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LE SILENCE DE LORNA

LE SILENCE DE LORNA

Regie Luc Dardenne
Jean-Pierre Dardenne
Kinostart 09.10.2008

Kritiken • LE SILENCE DE LORNA

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Spiegel

Daniel Sander porträtiert die Schauspielerin Arta Dobroshi: Sie wird es noch weit bringen.

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow hat sich mit den Regie-Brüdern Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne über ihren aktuellen Film und darüber unterhalten, ob die Finanzkrise verfilmbar ist.

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow lobt die Hauptdarstellerin. "Das Kraftzentrum dieses Films ist Lorna, es gibt keine Einstellung ohne sie, energisch und fragil, undurchdringlich und transparent zugleich trägt die Schauspielerin Arta Dobroshi diesen Film fast allein auf ihren Schultern. Millimeterweise wächst Lorna Menschlichkeit zu, für die sie teuer bezahlt."

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Die Tageszeitung

Ohne Sensationslust und Sentimentalität und trotzdem berührend findet Barbara Schweizerhof LE SILENCE DE LORNA. "Auch wenn nun in LE SILENCE DE LORNA eine strengere Mise en Scene an die Stelle der beweglichen Kamera getreten ist, ist es weiter diese unbedingte Konzentration, die den Zuschauer bei der Stange hält. Statt in Nahaufnahmen der Gesichter ein Seelenleben zu spiegeln, setzen sie dabei stets auf die sorgfältige Schilderung der alltäglichen, banalen Abläufe, die die inneren Bewegungen der Figuren wie nebenbei transportieren und dadurch mit überzeugender Effizienz sichtbar machen."

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein Meisterstück sah Christina Tilmann. "Die Schauspielerin Arta Dobroshi mit ihrem entschlossenen Gesicht trägt diesen Film – und wird umgeben von vierMännern, Dardenne-Stammpersonal wie Olivier Gourmet in einem Kurzauftritt als Kommissar, Fabrizio Rongione als kriminellem Mittelsmann und vor allem Jérémie Renier, der eine herzzerreißende Performance als heroinabhängiger Claudy liefert. Dass sie diesmal auf 35 Millimeter gedreht haben, nicht mehr so aufdringlich nah am Körper ihrer Protagonisten – vielleicht hat es auch damit zu tun, dass eine Frau im Zentrum steht, eine Fremde?"

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Fast hätte Heike Kühn geglaubt, "die wunderbare Arta Dobroshi dürfe als Lorna den Spielraum ihrer Figur selbst bestimmen. Doch die distanziertere Haltung der Kamera in "Lornas Schweigen" ist ebenso unkonventionell wie die unberechenbare Nähe in den vorangegangen Filmen. Aus der Perspektive des zum Stillhalten verdammten Beobachters wird umso deutlicher, wie Lorna von den Männern, die ihr Leben bestimmen, eingeengt wird."

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell ist des Lobes voll: "Wie in einem Thriller wird der Knoten Szene um Szene geschürzt; immer erfährt man etwas Neues und doch nur gerade so viel, dass die Spannung auf das Kommende gewahrt bleibt. Wäre Salami-Taktik nicht so ein unschönes und vor allem negativ besetztes Wort, es beschriebe die Strategie von Lornas Schweigen recht gut. Genauso wie Ausstattungskino ein Begriff ist, den man nicht zuerst mit einem realistisch anmutenden Film wie diesem assoziieren würde - dabei bebildern die Räume, Gegenstände und Kleidungsstücke das Drama von Lornas Schweigen mit äußerst präziser Sorgfalt."

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Neues Deutschland

Niemand weiß mehr, wo dieses kriminelle Milieu anfängt und wo es aufhört, schreibt Gunnar Decker. "Ungeheuerliches ist passiert, aber man handelt, als wäre es eine normale Transaktion und der Alltag ginge ungestört weiter. Die Dardennes forcieren niemals Aktion, kein Pathos des Leidens zeigt sich, aber auch keine Fluchtmöglichkeiten aus diesem stillen Drama. Man ist frei und alle Auswege sind versperrt. So lebt es sich in der Festung Europa."

09. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Die Zeit

Ulrich Ladurner porträtiert die Regie-Brüder und streift mit ihnen durch ihre Heimatstadt Lüttich.

07. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • film-dienst 21/2008

LE SILENCE DE LORNA macht die Konsequenzen dieses moralischen Erwachens an immer neuen, ganz kleinen Entscheidungen präsent, schreibt Ulrich Kriest. Der Film "zeigt eine prekäre Welt mitten in Europa, die scheinbar allein auf dem Geldfluss basiert. Immer wieder wechseln Geldscheine ihren Besitzer: Junkie und Dealer, Gangster und Gangster, Kunde und Banker. Geld schafft Abhängigkeiten, erfüllt aber auch Träume. Alles läuft wie geschmiert, doch dann ein "authentischer" Blick im falschen Moment – und die Solidarität, die Humanität meldet sich zurück!"

07. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Spiegel

Birgit Glombitza sah eine radikale Studie über die Korruption des Menschen. "Nur selten ist im Kino unverschnörkelter von der Ökonomie zwischenmenschlicher Beziehungen erzählt worden. Und auch wenn Lorna Anstand und Skrupel zurückhalten, Claudy ans Messer zu liefern, wird doch nichts wieder ganz, nichts wieder gut. Es ist unheimlich, mit welcher Verlässlichkeit die belgischen Brüder Dardennes ihre klarsichtigen und emotional zwingenden, kleinen Dramen entrollen. Wie unbeirrbar sie ihren Stil eines neuen cinema verité verfolgen, mit dem sie uns mit ihren Helden und Heldinnen konfrontieren. Ein Kino, das nicht anklagt, nicht aufklärt, sondern zeigt - so schlicht und direkt als möglich."

01. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • br-online.de

Margret Köhler ist begeistert. "Das Sozialdrama ist aus einem Guss, etwas irritierend nur die Flucht in eine vermeintliche Schwangerschaft. Das "Prinzip Dardenne" in seiner Menschlichkeit funktioniert, die Spannung hält sich bis zum bitteren Ende, dafür sorgen einige Überraschungen im Handlungsverlauf, trotz etwas größerer Distanz der Kamera bleibt die typische dichte Atmosphäre und Intensität wie bei früheren Dardenne-Filmen. Und wieder ist es der Fluch des Geldes in einer auf Profit orientierten Gesellschaft ohne Moral, der keine Liebe und sozialen Bindungen zulässt."

01. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • epd-film 10/2008

Für Birgit Glombitza hat LE SILENCE DE LORNA alles, was einen großen Film ausmacht: Drama, Stilbewusstsein und eine Heldin, um die man sich sorgt. "In LE SILENCE DE LORNA spürt man, wie das schon instinkthafte Verhalten der Heldin in ein Gefühl von Verantwortung kippt. Erst für einen Junkie, der ihr doch eigentlich ein Klotz am Bein ist. Dann für eine Schwangerschaft – eine für die Dardennes ungewöhnlich große Symbolik. Die junge Frau kämpft gegen alle Vernunft für ihre Leibesfrucht, bricht sämtliche Abmachungen, lässt sich hetzen. Gott sei Dank sind Jean-Pierre und Luc Dardenne klug genug, mit diesem Verlauf keine Erlösungsmythen fortzuspinnen. Konsequent behalten sie ihr Thema im Blick: den wechselnden Preis des Lebens."

