DIE KLASSE

film-zeit Film: DIE KLASSE
Regie Laurent Cantet
Kinostart 15.01.2009
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Inhalt • DIE KLASSE

Ein Lehrer unterrichtet eine Gruppe von Migrationskindern und bringt ihnen Französisch bei.

Kritiken • DIE KLASSE

15. Januar 2009 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Andreas Kilb sah eine "hochverdichtete, haargenau strukturierte Version jener Realität, von der er erzählen will, und nur die besondere Geschicklichkeit des Regisseurs lässt uns immer wieder vergessen, dass es sich bei der "Klasse" um einen Spielfilm handelt. ... Das Wunder dieser Geschichte liegt darin, dass sie dokumentarischen Stil und fiktionalen Inhalt ins Gleichgewicht bringt. Ohne diese Balance wäre sie immer nur auf eine von zwei Weisen wahr. So aber verbindet sie die emotionale Kraft der Erzählung mit dem Wahrheitsgehalt des Dokuments."

15. Januar 2009 | Kritik • Berliner Zeitung

Selten hat sich ein Lehrer so entblößt, schreibt Christina Bylow. Die "Enge ist es vor allem, die der Regisseur Laurent Cantet in seinem Film DIE KLASSE (film-zeit Trailer: DIE KLASSE) spürbar macht. Innerhalb des begrenzten Schauplatzes coupiert er die Bilder noch einmal. Es gibt keine Totale, keine Fluchten, kaum eine Gesamtansicht eines Darstellers. Es dominiert die Nähe der Körper mitsamt ihren Markierungen und Zurichtungen, den Piercings, den schlecht sitzenden Zahnspangen, den Tattoos, den Ticks. Drei Kameras haben den Lehrer, seinen jeweiligen Mitspieler und diverse Nebenhandlungen innerhalb der Klasse im Blick."

15. Januar 2009 | Kritik • Die Tageszeitung

Ines Kappert lobt das lebendige Kammerspiel. Der Regisseur "widersetzt sich jeder Festlegung der ProtagonistInnen auf die Masterzuschreibung Migrantenkids. So erzählt der Film vom ganz normalen Wahnsinn, der im Klassenzimmer abläuft, von der Hilflosigkeit auf allen Seiten und von dem Ehrgeiz, sich von dem Elend nicht fertigmachen zu lassen. Auch der findet sich auf allen Seiten."

15. Januar 2009 | Kritik • Berliner Morgenpost

Matthias Heine entdeckt "Regeln, die alle beachten müssen, wenn das Zusammenleben funktionieren soll. Doch genau wie dem Staat bleibt dem Lehrer manchmal eben doch nur Macht, um diese Regeln durchzusetzen. Dass Francois dabei auch mal die Nerven verliert, seine Schülerinnen "Schlampen" nennt und oft zu schnell mit ironischen Frotzeleien zur Stelle ist, zeigen der Regisseur Laurent Cantet und sein Hauptdarsteller auch. DIE KLASSE (film-zeit Trailer: DIE KLASSE) ist kein Heldenepos wie CLUB DER TOTEN DICHTER. Aber ein bisschen ermutigt kommt man doch raus."

15. Januar 2009 | Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh lobt die Transparenz. Sie "ist nicht zuletzt das Ergebnis einer Ästhetik, die dokumentarische Verfahren für den Spielfilm nützt - neben Matteo Garrones Camorra-Epos GOMORRHA (film-zeit Trailer: GOMORRHA) steht DIE KLASSE (film-zeit Trailer: DIE KLASSE) so auch für eine neue Form von Verdichtung von filmischer Realität. Am Ende sagt ein Mädchen zu François, sie habe ein ganzes Jahr nichts gelernt. Als Zuschauer dieses beeindruckenden Films sieht die Sache ganz anders aus."

15. Januar 2009 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Lehrer sind wunderbar echt erfunden, findet Heike Kühn. "Ebenso ihr Bemühen, einen sinnvollen Umgang mit Strafen zu entwickeln, den "gefährlichen Eindruck von Straflosigkeit" zu vermeiden und jenen eine Chance zu lassen, die sich unter dem Druck ehrgeiziger, ahnungsloser oder des Französischen nicht mächtiger Eltern an ohnmächtige Rebellion verschwenden. "Ich glaube", so François Bégaudeau in einem Interview mit Phillipe Mangeot, "entsprechend einer Tradition im französischen Film gibt es in DIE KLASSE (film-zeit Trailer: DIE KLASSE) keinen wirklich ganz Schuldigen.""

15. Januar 2009 | Kritik • Der Freitag

Gerhard Midding ist bewegt von so manchem Schicksal. "Es fällt schwer, Laurent Cantets Klasse nach zwei Stunden am Ende des Schuljahres zu verabschieden. Und es zerreißt einem fast das Herz, als eine bis dahin stille Schülerin Monsieur Marin gesteht, dass sie nicht glaubt, in diesem Schuljahr etwas gelernt zu haben. Er ist ratlos angesichts ihrer Niedergeschlagenheit. Aber sie hat keine Scheu mehr, ihrem Lehrer dieses Geständnis anzuvertrauen. Das Lernen ist ein rätselhafter, magischer Prozess in DIE KLASSE (film-zeit Trailer: DIE KLASSE)."

15. Januar 2009 | Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland sah einen nüchternen, konzentrierten Film: "Spannendes Kino, das aber trotzdem Wünsche offen lässt: Es ist ... zwar ein guter, auch künstlerisch interessanter und mutiger Film, aber es ist der uninteressanteste von Laurent Cantet, der bisher auch filmisch ein Abenteurer war. ... Visuell fordert sein neuer Film nie wirklich heraus, gönnt sich auch wenig Ruhe, sondern mischt in quasidokumentarischer Manier in den Innenräumen bleibend Halbtotalen mit Nahaufnahmen. Die Bilder sind clean und könnten auch einem Fernsehfilm entstammen. Der Film gönnt sich keine Ruhe, kein Durchatmen. Das ist Konzept, um die fortwährende Anspannung zu zeigen, der Schule, Lehrer, Schüler ausgesetzt sind - die Klasse als Druckkammer."

