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EISENFRESSER

EISENFRESSER

Regie Shaheen Dill-Riaz
Kinostart 12.06.2008

Kritiken • EISENFRESSER

16. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film ist glänzend bei Silvia Hallensleben angekommen. "Kein Wunder, denn das Porträt der Schiffsabwracker von Chittachong überzeugt nicht nur durch die Dichte und Präzision der Beobachtung, sondern auch durch eine Kamera, die mit beeindruckender Sicherheit ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Respekt, Faszination und Nüchternheit findet. Die gigantischen Schiffsbäuche, die auf dem flachen Sandstrand per Hand ausgeweidet werden, verlocken zur Erzeugung kinematografischer Aha- Effekte. Bilder von symbolischer Kraft, die man nicht mehr vergisst."

14. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer findet den Film faszinierend und erschreckend zugleich. "Wie Verhältnisse systematischer Ausbeutung entstehen, kann man in Shaheen Dill-Riaz faszinierender Dokumentation "Eisenfresser" wie im Lehrbuch studieren. ... Riesige Schiffsleiber, die ächzend auseinanderfallen. Rostige Ungetüme, auf denen winzige Arbeiter umherklettern. Solche Bilder hat Dill-Riaz auch gefunden. Aber er schaut genauer hin: Er interessiert sich für die Einzelnen, geht in die Hütten, folgt ihren Wegen. Romantisierung liegt ihm fern. Im Gegenteil legt er die Perfidie eines Systems bloß, dass unter anderem darauf beruht, dass es keine Solidarität zwischen den Arbeitern zulässt."

14. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Die Zeit

Herausragend ist der Film für Christiane Grefe. "Immer spürt man den Kameramann im Regisseur: Dill-Riaz kommt mit einem sparsamen Offtext aus, und unvergesslich sind die mit großer Ruhe und Poesie montierten Bilder. ... Dill-Riaz’ Hommage an die Eisenfresser macht das Besondere dieses Angriffs auf die Menschenwürde ebenso sichtbar wie das Universelle. Jeden Tag geschieht Ähnliches in indischen Kohlebergwerken, chinesischen Sweatshops oder afrikanischen Minen. Dabei entgeht der Autor der Verführung zu plattem Agitprop ebenso wie der manchmal aufscheinenden Versuchung, das spektakulär Kathedralenhafte der Wracks und das rostfarbene Elend der Arbeiter hohl zu ästhetisieren."

13. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Der Freitag

EISENFRESSER spielt am Umschlagpunkt der globalen Ökonomie, meint Matthias Dell. "Das Verdienst von Regisseur Shaheen Dill-Riaz, der, in Bangladesh geboren, in Deutschland studiert hat, besteht in der Sichtbarmachung der Verhältnisse. EISENFRESSER ist eine journalistische Recherche, die beeindruckt durch ihr Material, und von diesem Beeindrucktsein kündet auch die Stimme des Off-Erzählers Dill-Riaz, die an die von Werner Herzog erinnert und deren naive Verwunderung. Was sich EISENFRESSER vergibt, ist die Verortung von Chittagong im Zirkel der globalen Ökonomie oder nur in der Industriegeschichte Bangladeshs."

12. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Der Spiegel

Der Dokumentarfilm zeigt, wie Wohlstand auf Kosten verzweifelter Seelen produziert wird, schreibt Daniel Sander. "Es sind spektakuläre Bilder, die Dill-Riaz zeigt. Die Zerlegung eines Ozeanriesen mit bloßen Händen ist ein so faszinierender Anblick, dass das Grauen dahinter, das Elend der Arbeiter, zunächst fast in den Hintergrund gerät. Doch je länger er den Männern in ihr Unglück folgt, desto greifbarer macht er es. ... Dill-Riaz schafft mit EISENFESSER trotz bescheidener finanzieller Mittel ein noch tiefer gehendes, berührenderes Porträt einer unfassbaren Ungerechtigkeit. Es sind Bilder einer menschlichen Tragödie, die sich fern der öffentlichen Aufmerksamkeit in einem bitteren Kreislauf der Perspektivlosigkeit befindet."

12. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • Junge Welt

Dies ist eine bildgewaltige Parabel auf den globalisierten Kapitalismus geworden, meint Jana Frielinghaus. "Dill-Riaz und seine Kollegen haben sich den Männern buchstäblich an die Fersen geheftet. Sie sind ihnen durch den knietiefen, stinkenden grauen Schlick zu den Tankerruinen gefolgt, hinein in den schwarzbraunen Bauch des Schiffes. Die meisten Arbeiter sind barfuß inmitten scharfkantigen Schrotts."

05. Juni 2008 | EISENFRESSER • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz kann viele Szenen nicht vergessen. "Es sind gespenstische Bilder, die der Filmemacher auf der Werft mit dem zynisch anmutenden Namen "Friede, Glück und Wohlstand" (Peace, Happiness und Prosperity) einfangen hat. Wie gestrandete Urzeitungetüme wirken die Schiffe, denen die Arbeiter – einer gewaltigen Armee von Ameisen gleichend – mit bloßen Händen, mit Schneidbrennern, Lötkolben, Vorschlaghämmern, Brechstangen und Stahlseilen auf den rostigen Leib rücken. Geschickt versteht es Shaheen Dill-Riaz, aus dieser Masse Einzelschicksale wie das von Kholilur und vielen anderen herauszugreifen und so der Ausbeutung ein menschliches Gesicht zu geben."

08. Mai 2008 | EISENFRESSER • Kritik • critic.de

Marguerite Seidel sah eine Gratwanderung zwischen Dokumentation und Spektakel. Aber EISENFESSER erschütter "trotz bescheidener technischer und filmischer Mittel vor allem durch die längerfristige Beobachtung einer harten Arbeitssaison, in der der Ausnahmezustand die Regel ist. Die Botschaft hierbei ist eindeutig: Es geht darum zu zeigen, was Ausbeutung konkret bedeutet und diese anzuklagen. Das Ergebnis ist es nicht minder: Den Arbeitern bleibt meist keine andere Möglichkeit, als Jahr für Jahr weiter Eisen zu fressen, um zu überleben. "

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