| Regie | Christopher Nolan |
| Kinostart | 21.08.2008 |
Unterstützt von Lieutenant Jim Gordon und Staatsanwalt Harvey Dent setzt Batman sein Vorhaben fort, das organisierte Verbrechen in Gotham endgültig zu zerschlagen. Doch das schlagkräftige Dreiergespann sieht sich bald einem genialen, immer mächtiger werdenden Kriminellen gegenübergestellt, der als Joker bekannt ist: Er stürzt Gotham in ein anarchisches Chaos und zwingt den Dunklen Ritter immer näher an die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache.
David Kleingers entdeckt bei allem optischen Bombast viel zu viel moralischen Ballast. "Insbesondere auf den letzten Metern verliert sich der Film in einer moralischen Debatte, deren Ergebnis in Sachen Schuld und Sühne nicht überrascht. Das ist umso bedauerlicher, als vorher noch eine der kraftvollsten Actionszenen der vergangenen Jahre zu bestaunen ist, die irrwitzig viel aus einem rasenden Lastzug macht und ganz ohne Musikuntermalung auskommt. Es ist einer der besten Comicmomente in einem Film, der unbedingt erwachsen sein will und deshalb in mancher Hinsicht erstaunlich kindisch wirkt."
Heath Ledger als Joker ist wohl – neben den technischen Innovationen – die Attraktion des Films, schreibt Peer Schmitt. "Man wird sich an ihn in dieser Rolle erinnern. Mit zerlaufener Schminke im Gesicht, verfilzten halblangen Haaren, ungelenken Bewegungen und seltsamen Ticks wie einem dezenten Schmatzen und einem obszönen Lecken der Lippen, während er von seinem »sozialen Experiment« spricht, den Moralkodex der bürgerlichen Gesellschaft durch reinen Terror auf die Probe zu stellen. Sein Gesicht erscheint dabei vor tiefschwarzem Hintergrund, so als würde eine moralische Trennschärfe noch zur Verfügung stehen, wenigstens symbolisch."
Weit über den ersten Batman-Film geht dieser laut Michel Bodmer hinaus. "So ist denn THE DARK KNIGHT ein potenter Blockbuster mit spektakulären Action-Einlagen und tollen Effekten – und zugleich ein Autorenfilm, der sich trotz allen Comic-Spässen so ernsthaft mit individueller Ethik und gesellschaftlicher Moral, Recht und Gerechtigkeit, Terror und Antiterror, Wahrheit und Mythos auseinandersetzt wie kaum eine zweite Hollywoodproduktion der letzten Jahre."
Laut Andreas Busche hat der Regisseur mit der Übersichtlichkeit von Gut und Böse aufgeräumt. "THE DARK KNIGHT steht, mehr noch als sein Vorgänger, unter dem Eindruck von 9/11. Auch wenn das inszwischen eine Platitüde ist, trifft sie bei keinem Blockbuster der zurückliegenden Jahre so stark zu wie bei Nolans Film. THE DARK KNIGHT bildet eine vorsichtig formulierte gesellschaftliche Utopie im post-traumatischen Stadium ab. Mit dem Joker als selbsternanntem Agenten des Chaos bricht das Prinzip Anarchie in dieses fragile Gefüge ein, und es ist nicht zuletzt der pointierten Darstellung des im Januar unter mysteriösen Umständen verstorbenen Heath Ledger, die den Film davor bewahrt, ins Lächerliche zu kippen."
Rüdiger Suchsland sah einen überdurchschnittlich gut, erwachsenen Action-Film. "Es dominiert der Eindruck, dass Nolan, eines der großen Regie-Talente seiner Generation, mit Figuren und Geschichte noch weit mehr hätte machen können (und müssen). In einem Film, der sehr gut anfängt und dann zu lang ist, und wieder einmal mindestens drei Enden hat, wird Batman, der große Amoralist unter den Comic-Figuren, zum Moralprediger. So ist THE DARK KNIGHT am Ende der Versuch, einen Batman-Film zu machen und doch keinen zu machen. Daher ist dies alles in allem vielleicht einer der besten Filme des Jahres, aber zugleich auch seine bisher größte Enttäuschung."
