (eine Umkehrung des prominenten Joghurtherstellers). Werbung ist platt und grell und bunt und schrill, also muss auch der Film platt und grell und bunt und schrill sein – dieses Konzept ist vielleicht konsequent, aber auch ermüdend."

21. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • kino-zeit.de

Dies ist nicht nur ein guter Film, sondern vor allem ein enorm wichtiger, schreibt Joachim Kurz. "Mit seinen grellen Bildern in rasanter Clip-Ästhetik, dem ätzenden Spott, mit dem Beigbeder und Kounen die Werbebranche bombardieren, der Negierung jeglicher Moral und einer Hauptfigur, die überhaupt nichts Sympathisches an sich hat, provoziert der Film geradezu Widerspruch, fordert dazu heraus, ihn laut, gemein, abstoßend und verkommen zu nennen. Auch die Wahl der virtuos eingesetzten filmischen Mittel, die die Werbung mit ihren eigenen ästhetischen Waffen zu schlagen versucht, dürfte nicht jedermann gefallen."

10. Juli 2008 | 39,90 • Kritik • br-online.de

Eine bitterböse, schwarzhumorige und intelligente Persiflage auf die Welt der Werber sah Thilo Wydra. "In teils atemberaubendem Tempo inszeniert Jan Kounen diese Tour de force, diese Persiflage auf das Fegefeuer der Eitelkeiten, in dem die alle blendenden und selbst völlig geblendeten Macher dieser Werbewelt leben. Dabei gelingt es Kounen angenehmerweise, die Gratwanderung zwischen gewollter Überzeichnung und sympathisierender Nachvollziehbarkeit der Irrungen und Wirrungen des Antihelden Octave zu gehen und auch zu halten."

12. Juni 2008 | 39,90 • Kritik • critic.de

Sowohl Humor als auch Bildsprache orientieren sich zu stark am Abgegriffenen und Naheliegenden, kritisiert Birte Lüdeking. "Das Problem ist nur, dass der Zuschauer dabei mit auf der Strecke bleibt. Kounens rauschhafter Ästhetik-Overkill bringt hier und da ein paar hübsche Ideen hervor, ernüchtert aber auf Dauer und ist ähnlich komplex und stimulierend wie eine Joghurt-Reklame. Der Hauptdarsteller Jean Dujardin mimt das charismatische Ekel sehr überzeugend, kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Film wie schon dem Buch an einer einnehmenden Geschichte mangelt und an Charakteren, die mehr als Stereotypen sind."

04. Juni 2008 | 39,90 • Kritik • programmkino.de

David Siems ist begeistert: Er sah einen cinematografischen Sinnesrausch, der nur so übersprudelt vor tricktechnischen Ideen. Der Film ist "an vielen Stellen viel mehr ein schnell und virtuos geschnittener Clip als ein Film. Das visuelle Konzept des Films ist bewusst angepasst an die makellose Photoshop-Welt der Werbeplakate, über dessen Reize der Film verhandelt. Der Protagonist bewegt sich auf gefährlicher Fallhöhe, dennoch gelingt es ihm, die Welt der Marken zu entlarven, ohne dabei zu moralisieren. Ginge es nach seinen Wünschen, sollten die Menschen allen kommerziellen Gelüsten des Alltags entsagen und in den unzivilisierten Urwald ziehen, um dort das wirkliche Leben und den Boden unter den Füßen wieder zu spüren. Eine naive Idee, die zum Schluss des Films auch für ihn nur ein Wunschgedanke bleibt."

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