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VICKY CRISTINA BARCELONA

VICKY CRISTINA BARCELONA

Regie Woody Allen
Kinostart 04.12.2008

Kritiken • VICKY CRISTINA BARCELONA

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein Liebesmärchen sah Christiane Peitz. "Kataloniens Sonne tut [dem Regisseur] ungemein gut; so verspielt, so leichthändig, so warmherzig ist lange kein Allen-Film mehr geraten. Barcelona, der Süden, das efeuberankte Gemäuer im asturischen Oviedo, Antoni Gaudís Kirchen, Blumen und Brunnen im Park Güell, das Flair der Künstlerboheme, Rotwein und Gitarren-Nocturnes: Aus diesen Ingredienzen eines pittoresken Folklore-Europa, wie die Amerikaner es sich gerne erfinden, bastelt Allen ein zauberhaftes 96-Minuten-Märchen und hebelt die bereitwillig bedienten Klischees mit leiser Selbstironie gleich wieder aus. Alan Ayckbourn meets Seifenoper."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Bei Woody Allen weiß Daniel Kothenschulte schon auf den ersten Blick, was seine Figuren lenkt. "Hinter der Hornbrille seiner Filmfigur loderte stets der schlecht verborgene Sexualtrieb. Man konnte darauf wetten, dass er sich früher oder später seine Schneisen schlagen würde. Noch immer besteht sein Humor im menschlichen Unvermögen, diesen Trieb in den Griff zu bekommen. Allein der von Javier Bardem gespielte Künstler-Macho hat ihn in sein Lebenskonzept integriert. Doch selbst in einer von Sinnlichkeit strotzenden Stadt wie Barcelona kann niemand alles auf einmal haben. Wenn es überhaupt eine Position im Leben gibt, die uns wenigstens in die Nähe auch der höchsten und süßesten Trauben rückt, dann ist es die des Kinozuschauers."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Selten schien Woody Allen dem von ihm bewunderten Ingmar Bergman näher als mit diesem scheinbar so völlig Un-Bergmanschen Film, stellt Christoph Egger. Was er hier "mit Penélope Cruz entwickelt, gehört zu den Gipfelpunkten des Wilden Weibs in der – wir wagen das grosse Wort – Geschichte des Films. Dabei zeichnet den Tornado nicht nur aus, dass er eine Schneise der Verwüstung quer durchs Maleratelier schlägt und dabei sogar Pistolenkugeln fliegen lässt, sondern ebenso, dass im Auge des Orkans eine Ruhe waltet, die, wie trügerisch immer, Momente elysäischer Harmonie gewährt. Penélope Cruz ist nicht nur atemberaubend schön, sie ist von blitzender Intelligenz, wenn sie Maria Elenas Genie zu illustrieren hat, als Musikerin, als Malerin, von der Juan Antonio "gestohlen" habe."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Der Freitag

Andreas Busche sah eine leichthändige romantische Komödie. "Diese wilde Ehe zu dritt ist ein neues Beziehungsmodell in Allens frigider kleiner Welt. Eines, das endlich einmal sowohl künstlerisch und emotional als auch sexuell erfüllt. Und Penélope Cruz fegt kurzzeitig wie ein Wirbelsturm durch VICKY CRISTINA BARCELONA (VICKY CRISTINA BARCELONA Trailer). Sie erfordert im besten Sinne mehr, als einen Mann. ... Man mag diesen flotten Dreier als männlichen Chauvinismus abtun, aber Woody Allen ist es durchaus ernst mit seinem Libertinismus."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer nennt den Film eine Versuchsanordnung. "In der Stimme dieses Erzählers wird die Künstlichkeit der Figuren, ihre psychologische Charakterisierung offenkundig und dadurch völlig neutralisiert. Was ihr seht, sagt diese Stimme, ist Figurenschach und sonst gar nichts. Woody Allen, der nie einer war, der sich für seine Figuren als dreidimensionale Charaktere interessiert, oder sie - Gott behüte - gar liebt, hat im ausgestellten Figurenschach eine Form gefunden, die seine Lust am komischen Konfrontieren und Umkonstellieren von Ausgangslagen trägt und auf die Dauer des Films hält."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Junge Welt

