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WALTZ WITH BASHIR

WALTZ WITH BASHIR

Regie Ari Folman
Kinostart 06.11.2008
Genre Drama, Kriegsfilm

Kritiken • WALTZ WITH BASHIR

15. November 2010 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Waltz With Bashir

Mehr Trailer und mehr Bilder zu WALTZ WITH BASHIR auf trickfilm-zeit.de

14. November 2010 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Waltz With Bashir

Überblick zum Film auf moviepilot.de

04. Dezember 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Bettina Spoerri ist begeistert. "Mit unheimlichen Albtraumbildern setzt ein künstlerisch meisterhafter Animationsfilm ein, der von kollektiver Verdrängung, dissoziativen Reaktionen, der schwierigen Erinnerung an traumatisierende Kriegserlebnisse und Schuldgefühlen handelt. Und er wagt sich an ein grosses Trauma sowohl der Palästinenser wie der Israeli (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen): das Massaker in Sabra und Chatila, das die Anhänger des kurz zuvor ermordeten Phalangisten Bashir Gemayel an den Palästinensern verübten."

08. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Die Zeit

Großartig nennt Diedrich Diederichsen den Animationsfilm. "Den Einwand, dass auch kritische Kriegsfilme, die mit Empathie und Identifikationsangeboten arbeiten, für den Krieg werben, indem sie ihn als Bühne und Kulisse für Leben und Entwicklung zeichnen und eine falsche Darstellbarkeit suggerieren, nimmt WALTZ WITH BASHIR ernst. Er versucht nicht zu zeigen, wie es war, sondern dass man aus gutem Grund nicht mehr genau weiß, wie es war. Zugleich versucht er, Bilder zu liefern für die Rekonstruktion einer erträglichen und der Verarbeitung produktiven Erinnerung. Es sind keine Bilder, die etwas erklären und formulieren, sondern die zeigen sollen, wie innere Bilder, Erinnerungsbilder überhaupt zustande kommen. Hier geht es nicht um historische Fakten, sondern um deren Spuren im Medium der Seele."

07. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Der Spiegel

Ilse Henckel lobt das ästhetisch außergewöhnliche Werk. "Hier wurde kein konventionell hergestellter Spielfilm nachträglich per Software digitalisiert und verfremdet (wie Richard Linklaters WAKING LIFE von 2001), keine Comic-Autobiografie animiert (wie Marjane Satrapis PERSEPOLIS) - der Regisseur ließ authentische Aufnahmen von Interviews und Gesprächen, Traumsequenzen und Rückblenden - Realität wie Fiktion - Einzelbild für Einzelbild in kräftigen, kantigen Strichen und gedeckten Farben nachzeichnen. Ein Stilmittel, das zugleich distanziert und intensiviert - und aus WALTZ WITH BASHIR einen sehr persönlichen Kriegsfilm macht, der tief unter die Haut geht."

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur Ari Folman spricht mit Julia Teichmann über seinen animierten Dokumentarfilm WALTZ WITH BASHIR.

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Der Freitag

Während die meisten Kriegsfilme aus der Perspektive der militärisch überlegenen Macht dem Rausch des Heroismus verfallen, stellt Waltz with Bashir die Verletzlichkeit der einzelnen Subjekte in den Mittelpunkt, schreibt Tilman Vogt. "Die Urangst der Soldaten ist trotz Kampfverband und Panzerung das Alleingelassenwerden, das sich bei fast allen von Folmans Gesprächspartnern zum Trauma herausgebildet hat. Trotz solcher einfühlsamen Darstellung der Nöte israelischer Soldaten meistert Folmans Film bravourös den Drahtseilakt, damit nicht die Opfer der Militärmaschinerie und das Leiden der palästinensischen und libanesischen Zivilbevölkerung zu überblenden. Durch die Zuspitzung im Massaker von Sabra und Schatila werden sie gar in den Vordergrund gestellt."

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Berliner Zeitung

Das ist so surreal wie APOKALYPSE NOW, meint Matthias Heine, "obwohl es ganz real ist - real als Erinnerung an etwas, das tatsächlich geschehen ist, aber das anders aussah, als es nun im Kopf der Erinnernden erscheint. Zu den atemberaubenden Verfremdungen trägt vor allem die Farbdramaturgie bei: Die Szene, in der die Israelis sich aus Gründen der Tarnung mit einem Hochzeitsbootanschleichen, ist ganz in blau getaucht. Dazu läuft der Achtzigerjahre-Hit "Enola Gay" von OMD (in dem es, der kitschigen Form zum Trotz, um den Abwurf der Hiroschima-Bombe ging). Da wundert es dann auch niemanden mehr, wenn Meerjungfrauen die Soldaten berücken."