Für Barbara Schweizerhof überstrahlt die Präsenz des Heath Ledger einfach alles. "Wie eine Unwucht bringt Ledgers Joker den nach herkömmlichem Muster gestrickten Handlungsverlauf erst zum Schwanken und dann nachhaltig aus dem Gleichgewicht. Für die meisten Filme wäre eine solche Performance unerträglich, aber aus THE DARK KNIGHT wird erst durch Ledgers Auftritt ein interessanter Film. ... Gerade in der betonten Nachlässigkeit, Hässlichkeit und psychologischen Leere dieser Erscheinung liegt etwas ungemein Bedrohliches. Dieser Joker ist kein bloßer Antiheld. Die Grandezza, den Glamour der bösen Taten hat er vollständig abgelegt."
Daniel Kothenschulte muss lange zurückblicken, um sich an ein ähnliches Phänomen kollektiver Filmbegeisterung zu erinnern. "Vielleicht verlässt man das Kino nach all dem Vorschusslob doch etwas enttäuscht. Doch warten Sie ab, bis Sie zu Hause sind! Heath Ledgers Performance kann einen noch noch tagelang heimsuchen. Es gibt da eine bezwingende Gleichzeitigkeit von Jugend und Alter im Spiel des verstorbenen Ausnahmeschauspielers, die an den Stummfilmstar Conrad Veidt erinnert, den Somnambulen aus dem CABINETT DES DR. CALIGARI. Es ist offensichtlich, dass Regisseur Christopher Nolan den Joker auf das direkte filmhistorische Vorbild der Comic-Vorlage zurückführen wollte, Paul Lenis expressionistischen Hollywood-Stummfilm DER MANN DER LACHTE von 1928."
Hier wird der Nihilismus des modernen Terrors, entdeckt Adrian Kreye. "so hat Ledger seinen Joker mit der Method-Acting-Aura eines klinisch Schizophrenen zu einem wahren Monster gemacht. Sein Lächeln ist keine Maske mehr, sondern eine Entstellung, sein Witz kein grausamer Schabernack, sondern ein anarchischer Sadismus. Wenn er schließlich am Krankenbett seines Jägers Harvey Dent sitzt und ganz reflektiert erklärt, dass sein Wahnsinn keinerlei Methode hat, dann bestätigt er nur das beklemmende Gefühl, das er beim Publikum über zwei Stunden aufgebaut hat. Mit THE DARK KNIGHT ist Batman ganz sicher keine Figur fürs Kinderzimmer mehr."
Aus Batman ist endlich ein komplexer, tragischer Held geworden, schreibt Oliver Fuchs. "Je böser der Joker sich aufführt, desto mehr Größe gewinnt auch Batman. Er erhält seine Würde zurück, die ihm von knallköpfigen Regisseuren gestohlen wurde. "You complete me", zischt der Schurke ihn einmal an. Du bist mein Gegenstück. Und dann spuckt der Joker noch einen Satz aus, der sich für immer festhakt. Nein, er sei nicht hinter Geld her, und er wolle auch nicht einfach nur Chaos veranstalten. "Wahnsinn ist wie Schwerkraft - man braucht nichts weiter als einen kleinen Schubs." Dieser Bösewicht will beweisen, dass der Mensch schlecht ist. Das gelingt ihm. Fast."
Verena Lueken entdeckt das zentrale Motiv des neuen Batman-Films: Doppelgesichtigkeit. Wir sehen in der Darstellung des Heath Ledger "das Gequälte, spüren, in welcher Gefährdungszone Ledger an seiner Verkörperung des Jokers arbeitete, wie er sich ihm anverwandelte in einer Weise, die uns an diese Figur, teuflisch, wie sie ist, glauben lässt - so sehr, dass wir, wenn er uns in Schwesterntracht und unter roter Perücke vor einem lodernden Krankenhaus entgegenkommt, eine abgründige Einsamkeit zu sehen meinen, in der sich andere Rollen überblenden, der Cowboy aus BROKEBACK MOUNTAIN oder der Sänger in I' NOT THERE. So ist THE DARK KNIGHT natürlich ein Denkmal für Heath Ledger. Aber außerdem auch ein verdammt guter Film."
