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IL DIVO - DER GÖTTLICHE

IL DIVO - DER GÖTTLICHE

Regie Paolo Sorrentino
Kinostart 16.04.2009

Kritiken • IL DIVO - DER GÖTTLICHE

16. März 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Diverse Erzählellipsen und ausgiebige Kamerafahrten, surrealistische Einschübe und musikalische Kontraste zur Handlung setzt der Regisseur diesmal noch exzessiver ein als in seinen vorherigen Filmen, stellt Birte Lüdeking fest. "Es ist die Stärke von Sorrentinos Porträt, dass er kein eindeutiges Urteil fällt und dem Politiker trotz aller unverfrorenen Anspielungen eine Vielschichtigkeit zuschreibt, die ihn als Charakter so faszinierend macht."

16. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Bettina Spoerri sah die Demontage eines sanften Machtbesessenen. "Je besser man die Geschichte der italienischen Innenpolitik kennt, desto vielschichtiger zeigt sich dieser Film. Geschickt jongliert IL DIVO - DER GÖTTLICHE (IL DIVO - DER GÖTTLICHE Trailer) mit Anspielungen und suggeriert Zusammenhänge, wo es laut Andreotti keine geben soll: so etwa in der dramatisch wechselnden Schnittfolge zwischen der Erschiessung des flüchtenden Lima durch die Cosa Nostra und Andreottis glücklosem Besuch bei einem Pferderennen. Mit Slow Motion und anderen Verfremdungseffekten, einem oft ironischen Einsatz von Musik, einigen bis zum Comicartigen oder auch Surrealen überzeichneten Details in dichten Close-ups und künstlich stilisierten Figuren demontiert Sorrentino den Gestus einer machthungrigen und zynischen Regierungselite."

16. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Politiker wird hier laut Katja Lüthge nicht geschont. "Zum Buckel hochgeschobene Schultern, große hängende Ohren, monströse Brille, Trippelschritte, stoischer Blick und scheinbar athritisch veränderte Hände, die dem Gegenüber drucklos dargereicht werden - Toni Servillo spielt Andreotti als ganz und gar unmännliche Figur mit der Herzlichkeit einer Wachsfigur. Als Redner erstaunlich souverän, beherrscht der Politiker den Umgang mit der Öffentlichkeit, mit den Medien indes perfekt."

16. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • telepolis.de

Laut Rüdiger Suchsland geht es "Film und Regisseur um eine höhere, symbolische Wahrheit und insofern auch letztlich nicht um den realen Andreotti - vielmehr wird dieser zur Chiffre für das politische System seiner Heimat. Ohne zu moralisieren übt der Film scharfe politische Kritik an den Verhältnissen und knüpft hier auch an die gute italienische Tradition des universal gültigen Politthrillers an ... Der Eindruck der sich einstellt kann in das Gefühl der Vergeblichkeit münden, der Machtlosigkeit gegenüber Gewalt und Unrecht des Systems."

16. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • perlentaucher.de

Thomas Groh hätte gern gewußt, woher der Mann kommt, was ihn zu dem gemacht hat. Trotz aller Andeutungen und Suggestionen gibt der Film dazu "keine Auskunft. Statt dessen formuliert Paolo Sorrentino im steten Wechsel der Zeitebenen, vermittels eines nicht enden wollenden Informationsstakkatos und mit unbändig viel Stilbewusstsein das Rätsel rein des Rätsels wegen: Entropie statt Aufklärung, Stillstand statt Erkenntnisgewinn. Und gut anzuschauen ist das bei einem virtuosen Stilisten wie Sorrentino allemal."

16. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • kino-zeit.de

Aberwitzig findet Joachim Kurz "die Montagen, in denen politische Morde gegen Bilder des Politikers geschnitten werden, in denen für Momente die rasante Handlung brutal gestoppt wird, um Raum zu schaffen für theaterhafte Monologe und Bekenntnisse, für Bilder von rauschenden Party und eindrucksvollen nächtlichen Szenen, in denen der mächtigste Mann Italiens in Begleitung seiner Prätorianer durch Roms verregnete Straßen wandelt."

15. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Berliner Zeitung

Für Bert Rebhandl bewegt sich der Film zwischen juristischem Beweis und übler Nachrede. Der Kritiker sah ein Meisterwerk über unsere Vorstellungen von Macht. Der Regisseur "widmet einen nicht geringen Teil seines Films dem Protokoll, mit dem ein Politiker sich umgibt - die Kamera fährt die langen Korridore entlang, auf denen sich die Taschenträger, Bittsteller, Einflussnehmer bewegen. Immer ist Andreotti am Ende des Korridors, in einem letzten Raum, in dem er fast gar nichts mehr tun muss - die Macht erhält sich durch einschüchterndes Schweigen."

15. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala erzählt der Film davon, wie Macht funktioniert. "Insgesamt verblüffend leicht verständlich kommt der Film daher, was – abgesehen von seiner auf eine Figur zentrierten, mitunter fast fellinesken Opernhaftigkeit – vor allem den klaren politischen Frontstellungen jener Ära geschuldet ist: Linke gegen Rechte, Judikative gegen Exekutive. Das heutige Italien, und das erklärt auch das Scheitern neuerer filmischer Angriffsversuche im Stil von Nanni Morettis DER ITALIENER, ist viel schwerer fassbar."

15. April 2009 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Die Tageszeitung

Dunkel funkelt hier die Selbstherrlichkeit des Politikers, meint Birgit Glombitza. Sie lobt besonders den Hauptdarsteller. "Er spielt ihn tatsächlich so meisterhaft und stilisiert, mit einem minimalen Aufgebot an Gesten und Mimik, dass sich seine Schöpfung bereits nach wenigen Sekunden als eine der ambivalentesten Erscheinungen politischer Machthaberei aus dem Dunkeln schält. Abstoßend in seiner reptilienhaften Reglosigkeit und faszinierend in seinem jahrzehntelangen Erfolg zugleich."

24. Mai 2008 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Der Spiegel

Eine amüsante Groteske sah Lars-Olav Beier. "Sorrentinos Polit-Epos wirkte im Wettbewerb auch deshalb wie eine Befreiungsschlag, weil er als erster Film seit Ari Folmans WALTZ WITH BASHIR den Mut zur Stilisierung hatte, statt das Publikum mit schmucklosem Realismus zu konfrontieren. Hauptdarsteller Paolo Servillo wirkt mit seinem maskenhaften Gesicht und seinen eckigen Bewegungen bisweilen wie eine Puppe aus der britischen Satiresendung "Splitting Image" – und doch kommt die Figur dem Zuschauer menschlich weit näher als Che Guevara in Soderberghs viereinhalbstündigem Film. "

24. Mai 2008 | IL DIVO - DER GÖTTLICHE • Kritik • Der Tagesspiegel

Wie packend man eine Legende ins monumentale Bild setzen und zugleich fundamental dekonstruieren kann, zeigt der laut Jan Schulz-Ojala dieser Film. "Sorrentino findet hierfür immer wieder Arrangements von geradezu fellinesker Wucht und entwirft, pünktlich zu Beginn der dritten Ära Berlusconi, eine bestechend finstere Vision. Italien erscheint als geistig und politisch völlig ausgeblutetes Land, das nur noch von Wachsfigurenkabinetten regiert werden will, mit Finsterlingen an der Spitze."

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