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland sah ein ungewöhnliches Projekt, eine politische Dokumentation, die in Form eines Animationsfilms erzählt wird. Der "Film wird zum Essay über das Wesen der Erinnerung, die nach seiner Ansicht weit künstlicher ist, als man es glauben möchte: Der Mensch füllt die Löcher seiner Erinnerung mit ausgedachten Erinnerungen. Die Animation auf Grundlage von Bildern des israelischen Kinderbuchautors David Polonsky ebnet diese Unterschiede ein, und schafft eine eigene Ebene. Bestechend schlüssig tritt hier popkulturelle Ästhetik in den Dienst der Aufklärung."

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Neues Deutschland

Der Filmemacher hat sich und laut Lilian-Astrid Geese "Israel an die Schrecken von Sabra und Shatila herangeführt. Erinnern heißt, Verantwortung übernehmen. Das macht diese faszinierende Produktion mit Flash, 3D und klassischer Animation eindrucksvoll klar. WALTZ WITH BASHIR, begeistert aufgenommen in Cannes 2008 und nominiert 2009 für den Oscar als beste fremdsprachige Produktion, ist ein intellektueller und politischer Film. Ein Kinowerk, das in der Geschichte des Dokumentarfilms ein neues Kapitel aufschlägt und dazu beiträgt, dass niemand das Kapitel des Libanonkrieges in Israel – und weltweit – so einfach zuklappt."

06. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Junge Welt

Brisanter als jeder Politthriller ist WALTZ WITH BASHIR für Robert Best. "Es ist ihre expressionistische Bebilderung, die diese Reise in verschüttete Erinnerungen zu einem Meisterwerk macht. Mal wirkt WALTZ WITH BASHIR wie der finsterste Film Noir, mal wie ein Krimi, in dem jeder einzelne angespannte Anblick sich ins Gehirn brennt. Der israelische Filmemacher Ari Folman hat einen autobiographischen Animationsfilm vorgelegt, der avantgardistischer ist als das Gesamtwerk der Pixar-Studios und brisanter als alle Politthriller der letzten Jahre zusammen. Düster gelbstichig sind die präzise gezeichneten Bilder, bedrohlich arglos die Figuren. Aus ihren Erinnerungsblockaden erwachen Ari und seine ehemaligen Kriegskameraden so langsam wie Schlafwandler."

05. November 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Der Tagesspiegel

Eine Kriegsgeisterstunde sah Christiane Peitz. "Ein Schockbildertrip, surreal, hyperreal. ... Wirklichkeitsfetzen, Erinnerungsskizzen, Verdrängtes. Erfundene, halluzinierte Reminiszenz – all das schiebt sich ineinander, Traum und Albtraum verschmelzen. Am Ende sieht man reale Aufnahmen von weinenden, schreienden Frauen aus einem der Lager. Überlebende. Es ist nicht mal eine Minute. Die Minute, die Ari Folmans System nicht gespeichert hatte. Danach ist man froh, dass vorher alles Trickfilm war, halbwegs erträglich anzusehen."

28. Oktober 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • critic.de

Birte Lüdeking ist begeistert. "In der letzten Szene wechselt die Animation zu Realaufnahmen des Massakers von Sabra und Schatila, das von den israelischen und libanesischen Verantwortlichen bis heute unter den Teppich der Geschichte gekehrt wird. Gerade dieser schockartige Kontrast wirkt wie ein Gegenmittel zur schleichenden Gewöhnung an die täglichen Schreckensbilder der Fernsehnachrichten. Und er führt uns schmerzhaft vor Augen, dass das Vorangegangene nicht reine Fiktion und bloße Fantasien waren. Auch wenn die individuelle Erinnerung fehlbar sein mag, ist Folmans Film dennoch der aufwühlende Appell an ein kollektives Gedächtnis."

27. Oktober 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • kino-zeit.de

Trotz der Distanz, die die animierten Bilder schaffen, fühlt sich Joachim Kurz förmlich in das Geschehen hineingezogen. "Neben der Befreiung von den real vorfindbaren Bildern ist WALTZ WITH BASHIR auch und vor allem die Beschwörung der Geister der Vergangenheit und damit die Auflösung eines nicht nur nationalen, sondern globalen Traumas. Denn berücksichtigt man all die Soldaten anderer Nationen, denen in den diversen Kriegen der letzten Jahre und Jahrzehnte Ähnliches widerfahren ist, dann erkennt man schnell, welches brisante und wichtige Thema Ari Folman hier zu einem wahren Meisterwerk verwandelt hat."

22. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Die Zeit

Für Katja Nicodemus bringt der Film den Schrecken des Krieges auf die Leinwand, ohne in die Banalität der Nachstellung zu kippen. "Es ist tatsächlich ein brennender Film, mit Bombengrollen und apokalyptischen Höllenfarben am Horizont. ... Am Ende schwenkt Waltz with Bashir in die Palästinenserlager von Sabra und Shatila, wo christliche libanesische Milizen unter den Augen der Israelis Tausende von Zivilisten ermordeten. Hier umschließt die seltsam schroffe und reduzierte Animationsästhetik das Grauen der Massaker, aber auch die Schuldgefühle der israelischen Soldaten. So gelangt Waltz with Bashir über den Umweg der Verfremdung und Überhöhung zur Wirklichkeit eines Kriegsverbrechens."

20. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland ist begeistert: "WALTZ WITH BASHIR ist eine präzise historische Dokumentation, erzählt aber zugleich etwas Universales: Die Entmenschlichung im Krieg, der sich Soldaten keiner Armee entziehen können, und die den Film brennend aktuell macht. Der Animationsstil bewirkt nur am Anfang Distanz: Fern aller Klischees findet Folman phantastische Bilder und der Horror des Krieges wirkt hier plötzlich surreal."

18. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Der Film ist für Martin Walder "ein halluzinatives, fragiles Bild geworden, in dem das Schreckliche des Kriegs im kindlichen Cartoon-Stil nicht verniedlicht, sondern gerade tückisch zugespitzt erscheint und das Seelische sich in Traumbildern von beunruhigender Schönheit behaupten will. WALTZ WITH BASHIR wurde als realer Videofilm produziert und danach animiert. Und es erweist sich, dass der Haarschopf und das Gesicht eines toten Mädchens in den Trümmern einem auf diese Weise viel näher gehen als ein gängiges Agenturbild. Und wenn der Film dann ganz am Schluss doch noch kurz in das aus dem Fernsehen vertraute Realbild kippt, erhält sogar dieses den ihm innewohnenden, aber längst verlorengegangenen Schmerz zurück."

17. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Berliner Zeitung

Es ist der bislang beste, überragende Beitrag im Cannes-Festival für Anke Westphal. WALTZ WITH BASHIR ist "nicht nur ein therapeutischer Film über Kriegstraumata und Mitschuld geworden, sondern auch einer über die Anatomie der Erinnerung. Überragend ist WALTZ WITH BASHIR durch die ästhetische Form, die Ari Folman hier fand. Er drehte einen "dokumentarischen Animationsfilm" ... Das Ergebnis ist ein ebenso heikler wie gelungener Vermittlungsakt zwischen popkulturellen Ästhetiken, dokumentarischen Mitteln und tradiertem Antikriegskino - mit durchaus streitbaren Thesen wie der, dass israelische Soldaten maschinell zu töten imstande sind, weil sie durch den Holocaust darauf vorbereitet sind."

17. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist begeistert: "Der Regisseur zeigt sie als talking heads in Flash-Animation und schneidet, nachinszenierend, die geschilderten Kriegsszenen dazwischen. Die ästhetische Kohärenz der gezeichneten bewegten Bilder lässt so nicht nur die Gewalt bedrückend gegenwärtig erscheinen, sondern verwandelt die sich zögernd Erinnernden zu fortlebenden Gespenstern, ja Geiseln ihrer eigenen Geschichte. ... WALTZ WITH BASHIR ist aufregend, bewegend, allseitig klug.

16. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Der Spiegel

Laut Andreas Borcholte gelingt den Filmemachern "eine neuartige Form der Kriegs-Doku, die sowohl visuell fasziniert, als auch emotional aufrüttelt. "Folmans Film ist nicht ohne Makel, denn die visuelle Überraschung täuscht über einige dramaturgische Schwächen hinweg, und dass der Film, so klingt es in einigen Interview-Passagen an, eine Parallele zwischen Auschwitz und dem Palästinenser-Massaker schlägt, ist recht radikal und dürfte in Israel für Kontroversen sorgen, wo die Geschehnisse von damals zwar aufgearbeitet sind, aber immer noch als Trauma über der Nation hängen."

16. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Die Tageszeitung

Nur das Ende des Films hat Cristina Nord nicht überzeugt. "Die Klarheit der Animation, das Nebeneinander von Traum und Wirklichkeit, der etwas grobe Strich, dazu der harte Einsatz von Musik: All das öffnet Folman einen Raum, in dem er viel direkter über Erinnerung, Trauma und Vergessen reflektieren kann, als das im Realfilm möglich wäre. Wie leicht die Gefahr von Plumpheit droht, zeigt der Regisseur unfreiwillig in den letzten Einstellungen. Es sind Videobilder aus den Lagern, aufgenommen am Morgen nach dem Massaker. Man sieht obszön verformte Leichen, Fliegen, Blut und Staub. An dieser Stelle hat man zum ersten Mal den Eindruck, WALTZ WITH BASHIR wolle zu Empathie und Emotion zwingen."

16. Mai 2008 | WALTZ WITH BASHIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte lobt die politische Brisanz. "Ari Folmans anfänglich surreal anmutender, schließlich verstörend sachlicher Animationsfilm begreift die Erinnerung als Alien: Unfassbar in ihrer amorphen Struktur, nicht zu greifen und doch - gerade in ihrer kollektiven Form - von gespenstischer Macht. Vier Jahre hat er an diesem Film gearbeitet, er nennt sie seine Therapie. So wurde das Motiv des Eröffnungsfilms, kollektive Erblindung, schon am zweiten Tag ein politisches Thema von höchster Brisanz."

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