Hanns-Georg Rodek sah einen Blockbuster zum Krieg gegen Terror: Der Film passt hervorragend in die Zeit. "THE DARK KNIGHT schämt sich kein bisschen, ein Blockbuster zu sein, mit gleich sechs spektakulären Action-Sequenzen (die nicht auf 35 Millimeter, sondern mit einer 65mm-Imax-Kamera gedreht wurden). Nolan schafft es außerdem, nicht nur seine Protagonisten als komplexe Persönlichkeiten zu zeichnen, sondern noch drei weitere ... THE DARK KNIGHT setzt Maßstäbe in Technik und Substanz, und wie ungewöhnlich er ist, geht einem am Schluss noch einmal auf, wenn Nolan – als kleines Gegenserum zu so viel Nihilismus – ganz konventionell die Familienbande als letzte Rettung einer nahezu unrettbaren Welt ins Spiel bringt."
Anke Westphal sah den düstersten, traurigsten, um nicht zu sagen bedrückendsten Batman-Film, den es je gab. "Einen Bösewicht wie Heath Ledgers hat man so noch nicht gesehen (dabei war schon der Joker von Jack Nicholson nicht übel), aber schon das Wort Bösewicht trifft es eigentlich nicht. Denn Ledgers Joker ist so radikal entgrenzt, so asozial, dass man ihm nicht mehr folgen kann, schon gar nicht in seine Abgründe - es gibt überhaupt keine empathische Anschlussmöglichkeit für den Zuschauer."
Christiane Peitz blickt auf den faszinierend neuen Blick Christopher Nolans auf den Batman-Mythos. "Erneut stellt sich die Comicfigur von 1939, die schon so oft recycelt wurde, den Traumata der Gegenwart. THE DARK KNIGHT versammelt Schockbilder der Terrorangst und Terrorbekämpfung, die längst im kollektiven Unbewussten siedeln. Nicht dass der Film deutlich auf sie verweist, sie unterlaufen ihm nur im Actionspektakel ... Ein kurzatmiger Film, der mit gestochen scharfen, schwindelerregenden Imax-Aufnahmen und Hans Zimmers dröhnendem Soundtrack mitunter hyperventiliert."
Ulf Poschardt nimmt den Start von THE DARK KNIGHT zum Anlass, um über die Moral als Schminke der Zivilisation zu schreiben: Im Westen, allen voran in den USA, ist Selbstkritik in bisher ungeahntem Maße möglich geworden. "Es ist Nolans Verdienst, dass er den postmoralischen Joker zur gelungensten, weil unberechenbarsten Figur gemacht hat. Während die Guten den Regeln ihrer Moral folgen, darf Joker seine ganze Kreativität benutzen, um in poetischen Überschreitungen die sozialen Übereinkünfte selbst der verkommensten Existenzen zu denunzieren. Die Freiheit des Jokers ist universell: Sie fühlt sich weder der Menschlichkeit noch der Logik verbunden."
Sophie Albers erklärt, warum es so einen Hype um THE DARK KNIGHT gibt. "Nolans Joker ist ein Nihilist, ein Geist, der stets verneint, dessen einziges Ziel es ist, "die Welt brennen zu sehen". Keine Ideologie, keine Verblendung, kein Terrorismus, da ist reiner Zerstörungswille am Werk. Und da das Böse bekanntlich spannender ist als das Gute, geht neben Ledger die große, aber eben subtile Schauspielleistung von Christian Bale fast unter. Wie bereits in BATMANS BEGIN bietet Bale einen ganzen Fächer an Charakterzeichnungen dieses "realistischsten aller Superhelden", wie Nolan seine Hauptfigur einst beschrieb."
Amoralisch nennt Jerome Charyn den Film. "Ganz wie sein Joker, ist auch Christopher Nolan allen anderen voraus. Er hat einen düsteren Film gedreht, der uns daran erinnert, dass der Comic eine Reproduktion der wirklichen Welt ist, in der nicht Batman, sondern der Joker der neue dunkle Ritter ist – unsere Schurken betören uns, und unsere Helden sind entweder sehr öde geworden, oder sie erweisen sich selbst als Killer von gewissem Reiz."