15. Januar 2009 | Kritik • perlentaucher.de

Für Lukas Foerster ist der Film ein soziales Panorama des neuen Frankreichs. "Das Reißbrett, an dem das alles entworfen ist, verschwindet hinter den ausnahmslos fantastischen Schauspielleistungen der Jugendlichen und hinter elaborierten, vielschichtigen Dialogen, die authentisch aussehen und wirken, aber gleichzeitig noch jedes Mal auf einen dialektischen Mehrwert hinauslaufen. Doch es bleibt ein Reißbrett und vor allem die grundlegende Motivierung dieses Reißbretts als Gesellschaftsanalysator in einem pädagogisch-hierarchischen Versuchaufbau muss auch kritisch hinterfragt werden."

15. Januar 2009 | Kritik • Neues Deutschland

Der Regisseur inszeniert eine scheinbare Kunstlosigkeit, schreibt Knut Elstermann. "Die Zuschauer werden immer wieder vergessen, dass sie einen Spielfilm und keine Dokumentation sehen, die Inszenierung bleibt vollkommen unsichtbar. Die Schüler wurden in offenen Workshops ausgewählt. Wer das ganze Jahr über dabei blieb, schaffte es auch in den Film. In diesem Prozess wurden die Figuren konkreter, die Situationen schärfer, aber in jedem Fall wird hier gespielt, den jungen Leuten mögen die sozialen Hintergründe sehr vertraut sein, die Charaktere aber sind ihre bewundernswerten Schöpfungen."

27. Mai 2008 | Kritik • Die Tageszeitung

Cantets Film stellt sich drängenden Fragen, ohne einfache Antworten bei der Hand zu haben, stellt Cristina Nord fest. "Cantets Film glückt etwas Besonderes. Während sich Regisseure wie Nicolas Philibert ("Etre et Avoir") oder Abdellatif Kechiche ("LEsquive") dem Ideal der republikanischen Schule verpflichten, demzufolge alle gleichermaßen Zugang zum französischen Bildungskanon und damit zur französischen Gesellschaft erhalten, stellt Cantet dieses Ideal sanft infrage. "Entre les Murs" lässt ahnen, wie sich das Ideal konkret am Analphabetentum der Elterngeneration stößt und abstrakt an der Gefahr, sich selbst absolut zu setzen."

26. Mai 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal lobt den Film. "In diesem meist geschlossenen Raum verhandelt Laurent Cantet nicht allein brennende gesellschaftliche Fragen wie Rassismus, Zukunftsperspektiven oder Anpassungsdruck - er stellt auch das Bildungssystem als geschlossenen, sich selbst genügenden Kreislauf zur Diskussion."

26. Mai 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Packend ist der Film für Jan Schulz-Ojala. "Der Trick: Alle Jugendlichen sind gecastet. Nur der Französischlehrer, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, ist echt: François Bégaudeau hat über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben und spielt sie im Film selber vor. ... ENTRE LES MURS, am letzten Wettbewerbstag gezeigt, berichtet aus dem Kriegsgebiet des Heranwachsens an den sozialen Rändern – und wie ein junger, engagierter Lehrer sich darin imponierend unhierarchisch und manchmal auch nur verzweifelt behauptet."

26. Mai 2008 | Kritik • Neue Züricher Zeitung

Christoph Egger ist begeistert: Eine inszenierte Geschichte, "die gleicherweise an Frederick Wiseman wie an Mike Leigh erinnert. Vielmehr ist es François, der idealistisch gesinnte junge Lehrer, der so ziemlich alles falsch macht und die Klasse deswegen beinah in die Katastrophe schlittern lässt – der aber von ebenjenem François Bégaudeau verkörpert wird, der auch das gleichnamige Buch geschrieben hat. Ein Kino der Unmittelbarkeit."

25. Mai 2008 | Kritik • Der Spiegel

Für Lars Olav Beier ist der Film ein Wunder. "Dem Schauspieler François Bégaudeau in der Hauptrolle und vielen Laien in den Nebenrollen gelingt es, den Zuschauer mitten hineinzuziehen in den kargen Klassenraum, in dem gut 80 Prozent aller Szenen spielen. Wir teilen die Lust und die Last an der Sprache, wir wechseln zwischen dem Lehrer und seinen Schülern ständig die Seiten. Nie passiert in ENTRE LES MURS etwas Spektakuläres, nie wirkt der Film falsch oder überzogen – und doch ist er ungemein amüsant und tief bewegend."

25. Mai 2008 | Kritik • Süddeutsche Zeitung

Ein kleines Wunderwerk sah Susan Vahabzadeh. "Der Film balanciert kunstvoll am Rande des Dokumentarfilms, so kunstvoll, dass man sich fragen muss, wie Cantet, sein Autor und Hauptdarsteller François Bégaudeau und ein Haufen Schulkinder das zum Teufel hinbekommen haben. ... Cantet erzählt das vorurteilsfrei und unparteiisch, und ohne jeden Lösungsansatz - gerade das macht seinen Film so aufwühlend, dass er nichts simplifiziert und die Sehnsucht nach Schuldzuweisungen nicht erfüllt. ... Ein klassischer Festivalfilm - man muss sich keine Illusionen machen: Gegen die Unterhaltungsmaschinerie kommt diese detaillierte Frustrationsstudie nicht an."

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