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GOMORRHA

GOMORRHA

Regie Matteo Garrone
Kinostart 11.09.2008

Kritiken • GOMORRHA

12. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Der Freitag

Der Film hat Claudia Lenssen wie aus einem ausweglosen Höllenkreis der Erbärmlichkeit, Gewalt und Geschäftemacherei entlassen. "Welch unermessliche Profite die Camorra aus den illegalen Branchenmonopolen abschöpft, wie sie sich zum Krebsgeschwür der internationalen Wirtschaft entwickelt und welche Macht die Chefs anhäufen - diese Zusammenhänge beschreibt der Roman. Das Filmskript, das Saviano mit dem Regisseur verfasste, konzentriert sich auf das untere Ende der Hierarchie. Gomorrha ist entsprechend der biblischen Titelmetapher das Sittenbild einer Welt, in der die Unterscheidung von Recht und Unrecht nicht existiert."

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Der Spiegel

Als kühle Mafia-Studie bezeichnet Christian Buß den Film. "Verwaltung, Politik und freie Wirtschaft, all die Gesellschaftszweige, die auf die eine oder andere Weise involviert sind in die Geschäfte der Camorra, kommen kaum vor. Diese Beschränkung der Sicht ist Schwäche und Stärke des Filmes zugleich: So zaghaft angedeutet die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge und die globalen ökonomischen Verstrickungen bleiben, so schonungslos folgt Regisseur Matteo Garrone den Kraft- und Kapitalströmen innerhalb des Camorra-Kosmos selbst."

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Berlner Morgenpost

Barbara Schweizerhof ist begeistert: "Die Stärke des Films macht aus, dass es Regisseur Matteo Garrone gelungen ist, diesen Atem der Vorlage zu bewahren, jenes Hinschauen wollen, es genau wissen wollen. Obwohl er nur einen Bruchteil des Buches in Bilder umsetzt, steht der Film in der Liebe zum Detail dem Buch in nichts nach. ... Die große Falle für Filme über die Mafia war immer die, dass sie ihre Antihelden glorifizieren. Von Don Corleone bis zu Tony Montana. Nichts davon gibt es in diesem Film."

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Junge Welt

Keine Helden, kein Camp, kein Glamour, keine Ironie, schreibt Ambros Waibel. "Im Film ist die Vielschichtigkeit der Erzählung und der Analyse der Vorlage nicht herzustellen. Garrone versucht es erst gar nicht. Was ihm hervorragend gelingt, ist, dem Zuschauer über mehr als zwei Stunden eben das Gefühl zu vermitteln, an der falschen Bushaltestelle ausgestiegen, am undechiffrierbaren Ort alleingelassen, ein chancenloser Eindringling zu sein."

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Berliner Zeitung

Gerhard Midding spricht mit dem Regisseur.

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Die Tageszeitung

Anke Leweke spricht mit dem Regisseur über Mafia-Filme.

11. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Die Zeit

Petra Reski hat den Regisseur in Rom getroffen, bei dem er von seinem Blick auf die Verbrecher und den Wünschen seiner Darsteller erzählt.

10. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal sah mit GOMORRHA den besten und eindringlichsten Mafia-Film seit Jahren. "Das alles ist ganz unspektakulär gefilmt, in einem pseudodokumentarischen, veristischen Stil, was jene Glaubwürdigkeit noch erhöht, die der Film bereits durch seine Buchvorlage, die Drehorte und Mitwirkenden gewinnt. Darüber hinaus aber ist GOMORRHA auch eine zornige Klage über die unfassbare Verschwendung von Leben, denn Jugendliche bilden so etwas wie das Zentrum dieses in seinem Figuren- und Episodenreichtum totalen, aber nicht zwanghaft um Geschlossenheit bemühten Films."

10. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Atemberaubend, roh und kompromisslos nennt Heike Kühn den Film. "Jede Szene, jeder Schauplatz ist so reich an überwältigenden Bildern, die aus phänomenologischer Distanz ins Poetische und Metaphorische wachsen, dass für den Film ein neues Genre erfunden werden müsste. Ein Mafia-Film ist das nicht, dazu ist die Kritik an der populären Verherrlichung der Film-Paten zu beißend. ... Ist das nun semidokumentarisch, wenn aus gegebenen Fundstücken ruinierter Landschaften und Lebensweisen gleichzeitig Inbilder zerrütteter Seelen aufsteigen? Eher schon ist das visionär zu nennen."

10. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • critic.de

Obwohl das Hauptaugenmerk des Films eindeutig auf den Figuren liegt, lässt sich der Regisseur laut Michael Kienzl "nie zu kitschiger Empathie oder eindimensionalen Psychologisierungen hinreißen. Selbst wenn es um die Gewissenskonflikte einzelner Figuren geht, ... registriert der Film die Zweifel seiner Figuren weiterhin distanziert, ohne moralisch zu werten. Indem Garrone den Figuren nie zu nahe kommt, bleiben sie auch nicht auf ihre Funktion für die Handlung beschränkt. So haftet ihnen stets etwas Geheimnisvolles und schwer Greifbares an, was nicht zuletzt auch ihre realistische Anmutung ausmacht."

08. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • Der Tagesspiegel

Peter von Becker sah eine grandiose Literaturverfilmung. "Matteo Garrones mitreißende GOMORRHA-Höllenfahrt entfacht jedoch nicht nur den Spannungssog eines Thrillers. Sie macht bei allem Erschrecken auch wunderlich mitfühlend. Die Hölle sind weder wir noch einfach die anderen. Aber die Teufel sind leibhaftige Menschen, und ihr Dämon ist eine elementare Mischung aus Not und Gier, geboren in sozialen Slums, wo das legale Überleben hart und die Wohlstandsverlockung durch Drogen, Mord, Betrug so verführerisch süß ist wie Blut. Und genauso schmierig, schaurig, selbstmörderisch."

01. September 2008 | GOMORRHA • Kritik • epd-film 09/2008

Gerhard Midding schaut auf italiensche Mafiafilme.

12. Juli 2008 | GOMORRHA • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz bezeichnet GOMORRA als "verwirrendes, kaleidoskopartiges Puzzle, ein fragmentarisierter Flickensteppich aus Gewalt, Korruption und tiefster moralischer Verkommenheit, mitten in Europa. Das ganze Ausmaß des Bösen, auch das zeigt der Film in seiner zerstückelten Struktur, können wir sowieso niemals begreifen. ... Nach dem mehr als zweistündigen Film fühlt man sich trotz insgesamt recht großer emotionaler Distanz zum Geschehen wie erschlagen ob der Wucht der Geschehnisse, der Undurchschaubarkeit der Beziehungsgeflechte und der Allgegenwärtigkeit von Gewalt, Abhängigkeit und Tod."

30. Juni 2008 | GOMORRHA • Kritik • programmkino.de

Für Michael Meyns entsteht "das Bild einer fast völlig korrupten Gesellschaft, eben das titelgebende Gomorrha. Ein Sündenpfuhl, in dem eine Hand die andere wäscht und ein Menschenleben nicht viel zählt. Natürlich ist, was Garrone hier erzählt, prinzipiell nichts neues, aber die Art und Weise wie er es erzählt, auf welch nüchterne, distanzierte Weise, macht GOMORRA zu einem überaus eindrucksvollen Film. Dass er den Zuschauer emotional vollkommen isoliert, ihm kaum eine Gelegenheit gibt, sich einer der Figuren oder ihrem Schicksal Nahe zu fühlen, muss man dabei in Kauf nehmen, zumal man angesichts der hier gezeigten Welt auch nur schwer von Sympathieträgern sprechen kann."

22. Mai 2008 | GOMORRHA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Christoph Egger wurde allmählich die Verästelungen eines Systems erahnbar, "das in sämtliche Lebensbereiche eingesickert scheint. Vermutlich hat noch keiner der zahllosen Mafiafilme Organisation und Funktionen des organisierten Verbrechens so minuziös auf den untersten Stufen dargestellt, wie es in diesen fünf nebeneinanderher laufenden, unverbundenen Geschichten nach Roberto Savianos Buch auf beeindruckende Weise geschieht."

22. Mai 2008 | GOMORRHA • Kritik • Die Zeit

Einen neuartigen Mafia-Film sah Katja Nicodemus. "Riesige Wohnsilos, stillgelegte Tankstellen und verwitterte Strandanlagen sind die Schauplätze eines Films, der dem Organisierten Verbrechen keine Dramaturgie, nicht einmal Hauptfiguren abtrotzt, sondern seine armselige, kalte, blutverklebte Phänomenologie erkundet. Garrones fast dokumentarisch agierende Kamera fährt ganz nah heran an die Handgriffe des Dealens, Verscherbelns und Geldzählens. Ohne Partei zu ergreifen, erforscht sie die Mechanismen des Verbrechens."

21. Mai 2008 | GOMORRHA • Kritik • Der Tagesspiegel

Als gänzlich missraten bezeichnet Jan Schulz-Ojala das ehrgeizige Werk. "In einem Halbdutzend wacklig verschränkter Spielhandlungen türmt er, von der Initiation der Jugendlichen in das Gewaltsystem über den Drogenhandel bis zur Innenansicht der lokalen Paten-Familien, alle Klischees des Mafiafilms aufeinander. Schlimmer noch, schließlich zeigt er sich selber wie berauscht von der Gewalt, die er anklagen wollte. Und erinnert unfreiwillig an die Halbwüchsigen in seinem Film, die nach einem Waffenfund minutenlang lustvoll mit Maschinenpistolen rumballern."

19. Mai 2008 | GOMORRHA • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal hat die Mafia hier "keinerlei Glanz: Es gibt keinen Codex; dickliche Männer in Shorts und Badelatschen töten einfach, weil sie Geld brauchen. In nüchternen Bildern und ohne psychologische Deutungen erzählt der Regisseur, das verleiht seinem Film Wucht: Hier ist ein Verrat eine Entscheidung mit tödlichen Konsequenzen, kein Therapieproblem."

19. Mai 2008 | GOMORRHA • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord sah keinen Film der lauten Empörung, sondern des kalten Registrierens. "In mehreren, miteinander verzahnten Erzählsträngen entwirft Garrone ein breit gefächertes Bild davon, wie sich das organisierte Verbrechen gestaltet, in welche Bereiche es eindringt und wie es sich die Menschen gefügig hält. ... Am frappierendsten an GOMORRA ist, wie wenig Empathie in der Parallelwelt der Camorra möglich ist."

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