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WILDE UNSCHULD

WILDE UNSCHULD

Regie Tom Kalin
Kinostart 08.05.2008

Kritiken • WILDE UNSCHULD

08. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • critic.de

Für Michael Kienzl erliegt der Regisseur der Faszination für den Lebensstil der Familie und den nostalgischen, maßgeschneiderten Anzüge und Kleider. Das zeigt sich darin, "dass er solchen Elementen mitunter mehr Aufmerksamkeit schenkt, als dem für die Handlung zentralen Mutter-Sohn-Verhältnis. Besonders im Mittelteil, der prädestiniert wäre für eine psychologische Entwicklung dieser Beziehung, verliert der Film sein Hauptmotiv aus den Augen. Anstatt den Grundkonflikt zum Ende hin weiter zu steigern, stagnieren die Spannungen zwischen Barbara und Tony nur noch. Solche Schwächen kann man dem Film hinsichtlich einer beeindruckenden Julianne Moore zumindest teilweise verzeihen."

08. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal macht der Film Inzest zum Schauwert. "Die famose Julianne Moore trägt als Barbara wunderbare Kostüme, ihr rotes Haar ist immer perfekt frisiert, das Licht fällt weich in Gärten und Schlafzimmer - auf all die kranken Versuche, der Einsamkeit und Langeweile zu entgehen. Die Körper leuchten, vor allem die männlichen, der Regisseur liebt sie ganz offensichtlich. Alles in diesem Film sieht betörend aus - zu dem fragwürdigen Preis, dass etwas Abscheuliches zu einer schicken Prise Ekel umgewidmet wird."

08. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • Die Tageszeitung

Die antidramatische Erzählweise schadet dem Film mehr als sie nutzt, meint Wilfried Hippen. "So bleibt man immer draußen und beobachtet höchstens mit einer Mischung aus Faszination und Ekel, wie diese drei merkwürdigen Wesen sich gegenseitig zerstören. ... Daran kann auch Julianne Moore nichts ändern, die mit Barbara Baekeland wieder eines von diesen neurotischen Nervenbündeln gibt und deren dünnlippiges Lächeln inzwischen zu den gruseligsten Effekten des zeitgenössischen Kinos zählt."

08. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland hat sich gelangweilt. "Dabei ist der Film keineswegs ohne visuellen Ehrgeiz. Der 1962 geborene Kalin, als Filmemacher wie Videokünstler ein Idol des "New Queer Cinema" der 90er, der auch gemeinsam mit Cindy Sherman arbeitete, bezieht sich in der ersten, "bourgoisen" Hälfte offen auf die Ästhetik der Melodramen von Sirk, während die zweite "Bohème"-Hälfte immer wieder Atmosphären von Pasolinis 60er-Jahre-Filmen wachruft. Aber es bleibt bei Zitaten, und die Spannung aus der Konfrontation zweier derart unterschiedlicher Filmsprachen wird nie fruchtbar; auch hier ist alles halbherziges, eher uninspiriertes Nachstellen."

01. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • programmkino.de

Hendrike Bake kritisiert, dass Interesse des Regisseurs an den Äußerlichkeiten des Melodrams, an "der opulenten Dekoration, dem Farbspiel, den wechselnden Kleidern Barbaras, den glamourösen Locations, der skandalösen Story. Jede Episode ist äußerst aufwendig in Szene gesetzt und lässt einen doch kalt. Einzige Ausnahme sind die kleinen pikant-peinlichen Grenzüberschreitungen, die sich Barbara in Gesellschaft leistet und in denen man etwas über die Verzweiflung Barbaras und die Grausamkeit der Regeln, denen sie nicht entsprechen kann, begreift."

01. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • programmkino.de

Marcus Wessel ist enttäuscht: "Leider trägt das mondäne Setting nicht über die gesamte Laufzeit. So kann auch die ausgeklügelte Ästhetik das mitunter deutlich spürbare inhaltliche Vakuum nicht kaschieren. Denn obwohl WILDE UNSCHULD innerhalb seiner 96 Minuten vieles behandelt – angefangen von einer unglücklichen Ehe, über einen Coming-of-Age-Subplot bis hin zu einer inzestuösen Mutter-Sohn-Beziehung–, geht der Film nur selten in die Tiefe. Es mag zwar konsequent sein, einen oberflächlichen Film über vermeintlich oberflächliche Menschen zu drehen, wirklich zufriedenstellen kann diese Analogie letztlich jedoch nicht."

01. Mai 2008 | WILDE UNSCHULD • Kritik • programmkino.de

Für Thomas Engel bietet WILDE UNSCHULD von der erzählerischen wie von der bildlichen Art her schon etwas Beachtliches. "Der Narzissmus dieser Menschen, deren psychischer Zustand, deren Begriff von Liebe, deren seelische Extreme, deren Ambivalenz, aber auch deren positive Seite, emotionale Tiefe und Größe, das alles wird hier mit charakteristischen Dialogen, auffallenden Auftritten, speziell festgehaltenen Momenten, ausgesuchten Bildkompositionen, Lichteffekten und Locations dargestellt."

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