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FUNNY GAMES U.S.

FUNNY GAMES U.S.

Regie Michael Haneke
Kinostart 29.05.2008

Kritiken • FUNNY GAMES U.S.

30. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche fragt sich: Wozu der ganze Aufwand? "So wirkt FUNNY GAMES U.S. seltsam anachronistisch, schon in der Art, wie er den Zuschauer wiederholt mit direkter Adresse in die Kamera in seinem sadistischen Treiben einzubeziehen versucht. Denn qualitativ unterscheiden sich die aktuellen medialen Gewaltbilder von den alten gerade darin, dass sie plötzlich Partizipation, Komplizenschaft gar suggerieren, statt den Zuschauer wie in der Vergangenheit lediglich zum Voyeur zu degradieren. Spätestens an diesem Punkt ist Hanekes Transferleistung zum Scheitern verurteilt."

29. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Berliner Zeitung

Mit der US-Fassung belehrt Michael Haneke die Europäer, meint Christina Bylow. "Der amerikanische Misserfolg bestätigte also die These Hanekes, noch mehr aber offenbart er etwas Grundsätzlicheres. Das Europäische am europäischen Kino ist nicht das Drehbuch und nicht die Kamera - es sind die Schauspieler. An ihnen zeigt sich, wie sehr sich amerikanische und europäische Spielkonventionen unterscheiden. Und es zeigt sich auch, wie Hollywood-Schauspieler eine Geschichte gänzlich verwandeln, selbst wenn Einstellung für Einstellung des Films bis hin zur Musik identisch sind mit denen der Urversion."

29. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film führt laut Julian Hanich die Schwäche von Hanekes Argumention vor Augen. "Er vereinheitlicht mediale Gewalt zu stark. Indem er Slasherfilme, TOM UND JERRY, Fernsehnachrichten, "Beavis and Butthead" oder Psychothriller im Stile von AN EINEM TAG WIE JEDER ANDERE als Referenzen benutzt, walzt Haneke erhebliche ästhetische und affektive Unterschiede platt. Gewalt ist gleich Gewalt? ... Dass Gewalt im Mainstream-Kino nicht nur Unterhaltungszwecken dient, sondern auch eine kathartische Funktion haben kann – soweit reicht Hanekes Wirkungstheorie nicht. Für ihn läuft alles auf Abstumpfung hinaus."

29. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Frankfurter Rundschau

Schwarze Pädagogik hat Michael Kohler ausgemacht. Sein "Bekenntnis zur strafenden Pädagogik ist Haneke seit seinen Anfängen kein bisschen abgerückt. Stattdessen trägt er sein Remake ins von ihm ausgemachte Herz der medialen Finsternis: das Genrekino Hollywoods. Einerseits hat er damit natürlich recht, denn immer noch wird auf der Leinwand zur Unterhaltung des Publikums gestorben. Allerdings lässt auch diese Neuauflage Zweifel daran, ob Michael Haneke tatsächlich verstanden hat, was er zu entlarven glaubt, und ob der rigide Moralist in ihm nicht etwas zu glatt in der Rolle des Agent Provocateur aufgeht."

29. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • telepolis.de

Sind die Filme des Österreichers weniger Medien- als Elternkritik, fragt sich Peter Mühlbauer.

29. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit Martin Schwickert unterhält sich der Regisseur über Brutalität und Horrorfilme – und wie man damit umgeht.

24. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Die Studie über Gewaltdarstellung bleibt auch im Remake für Claudia Schwartz fragwürdig. "So absurd es klingen mag: Haneke hat hier amerikanisches Kino ohne amerikanisches Kino gemacht, sieht man einmal von den Darstellern ab. Haneke ist ein Meister der unterkühlten Analyse. Diese aber blendet er nun zum zweiten Mal aus, ohne sie durch das Hollywoodsche Prinzip der Empathie zu ersetzen. Damit kehrt sich sein formales Prinzip der Distanznahme gegen sich selbst. Denn der Film mag nicht blutrünstig sein, aber dass er vom einschlägigen Publikum nicht als Thriller konsumiert werden könnte, darf man bezweifeln, da er das Leiden der Opfer wie im Laborversuch vorexerziert."

24. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns ist enttäuscht: "Zwar beschäftigt sich Haneke immer noch mit dem Zerfall von Zivilisation, der gesellschaftlichen Umgangsformen und ganz allgemein der Familie, behandelt immer noch Formen und Folgen von Gewalt, nur eben nicht mehr auf die direkte Weise, wie er es 1997 mit FUNNY GAMES getan hatte. So ist dieses Remake beziehungsweise diese Kopie zwar ein genauso guter Film wie das Original, der seine fraglos immer noch relevante Thematik allerdings in keiner Weise weiterentwickelt hat, vor allem aber der künstlerischen Entwicklung Michael Hanekes vollkommen zuwiderläuft."

24. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • programmkino.de

Der Film ist wieder laut Thomas Engel äußerst subtil in Szene gesetzt und gut gespielt. Über seinen genauen Zweck muss sich jeder selbst einen Reim machen.

23. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • critic.de

Eigentlich müsste FUNNY GAMES in seiner US-Version seine wahre Vollendung erfahren, meint Michael Kienzl. "Immerhin spielt Haneke darin mit den Konventionen eines typisch amerikanischen Genrekinos. Sowohl der Trailer, der einen gewöhnlichen Horrorfilm vermuten lässt, als auch die Wahl von Schauspielern wie Tim Roth und Naomi Watts, die beide in einschlägigen Produktionen mitgewirkt haben, täuschen über die wahre Intention des Films hinweg. Das Einzige, was gegen die subversive Platzierung von Hanekes Botschaft innerhalb des Genrekinos spricht, sind die amerikanischen Zuschauerzahlen."

20. Mai 2008 | FUNNY GAMES U.S. • Kritik • Der Spiegel

Sadismus für Nostalgiker hat Christian Buß ausgemacht. "Paradoxerweise scheitert FUNNY GAMES U.S. also ausgerechnet daran, dass die jüngste Generation der Horror-Regisseure offensiv mit jenem Sadismus spielt, den Michael Haneke zu entlarven versucht. Man heuchelt eben kein Mitleid mehr mit den Opfern. So kühl und so trickreich Hanekes perfektionistisch in Szene gesetzte Gewaltstudie auch daherkommt – im Kontext mit dem enthemmten Horrorkino der Gegenwart wirkt FUNNY GAMES U.S. geradezu nostalgisch."

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