Für Tina Heldt ist VICKY CRISTINA BARCELONA (VICKY CRISTINA BARCELONA Trailer) ein schlechter Film über gute Filme. "Es ist kaum auszuhalten. Man muß wider Willen einfach loslachen. In diesem Sinne sind Woody Allens Filme dann tatsächlich komisch ("Habt ihr die Szene mit Scarlett Johannson und dem Sitzmöbel gesehen? Einfach umwerfend!"). Nebenbei ist kaum etwas, was in diesem Film gesagt oder getan wird, weniger als zirka 150 Jahre alt. Penélope Cruz bringt dann doch ein bißchen Leben in die Bude. Und – Gipfel der Verruchtheit; "die freie Liebe" ist nicht fern – sie raucht Zigaretten."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Jungle World

Der Film ist für Jürgen Kiontke perfekt. "Woody Allens späte Filme funktionieren mehr als schillernde Seifenblasen. Sie nehmen ein, zwei Anläufe, um sich schwerelos davonzuschwingen. Woody Allen versteht es in VICKY CRISTINA BARCELONA (VICKY CRISTINA BARCELONA Trailer), beinahe gänzlich unironisch, das Leben in Beziehungsdramen zu fokussieren und von dort aus zu erklären. Die besondere Weisheit seiner Filme liegt genau hier, wo sie ihren Humor herhaben: Menschen leben in Beziehungen und erfahren von dort aus die Welt. Und den Humor als Droge dermaßen komplex, feinsinnig und rein auf der Leinwand zu erleben – diesen Luxus sollte man sich selbst in der Rezession erlauben."

04. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Die Zeit

Auf nach Spanien, empfiehlt Peter Kümmel. "Woody Allens Umgang mit Pointen ist altmeisterlich: Er lässt sie ungesagt, als wolle er nicht mit ihnen prunken; vielleicht hatte er aber auch keine zur Hand. Ob er sich verbraucht oder ob er beschlossen hat, sich völlig zurückzuhalten, bleibt in der Schwebe und ist fast das interessantere Rätsel als jenes, das der Film am Ende stellt: Ob nämlich einer von den vieren, Cristina, Vicky, Maria Elena und Juan, je glücklich sein wird – und ob sie es womöglich alle miteinander sein werden."

03. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal findet den Film anarchisch, amourös, amüsant. Er ist "weniger wegen des Umgangs mit Stereotypen komisch - obwohl die Unverfrorenheit, mit der Woody Allen diese inszeniert, auch was hat -, als wegen der Schauspieler. Die größte Überraschung dieses Films ist Penélope Cruz: Sie wird von Hollywood vornehmlich im ätherischen Fach besetzt und begeistert hier als temperament- und kraftvolle, jeden Streit begeistert suchende María Elena. Und Javier Bardem braucht seine schweren Lider nur schwerenöterig auf Halbmast zu senken, schon muss man lachen. Wenn denn je eine Chemie stimmte, dann die zwischen ihnen."

03. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Bert Rebhandl macht es der Regisseur dem Zuschauer bequem. "Woody Allen führt Menschen vor, die nach einem Gleichgewicht suchen. Er nimmt dabei tatsächlich eine souveräne Außenposition ein, wie er durch einen Erzähler verdeutlicht, der aus dem Off die Handlung begleitet, die Figuren vorstellt und auch gelegentlich ihre Handlungen kommentiert. Das Publikum kann den Film dadurch doppelt genießen: Die Wonnen der Identifikation werden durch die Wonnen des Überblicks noch verstärkt. Man kann mit den Figuren mitleiden und weiß dabei doch, dass das ein künstliches Paradies ist, ein Urlaub in exklusiven Gemäuern, die nur für einen Mann wie Woody Allen geöffnet werden."

02. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • film-dienst 25/2008

Es ist die alte Geschichte: Woody Allen kriegt nicht nur alle Frauen, er kriegt sie auch dazu, alles für ihn zu tun, schreibt Michael Kohler. "Die abstrusen Erzählwendungen und Nebenhandlungen von VICKY CRISTINA BARCELONA (VICKY CRISTINA BARCELONA Trailer) können hier nur angedeutet werden, genau wie das Vergnügen, Javier Bardem und Penélope Cruz in ihren grandios überkandidelten Rollen zuzusehen. Entscheidend ist ohnehin, dass nach dem ganzen Trubel am Ende wieder alles beim Alten ist."

01. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • kino-zeit.de

Peter Gutting ist begeistert. "Dass diese ganzen Wendungen so leichtfüßig daherkommen, ist nicht zuletzt das Verdienst überragender Schauspieler. Wie gewohnt läuft Scarlett Johansson bei Woody Allen zu einer Glanzleistung auf. Aber geradezu umwerfend sind Javier Bardem, Penélope Cruz und Rebecca Hall, die zum ersten Mal mit dem Regisseur gedreht haben. Wenn zum Beispiel Penélope Cruz die Fetzen fliegen lässt, dann spätestens weiß man, dass sich die Frage der Moralität in Liebesdingen nicht stellt. Das ist wild, amoralisch, schonungslos ehrlich. Und bei allen Schmerzen irgendwie schön."

01. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • arte.tv

Zu sehr haben die zwei Amerikanerinnen Thomas Neuhauser an die schlichten Weibchenrollen aus der täglichen Serienware erinnert. "Um keinen Beifall von der falschen Seite aufkommen zu lassen: Das schmälert das (männliche) Vergnügen nur unwesentlich und man darf vermuten, dass Woody Allen die Arbeit mit diesen Schauspielern in Barcelona so viel Spaß gemacht hat, dass er auf tiefere Bedeutung und Komplexität gut verzichten konnte. So ist es immer noch eine sehr amüsante Komödie vom großen Woody Allen, die man in bester Stimmung verlässt, aber eben auch schnell wieder vergessen hat."

01. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • br-online.de

Die süffisant augenzwinkernde Abhandlung über das verzweifelte Suchen und (Nicht-)Finden der Liebe hat Thilo Wydra überzeugt. "Gemeinhin sind die Woody Allen-Filme ohne Woody Allen die etwas weniger amüsanten, humorigen, intelligenten auch. Irgendetwas fehlt in diesen Filmen. VICKY CRISTINA BARCELONA (VICKY CRISTINA BARCELONA Trailer) ist da zu den Ausnahmen zu zählen, denn die aufgeladene hispanische Ménage-à-trois ist so schön rund und stimmig und in sich geschlossen, dass nicht wirklich etwas fehlen könnte."

01. Dezember 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • ray-magazin

Romantische Theorien im Praxistest hat Roman Scheiber ausgemacht. "Energetisch und mit hohem Eifersuchtsfaktor unterzieht Woody Allen die Konfrontation zweier romantischer Theorien dem Praxistest: Anfallsartige Leidenschaft (personifiziert durch die Libido-gesteuerte Cristina) versus langlebige Liebe (Kontrollfreak Vicky heiratet ihren Idealfreund, ohne aber Juan Antonio vergessen zu können)."

21. Oktober 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • critic.de

Lukas Foerster entdeckt den besonderen Charme des Films: "wunderbar altmodisches Genrekino, dessen analytisches, selbstreflexives Potenzial nie in den Vordergrund gerückt, sondern nur nebenbei verhandelt wird. Woody Allen, der sich selbst gerne in einer ganz anderen Tradition, nämlich der des klassischen Autorenkinos eines Ingmar Bergman verortet, dreht inzwischen Filme, die nahe dran sind am auf ähnliche Weise anachronistischen Spätwerk Alain Resnais’. ... zunächst ist VICKY CRISTINA BARCELONA nichts weiter als eine technisch perfekte Romcom mit tollen Schaupielerleistungen, wie sie Hollywood so schön nur noch selten zustande bekommt."

