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CHE - REVOLUCION

CHE - REVOLUCION

Regie Steven Soderbergh
Kinostart 11.06.2009

Kritiken • CHE - REVOLUCION

07. Mai 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Der Regisseur legt sich nicht fest, bricht seinen eher gemächlichen Erzählrhythmus hin und wieder, schreibt Andreas B. Krüger. "Zwar werden Gut und Böse nur zaghaft bestimmt, doch im Zweifelsfall ergreift er Partei für seinen Protagonisten und seine Anhänger. ... Sein Interesse liegt eher im Darstellen als im Reflektieren; ebenso wenig, wie Gründe für das Agieren Ches gegeben werden, spricht der Film die Effekte seines Handelns und des Krieges an. Das lässt eine von Interpretationen größtenteils bereinigte Leere entstehen."

11. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Jungle World

Ein filmisches Denkmal sah Jürgen Kiontke. "Nun soll man nie das Filmende verraten, aber in diesem Fall kann man vorwegnehmen: Der Berufslyriker und Revolutionsroboter hat seine Sache gut gemacht. Auch seinem späten Chronisten Steven Soderbergh kann man attestieren, dass er seine Aufgabe nicht mal schlecht bewältigt. Sein Film ist lange Zeit dies: unaufgeregt und unspek­takulär; er erklärt, zeigt, dokumentiert, bildet naturgetreu ab. Man wird nicht belehrt und lernt durchaus etwas."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Spiegel

Regisseur Steven Soderbergh mutet den Zuschauern in seinem Biopic CHE - REVOLUCION (CHE - REVOLUCION Trailer) einen gestrengen und ernsthaften Revolutionär zu, der so gar nicht in unsere ironisch gebrochene Zeit passen mag, schreibt Birgit Glombitza. "Dies ist vielleicht das Provokanteste an Soderberghs Unterfangen: Der Anachronismus, mit dem er uns einen disziplinierten, tapferen und klugen Widerstandskämpfer vor die Augen setzt. Einen Che, der in seiner revolutionären Strenge so anders ist als der hübsche, jugendliche Draufgänger (Gael Garcia Bernal) in DIE REISE DES JUNGEN CHE von Walter Salles."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist enttäuscht. "Durch eine dokumentare Ästhetik, etwa Handkameras, sucht Steven Soderbergh zwar Pathos zu vermeiden, doch das funktioniert nicht, weil der Regisseur dennoch dem Mythos des Revolutionärs folgt, anstatt ihn zu befragen. Che kennt keine Schwäche, nicht einmal die Krankheit ist eine. Zu solcher Überwindung, die immer auch Verleugnung ist, gehört einige Grausamkeit. Die ist jedoch kaum Thema des Filmprojekts. Einmal heißt es hier, dass ein Revolutionär der Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit verpflichtet sei. Diesen Anspruch an einer filmischen Wirklichkeit abzugleichen, wäre eine Aufgabe gewesen."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Georg Seesslen rettet das Filmteam Che davor, zum leersten Bild unserer Zeit zu werden. "Aber das ist nur eine Seite. Die andere Seite von Soderberghs Filmen ist: Jede Einstellung, jeder Übergang, jede Geste und jedes Objekt vor der Kamera nimmt die Menschenarbeit der Revolution ernst. Jenseits von Mythos, Mensch und Geschichte gibt es das denkende Bild, das alles drei zusammenfasst und darüber hinausgeht. Und das ist genau das, wofür es sich lohnt, Filme zu machen und Filme zu sehen."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler bezeichnet dies als Kino im Guerillastil. Dies "ist eine Heldenverehrung ohne menschlichen Helden, ein Film, der alle Erwartungen an das Unterhaltungskino unterläuft und das internationale Publikum zudem mit einer spanischen Tonspur vor den Kopf stößt. Auch hinter der Kamera lautet die Losung Alles oder Nichts, wobei Steven Soderberghs "Krieg" reiner Selbstzweck ist. Er will sich selbst beweisen, dass aus einem interesselosen Blick automatisch große Kunst entsteht, und wenn das Publikum dabei mitzieht, umso besser. Das ist Kino im Guerillastil, aber noch lange keine Revolution."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Freitag

