Inhalt • TULPAN
Nach langer Zeit auf hoher See kehrt der Matrose Asa zurück in die kasachische Steppe, wo seine Schwester Samal und sein Schwager Ondas ihre Kinder großziehen und Schafe züchten. Da Asa ledig und die Nomadenfamilie nicht reich ist, muss er verheiratet werden. Doch in der Steppe gibt es nur noch ein heiratsfähiges Mädchen: TULPAN. Ondas und Asa nehmen die Verhandlungen auf. Asa erzählt von seinen Abenteuern mit Seeungeheuern, Ondas lobt die zwei Medaillen seines Schwagers, bietet zehn Schafe und einen kitschigen Lüster. Als alle sich endlich handelseinig sind, macht ihnen TULPAN einen Strich durch die Rechnung: Sie findet Asas abstehende Ohren völlig inakzeptabel.
Für Daniel Kothenschulte entwickelt TULPAN einen eigentümlichen Sog. "Der Film ist mit der Handkamera gedreht - aber nicht mit der Wackelkamera. So wie man ein Baby ja auch in der Hand hält und nicht absichtsvoll dabei wackelt. Merkwürdig, dass man das im Kino heute immer dazu sagen muss. Und er ist auf Film gedreht und nicht auf Video, weil man Babies ja auch keine Dosenmilch zu trinken gibt. Manchmal erfasst die geniale Kamerafrau Jolanta Dylewska gleich mehrere Stimmungswechsel in einer Einstellung, etwa wenn sie den jungen Bauern auf seiner Flucht aus dem Zelt begleitet, in dem die Frauen schon mal ein Volkslied zuviel singen. Der Mann hört lieber Boney M., wofür man ihn nicht bewundern muss, wohl aber für seine Leistung als unvorbereiteter Geburtshelfer."