Ledgers Vorstellung überstrahlt den gesamten Film, lobt Thorsten Funke. "Sein krankhaftes Schmatzen, das Zucken mit dem Kopf, die gelben Zähne, die hervorschnellende Zunge und das Lecken der Lippen – die gesamte brillante Unruhe, die sein Spiel in den Film bringt, führt dazu, dass sogar die Brutalität des Gangsters Beifall erhält. Als der Joker einem Mann einen Stift in den Kopf jagt, gibt es Szenenapplaus. Dieser charismatische Sadismus buhlt förmlich um Aufmerksamkeit. Vielleicht ist der Film in all seiner kalkulierten Verführungskraft selbst eine moralische Falle. Christian Bale gibt Batman wieder als beeindruckend kühl-asketischen Charakter, hat der Spielfreude von Ledger jedoch nichts entgegenzusetzen."
Barbara Schweizerhof erklärt am Beispiel von THE DARK KNIGHT wie Blockbuster gemacht werden. "Bei THE DARK KNIGHT handelt es sich tatsächlich um spannende Unterhaltung. Und Heath Ledger spielt sich tatsächlich die Seele aus dem Leib als schauriger Schurke, der sich unangreifbar macht, weil er kein anderes Ziel verfolgt, als "die Welt brennen sehen zu wollen". Es gibt tolle Verfolgungsjagden, atemberaubende Explosionen und schicksalhafte Wendungen. Aber der Film ist keine Offenbarung. Wie so viele Superhelden-Verfilmungen dauert er im Grunde zu lange und kaschiert seinen Mangel an echtem Drama nur mühsam mit viel pathetischem Gerede über die Schwierigkeit, ein Held zu sein, wenn man es mit dem Bösen zu tun hat."
Bert Rebhandl stellt fest: Der frühe Tod von Heath Legder "verleiht THE DARK KNIGHT nun eine besondere Aura, und die Kommentatoren in den USA weisen immer wieder darauf hin, dass der ungewöhnliche Erfolg auch darauf zurückzuführen ist, dass sich nicht nur das engere Zielpublikum von "superhero flicks" für den Film interessiert, sondern auch andere Zuschauerschichten, die beispielsweise Heath Ledger noch aufgrund seines Auftritts in dem Drama Brokeback Mountain schätzen. The Dark Knight schafft also offensichtlich die Gratwanderung zwischen Charakterdrama und Imax-Erfahrung (für das Panoramakino wurde eine eigene Version erstellt)."
Sophie Albers fragt, warum der Film so erfolgreich ist. "Nolans Joker ist ein Nihilist, ein Geist, der stets verneint, dessen einziges Ziel es ist, "die Welt brennen zu sehen". Keine Ideologie, keine Verblendung, kein Terrorismus, da ist reiner Zerstörungswille am Werk. Und da das Böse bekanntlich spannender ist als das Gute, geht neben Ledger die große, aber eben subtile Schauspielleistung von Christian Bale fast unter. Wie bereits in BATMAN BEGINS bietet Bale einen ganzen Fächer an Charakterzeichnungen dieses "realistischsten aller Superhelden", wie Nolan seine Hauptfigur einst beschrieb. Hat BATMAN BEGINS noch nach den Dämonen im Kopf von Bruce Wayne gesucht, scheinen diese nun in Gotham City auf ihn zu warten."
Andreas Platthaus blickt auf den schwarzen Retter und seine Geschichte.
Suzan Vahabzadeh schreibt über die Rekorde des Films.
Heiko Rosner, "Cinema"-Chefreporter, gibt ein Interview zum Film: "Für mich steckt Heath Ledger in dieser Rolle sogar Hannibal Lecter locker in die Tasche. Er ist wirklich ein ultimativer Bösewicht, wie ein Mephisto auf Speed, und das Faszinierende an der Figur ist ja auch, dass er keinen rationalen Trieben handelt, er will kein Geld, er ist auch nicht unbedingt an Macht interessiert, er will die pure Zerstörung. Er sagt auch einmal, ich will diese Stadt brennen sehen, und zwar nur aus einem anarchistischen, zerstörerischen Trieb heraus. Dieses völlige Fehlen von Rationalität in der Figur macht sie auch so unheimlich. Und wie Heath Ledger diese Figur spielt - das ist einfach sensationell."