Andreas Busche hat Zeitgeist ausgemacht. "Steven Soderberghs Che ist im streng marxistischen Sinne ein Diener der Revolution, Träger eines Kollektivgedankens. Diese Absolutheit scheint nahezulegen, dass Ernesto Guevara nicht, wie Jean-Paul Sartre einmal formulierte, "der kompletteste Mensch unserer Zeit" war, sondern vielmehr der perfekte Revolutionär: einer, der den gesellschaftlichen Umbruch mit jeder Faser seines Körpers lebt, theoretisch als auch praktisch. Steven Soderbergh nimmt also den Mythos und stellt ihn von den Füßen auf den Kopf und wieder auf die Füße."

10. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Standard

Für Bert Rebhandl bleibt der Regisseur "der Figur Guevara gegenüber eigentümlich distanziert. Er unterlässt jeden Versuch der komplexeren Motivierung, stattdessen bleibt CHE - REVOLUCION (CHE - REVOLUCION Trailer) ein Panorama der Äußerlichkeiten, und erst der zweite Teil CHE - GUERILLA wird mit seinen vielen komplementären, nun aber unter anderen Vorzeichen stehenden Szenen zeigen, dass dieses Filmprojekt tatsächlich eine Wahrheit hinter der Ikone zutage bringen konnte."

07. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Tagesspiegel

Revolution in – gefühlter – Realzeit hat Jan Schulz-Ojala gesehen. "So hat es durchaus eigentümlichen Reiz, mit Benicio Del Toro und Steven Soderbergh zwei durch Hollywood hinlänglich geprägten Charakteren dabei zuzusehen, wie sie auch durch Einbeziehung der Erinnerungen einstiger Mitstreiter Guevaras die geschichtlichen Abläufe so skrupulös wie möglich nachstellen. Was auch heißt: History, und sei sie im Detail noch so dröge, obsiegt über Story. Immer wenn sich die Chance zum Drama ergibt, etwa bei der Verurteilung von Verrätern in der kubanischen Sierra Maestra, drängt die nächste sedierende – und doch enervierend fahrig angerichtete – Szene."

02. Juni 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • film-dienst 12/2009

Von einigen Schwachpunkten abgesehen, begrüßt Wolfgang Hamdorf den zurückhaltenden Umgang mit dem revolutionärem Pathos. "Trotz des Millionen-Etats, zahlreicher Drehorte und internationaler Stars inszeniert Soderbergh ganz im Duktus des „guerilla filmmaking“, mit Handkamera, im Dokumentar- und Reportagestil. Dadurch wirken auch die Schauspieler erstaunlich natürlich... Am Ende des Ausflugs in die Geschichte der kubanischen Revolution wird deutlich, dass Steven Soderbergh den revolutionären Mythos nicht in Frage stellt, ihn durch eine eigene Ästhetik und die elliptische Struktur eher verjüngt."

01. Mai 2009 | CHE - REVOLUCION • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns wägt die Vorzüge und Mängel des Films ab. "Irgendwann ist der Film dann vorbei, mitten in der Revolution, und hat keine der Erwartungen, die man an einen gewöhnlichen biographischen Film hat, erfüllt.
Dieser strukturalistische Ansatz ist einerseits eine große Qualität, mit der sich Steven Soderbergh andererseits auch der Notwendigkeit entzieht, eine ideologische Position zu beziehen."

21. August 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • arte.tv

Laut Julien Welter bleibt Steven Soderbergh "seinem distanzierten, 'glatten' Stil treu: kein Pathos und keine unerträgliche Momente. Es wäre falsch, dies als mangelnde Risikobereitschaft zu deuten, denn diese Vorgehensweise trägt nicht nur dazu bei, den Film trotz gigantischer Laufzeit im Zaum zu halten, sondern auch dazu, dem politischen Engagement des bekanntesten Revolutionärs gerecht zu werden."

24. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist enttäuscht. "In beiden Filmen fällt kein Schatten auf den moralisch tadellosen Revolutionär, zugleich ist abseits von ewigen Scharmützeln verblüffend wenig zu sehen. So viel Spannungsreiches, auch Ambivalentes – etwa aus den ersten kubanischen Regierungsjahren – hätte das Material hergegeben. Aber Soderbergh und del Toro beschränken sich, trotz vier satter Spielstunden, auf den filmisch und thematisch magersten Nenner."

23. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Spiegel

Aufdringlich undramatisch nennt Wolfgang Höbel die Filme. "Nur leider erweist sich das Herumhängen mit dem Revolutionär als allenfalls mittelprächtig unterhaltsames Unterrichtsexperiment eines cineastischen Vertrauenslehrers, der sich aller moralischer Wertungen strikt enthält. Soderbergh stellt ein authentisches Guevara-Interview aus den frühen Sechzigern nach und streut Schnipsel daraus in die erste Hälfte des Films; ähnlich macht er es mit einer Rede des Helden vor der Uno aus der gleichen Zeit. Das hat tatsächlich den rauen Charme von Schulfunk, ist aber immerhin ein Versuch, ahnungslose Zuschauer bei der Stange zu halten."

23. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film hat zwar ein Konzept, aber überzeugen kann er Cristina Nord trotzdem nicht. "CHE steckt auf halbem Weg fest. Der Film singt kein Hohelied auf Guevara, aber um die heiklen Punkte in dessen Biografie mag er sich nicht kümmern. Was macht der Mann 1965 im Kongo? Soderbergh verrät es nicht. Wie ist sein Verhältnis zu Castro nach 1959? Und trägt Guevara dazu bei, dass das hoffnungsfrohe Kuba von 1959 binnen kurzer Zeit sein Gesicht wandelt? Der Film hat kein Interesse, es herauszufinden. Er arbeitet strikt antipsychologisch, was großartig wäre, wenn nur irgendetwas anderes das Vakuum füllte. CHE ist, was die Vita der Hauptfigur ganz sicher nicht war: langweilig."

23. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist enttäuscht: "Es ist zum einen diese merkwürdige Mischung aus enervierender Ausführlichkeit und geradezu kaltschnäuziger Flüchtigkeit, die diese Filmbiographie zu einer frustrierenden Seherfahrung macht. Zum anderen ist es die ästhetisch fatale Entscheidung, einen Film, der fast nur aus Außenaufnahmen besteht, im Videoformat HD zu drehen. Die flachen Bilder geben kein Gefühl für die Wälder Boliviens, nicht einmal für das Wetter. ... CHE ist wie SEX, LÜGEN UND VIDEO - nur ohne den Sex und die Lügen."

23. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Die Berliner Zeitung

Anke Westphal hält nicht viel von dem Film."Steven Soderberghs CHE – REVOLUCION indes ist nur das Ergebnis eines Bekenntnisdrangs: Der Oberprimus des Independent-Kinos wollte es den US-Ausbeutern mal so richtig zeigen. In Cannes zermartern sich nun Filmhändler die Köpfe darüber, wie man diese Schwärmerei vermarkten könnte."

23. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh hat den Film in Cannes gesehen. "Wie hat er gehandelt, nach welchen Maßgaben und für welche Ziele gekämpft? Das Ergebnis dieses Unterfangens ist widersprüchlich. Der Blick auf den Revolutionär bleibt distanziert, obwohl er auf Augenhöhe einrastet und eine Form von Komplizenschaft sucht. Eine Perspektive, die mitunter allzu sehr einem Anschauungsunterricht zu revolutionärem Handeln gleicht."

14. Mai 2008 | CHE - REVOLUCION • Kritik • Filmfestival Cannes

Datenblatt des Films beim 61. Filmfestival in Cannes.

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