02. Oktober 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • programmkino.de

Hier knistert es, stellt Sascha Rettig fest. "In eine Altherren-Fantasie gleitet diese Beinah-jeder-mit-jedem-Geschichte allerdings nicht ab. Allen belässt es stets bei den teilweise sehr sinnlichen Küssen, bevor abgeblendet und die Fantasie der Zuschauer angeknipst wird. Statt in schwülen Erotikszenarien vor stimmungsvoller Mittelmeerkulisse schwelgt Allen viel lieber in durchweg Postkarten-tauglichen Impressionen Barcelonas, die er genüsslich ins sonnendurchflutete Klischee übertreibt."

02. Oktober 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel bescheinigt: "Woody Allen wie immer: geistreich, weitgehend unrealistisch, leicht und leichtfertig, ergötzlich, wahrscheinlich auch aus eigenen Erfahrungen sammelnd. Es ist wieder ein geglücktes Stück, zu dessen Gelingen natürlich auch die erstklassigen Schauspieler beitrugen: Javier Bardem als Juan Antonio (in jedem Film besser), Penélope Cruz als Maria Elena (explosiv wie immer), Rebecca Hall als Vicky (nobel und darstellerisch gut) sowie Scarlett Johansson (apart und gut)."

01. Oktober 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Filmbewertungsstelle

"Erneut zeigen die Charaktere Wendungen, die sie liebenswert und komplex erscheinen lassen und zeichnen damit den Autor und Regisseur als hervorragenden Beobachter und Kenner der menschlichen Psyche aus. Woody Allen verleiht seinen Figuren unterschiedliche Facetten, macht sie damit menschlich, und dank seiner gekonnten Schauspielerführung werden diese für das Publikum glaubwürdig und sympathisch."

22. Mai 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus ist durchaus angetan: "VICKY CRISTINA BARCELONA ist Allens verschmitzte Abrechnung mit amerikanischen Lebenswegen zwischen Investmentbanking, Vorstadthäusern und im Komfort erstarrten Ehen. Die so heiter erzählte wie ernst genommene Ménage-à-trois ist hier zwar keine Lebensutopie, aber doch ein Vorschlag. Und der Leidenschaftskuss der beiden Darstellerinnen Cruz und Johansson, die in Cannes massiv als L’Oréal-Ikonen auftreten, auch eine Fleisch gewordene Sponsorenfantasie."

19. Mai 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal geht es hier "um die Beziehungen zwischen Liebe, Kunst und Leben, um den Clash der Kulturen und eine diebische Freude am Klischee. Erstaunlich ist, was Woody Allen an Nuancen freilegt bei Schauspielern, die man bis zum Überdruss zu kennen meinte. Javier Bardem fixiert als liebevolle Karikatur eines Bohémian seine Damenbeute aus gefährlich runden Augen, während Penélope Cruz einen göttlichen Temperamentsausbruch nach dem anderen erleidet."

19. Mai 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte erzählt der Regisseur "den Film im Stil Truffauts mit einem betont sachlichen Erzähler aus dem Off. Doch mit JULES UND JIM gibt er sich nicht zufrieden, eine Ménage à quatre sollte es schon sein. Die schönste Liebesszene aber hat nur drei Mitwirkende: Scarlett, Penelope und eine Dunkelkammer. Alles an diesem Film ist vorhersehbar, aber was ist dagegen zu sagen? Es ist die Vorhersehbarkeit eines Weihnachtsfestes, an dem Santa Claus ausnahmsweise den gesamten Wunschzettel gelesen hat."

17. Mai 2008 | VICKY CRISTINA BARCELONA • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte entdeckt gute Schauspieler. "Trotz wildem Liebespiel, aufgeregten Zankereien und schmachtenden Küssen - am Ende bleiben alle in ihren alten Gefängnissen kleben. Und Woody Allen, der alte Zyniker, freut sich darüber, in seinem spanischen Sommernachtstraum mal wieder jede Menge schöne Frauen und haufenweise Schauspieltalent versammelt zu haben - allen voran übrigens die bezaubernde britische Theater-Actrice Rebecca Hall, die als zwanghaft rationale Vicky Allens hübsches Alter Ego gibt."

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