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LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID

LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID

Regie André Schäfer
Kinostart 05.06.2008

Kritiken • LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Berliner Zeitung

Knut Elstermann lobt den Film wegen seiner flüssigen "Montage aus zeitgeschichtlichem Material und privaten Aufnahmen, zusammengehalten vom Kommentar, den Precht selbst spricht. Wie schon im Buch, so erscheint jene Zeit auch im Film (Regie: André Schäfer) keineswegs als trostlose Epoche massenhafter ideologischer Verblendung, sondern als aufregender, kurzer Abschnitt des Optimismus und der Utopien. Die Revolte, in vielen gegenwärtigen '68er-Rückblicken lediglich mutwilliger Ausbruch gelangweilter Bürger-Kinder, wird hier als Aufruhr des Gewissens geschildert."

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist weniger Dokumentation als sentimental journey in das untergegangene Reich von Prechts DKP-geprägten Kindheitsillusionen, meint Barbara Schweizerhof. "Die wildesten Auswüchse, die das politische Engagement der Eltern im Kopf ihres Sohnes bewirkte, schildert eine Erzählstimme aus dem Off, deren betont naiver Ton zunehmend stört. Ganz so skurril, wie es der Film darstellt, war es schließlich gar nicht ... Skurril war vor allem, dass man es den Eltern und ihrer "Weltanschauung" zuliebe tat. Trotz dieser Einschränkung ist es ein Film voll anregender Fundstellen aus der heute verdrängten Geschichte der 70er-Jahre in der BRD geworden."

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Martin Schwickert rechnet der Film "nicht mit der überidealistischen Elterngeneration ab, sondern dekonstruiert auf sanfte und humorvolle Weise die linke Zeitgeschichtsschreibung. Manchmal allerdings scheint sich der Autor ein wenig hinter den historischen Kontexten zu verstecken. Nur in Zwischentönen etwa wird fühlbar, dass das Kind ein einsamer, versponnener Einzelgänger war. Hier hätten weitergehende Nachforschungen gutgetan."

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte ist dies kein verklärend-nostalgischer Film aber ein wohlwollender. "LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID ist nicht der erste Film über die 68er-Bewegung, doch es ist einer der wenigen, die ohne die Konstruktion eines Generationskonflikts auskommen. Unkritisch, ist er dennoch nicht. Man muss nur zwei der Precht-Kinder zusammensetzen, schon widerspricht das eine dem anderen. In der Vermittlung von kritischem Bewusstsein haben die Eltern ganze Arbeit geleistet."

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck schreibt folgendes: "Die Blickrichtung der Erzählhaltung von Film und Kommentar ist zugleich die eines indoktrinierten Kindes, das sich naiv-staunend wundert über die abwegigen, abweichenden Haltungen der Klassenkameraden und ihrer Eltern und heute noch verletzt von der Unterrichtsstunde berichtet, in der die buchgestützte, revolutionäre Prechtsche Aufklärungspragmatik auf eisiges Schweigen und einen Schulverweis stießen. Und es ist die eines Erwachsenen, der es längst besser weiß, der seine Kindheit als das sieht, was sie war: ein über das Ziel hinausschießender Versuch, sich dem unreflektierten gesellschaftlichen Mainstream zu widersetzen und orthodoxe linke Doktrin mit Nonkonformismus zu einem verantwortlichen Gesamtgebilde zu verknüpfen."

05. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Junge Welt

Vergnüglich und mit einer gehörigen Portion Selbstironie präsentieren Schäfer und Precht den Gegenentwurf zur "Generation Golf", meint André Bergelt. "Wunderbar deutlich wird dabei, was die BRD-Linken von ihren Brüdern und Schwestern im Osten unterschied. Während sich die DDR-Kommunisten nach vollbrachtem Tagwerk in den kleinbürgerlichen Feierabend ohne die sonst allgegenwärtige Propaganda zu retten versuchten, taten die Genossen und Freidenker im Westen offensichtlich das Gegenteil. Politisiert wurde vor allem in den eigenen vier Wänden, nach Feierabend im Freundeskreis und auf der Reihenhausterrasse."

01. Juni 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • critic.de

Thorsten Funke beschäftigt sich mit der Erzählstimme. Sie "ist recht amüsant, wenn sie davon spricht, dass Coca-Cola und Raumschiff Enterprise als Auswüchse des Kapitalismus zu Hause verboten waren. Aber zum einen ist sie für die gesamten 88 Minuten dann doch zu künstlich. Und zum anderen passt sie nicht zu den restlichen Teilen des Films, in denen Precht Beteiligte von damals – Geschwister, den Vater, den Lehrer – interviewt. Die Erzählhaltung pendelt so ständig hin und her, und die Auseinandersetzung mit der Zeit und dem Familienleben von damals kommt zu kurz. Nur selten merkt man, dass so manches in der Rückschau lustiger klingt, als es in Wirklichkeit wohl gewesen ist."

22. Mai 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • programmkino.de

Nachdenken provoziert der Film bei Hendrike. "Die gutgelaunte Fluffigkeit des Kommentators, die quietsch-fröhliche musikalische Untermalung und der sehr anekdotische Plot von LENIN sind manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Andererseits heben sie sich wohltuend von den aktuellen verhärteten Fernsehdebatten ab, die aus den 68ern am liebsten lupenreine Helden und Befreier oder Terroristen und Rabeneltern machen möchten. Precht und Schäfer begreifen die 68er Eltern als Kinder ihrer Zeit, deren Erziehungsstil ihre Kinder vor spezielle darum aber nicht unbedingt schlimmere Zumutungen stellte als andere Kinder."

22. Mai 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • programmkino.de

Den Film möglichst nicht verpassen, empfiehlt Thomas Engel. "Nicht nur die ausgiebige subjektive Information ist an diesem Film interessant, sondern auch die souveräne Selbstironie, mit der André Schäfer alles erzählt. Man erlebt Geschichte ebenso wie Menschsein."

14. Mai 2008 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • kino-zeit.de

Peter Gutting entdeckt den Charme der Dokumentation: ein wunderbar ironischer und doch warmherziger Tonfall. "Es ist schon wahr: Eigentlich kann man die Hoffnungen und Dramen, die Träume und Auswüchse jener Jahre niemandem vermitteln, der die Zeit nicht selbst erlebt hat. Aber Precht und Regisseur Schäfer schaffen es, sie so lebendig werden zu lassen wie schon lange nicht mehr. Vielleicht sogar in Solingen."

06. Juni 2007 | LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID • Kritik • Der Freitag

Interessant findet Tim Slagman den Film allemal. "Schäfer hat einen höchst subjektiven Essay geschnitten, der dem Buch eine problematische Argumentationsebene hinzufügt. Konfrontativ lässt er das Private und Politische aufeinander prallen, oft auf der Suche nach dem provokativen Effekt. ... Schäfers Arbeit ist das Ringen um griffige Bilder anzusehen, der Kampf gegen die Umklammerung des Wortes, aber auch für einen ästhetischen Mehrwert - der unbedingte Wille, eine Antwort geben zu können auf die Frage, warum das Gedruckte Kino werden musste."

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