Daniel Kothenschulte porträtiert Heath Ledger, dessen Joker als Vermächtnis gesehen werden kann. "Die Allmacht des Joker funkelt da aus den jungen Augen im punkig-verschmierten Gesicht. Aber sehen wir wirklich nur den bösen Joker? Ist es nicht eher das Gegenteil, das so bewegt? Die Machtlosigkeit angesichts eines so unnötigen Todes?"
Das senationelle Einspielergebnis für den düsteren, neuen Batman überrascht sogar Experten und Tobias Kniebe. "Batman hat im Verlauf seiner Kinokarriere Höhen und Tiefen durchlaufen, Regisseur Nolan ist für seinen kompromisslosen Stil bekannt, und THE DARK KNIGHT zeigt die erschreckende Vision einer Metropole, in der das Verbrechen außer Kontrolle geraten ist - während eine Hauptfigur einen vorzeitigen Tod stirbt, wird eine andere grauenhaft entstellt. Aber es half sicherlich, dass die Kritiker fast ausnahmslos positiv urteilten."
Matthias Urbach ist über die Zählungsweise in den USA erbost: Einspielergebnis statt Zuschauerzahlen. "Nur die Zahl der Zuschauer ist schwerer zu steigern, als die Einnahmen. Eine Kinokarte wird nämlich jedes Jahr teurer. Ihr durchschnittlischer Preis ist in den USA in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte gestiegen - wie auch der Gesamtumsatz an den Kinokassen."
Ein großer Teil des Hypes um den Film ist dem Mythos um Heath Ledger geschuldet, weiß Matthias B. Krause. "Verglichen mit Ledgers Joker wirkt Jack Nicholsons Interpretation der Rolle vor zwei Jahrzehnten eher wie die eines bösen Clowns. Ledger mit verschmiertem Make-up, dunklen Augen und vernarbten Lachfalten ist schwerer abzutun als ein gemeiner Verrückter. Er kennt keine Skrupel, keine Moral und keine Ziele außer dem, Anarchie zu verbreiten."
Ein Psychodrama sah Lars-Olav Beier. "Nolan stellt seinen Helden auf den harten Boden der Tatsachen, um ihn von dort abheben zu lassen. Der Regisseur, der die futuristischen Fahrzeuge für seinen Batman gern in der eigenen Garage entwickelt, hat seinen Film mit dem Handwerkerethos des Autoschraubers inszeniert. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, Benzin zu riechen, wenn Bale im Batmobil durch Gotham City rast. Statt auf Computeranimationen zu vertrauen, drehte Nolan die Actionszenen so weit wie möglich real. ... In den ersten anderthalb Stunden entfaltet THE DARK KNIGHT eine Wucht, wie sie selten im Kino zu spüren ist."
Hannes Stein erklärt, warum der Film so viele Zuschauer ins Kino zieht. "In Amerika wurde der Film für Jugendliche ab 13 freigegeben, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden. Das befördert das Missverständnis, hier handle es sich um ein nettes harmloses Popcorn-Vergnügen, eine im Kern dann doch eher brave Verfilmung eines Superhelden-Comics. Zeitungen melden, dass manche amerikanische Familie hier schon ihre böse Überraschung erlebt hat: Nichts hat sie vorbereitet auf einen Film, in dem einem Menschen ein Bleistift in den Schädel geschlagen wird und der Held den Bösewicht, der in diesem Moment nur noch klein und zerbrechlich wirkt, gnadenlos mit der Stirn gegen die Wand schlägt. Mehrmals."
Tobias Kniebe ist begeistert vom Spiel des Heath Ledger. "Das Ergebnis lässt Heath Ledger in neuem Licht erscheinen: als Schauspieler von fast unbegrenzten Möglichkeiten, nach dessen Tod wir nun weniger um eine Generation oder ein Image trauern, wie das vielleicht bei James Dean oder River Phoenix der Fall war, sondern um die vielen irrwitzigen Überraschungen, die er dem Kino noch hätte schenken können."