01. Oktober 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • kino-zeit.de

Bei aller Sperrigkeit des kargen Filmes ragt laut Joachim Kurz "dieser haushoch über das Mittelmaß-Blabla der meisten Produktionen heraus. Jean-Pierre und Luc Dardenne sind den prekären Lebensverhältnissen der Immigranten im reichen Mitteleuropa auf der Spur und zeichnen zugleich das treffende, aufs Äußerste konzentrierte Bild einer Gesellschaft, die längst bis in die hintersten Winkel der Existenz kommerzialisiert und globalisiert ist. Schlichte Mitmenschlichkeit oder gar Liebe, wie sie Lorna widerfährt, ist da schon ein echter Luxus, den man sich eigentlich nicht mehr leisten kann oder darf. Und wenn, dann ist das ein Unfall, ein Unglück, das in Einsamkeit, Isolation und Wahn treibt – was für eine Welt."

01. September 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • critic.de

Mit LE SILENCE DE LORNA kehren die Dardenne-Brüder zu alter Stärke zurück, meint Lukas Foerster. "Stilistisch verfährt LE SILENCE DE LORNA klassischer als seine Vorgänger: weniger Handkamera, dafür längere, oft statische Einstellungen. Mehr Abstand hält die Kamera von den Figuren, fast zwangsläufig ergeben sich dann um sie herum mehr Geschichten. Le silence de Lorna ist der Film der Dardennes, in dem am meisten passiert. Klassisches Erzählkino nach amerikanischem Vorbild wird dennoch nicht daraus."

01. September 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns weiß, dass der Film auch viel Kritik einstecken musste. "Robert Bresson, das offensichtliche Vorbild der Dardennes, den sie weniger stilistisch, als inhaltlich zitieren, ließ seine Filme ein ums andere Mal in ein quasi religiöses Erweckungserlebnis enden, ließ seine Anti-Helden erst ganz zum Schluss eine seelisch-moralische Reinheit erlangen, die im Laufe des zuvor gesehenen Films noch unmöglich erschien. Ließt man LE SILENCE DE LORNA in diesem Sinne ist die Entwicklung Lornas nicht nur vollkommen konsequent, sondern vor allem eine willkommene Weiterentwicklung in der Arbeit der Dardennes."

01. September 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel lobt den Film. "Das ist wirklichkeitsnah, spannungsgeladen und erbarmungslos berichtet. Die Hauptdarsteller ordnen sich diesem leidenschaftslosen Stil unter. Neben einer durchgehend schlüssigen Regie ist die Moral nicht zu übersehen: Das sich Einlassen auf verbrecherische Machenschaften lohnt sich erfahrungsgemäß weder äußerlich noch innerlich."

22. Mai 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Christoph Egger hat sich nicht überzeugen lassen. "Im Einsatz der Handkamera, in seiner ganzen Machart ein unverkennbarer Dardenne-Film, ist sein unentschlossen offenes Ende bei diesen Könnern des Präzisen freilich eine Enttäuschung."

21. Mai 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Berliner Zeitung

Die Filme der Dardennes kreisen seit langem schon um die totale Ökonomisierung der menschlichen Beziehungen, stellt Anke Westphal fest. "Das Kino der Dardennes ist beängstigend, aber es ist nicht naturalistisch - es behauptet nie die absolute Herrschaft der Umstände. Es zeigt die Welt vielmehr, wie sie ist für die Mehrheit, die sich immer wieder entscheiden muss - für oder gegen ein menschliches Handeln."

21. Mai 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist erstaunt, das alles ganz anders kommt, als erwartet. "Als der gefügigen Lorna, die von einer Zukunft mit ihrem albanischen Freund in Belgien träumt, etwas fundamental Unerwartetes widerfährt, beginnt der Film gewissermaßen zu fliegen, und der Zuschauer, gewisse Flugapparaturen vorausgesetzt, mit ihm. LE SILENCE DE LORNA mag nicht der stärkste der in ihrer sozialen Präzision und individuellen Zeichnung stets starken Dardenne-Filme sein, den bislang enttäuschenden Wettbewerb in Cannes überragt er allemal: mit einer umwerfend einfachen Geschichte, in der das Leben seinen eigenen Regeln dazwischenkommt."

20. Mai 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Der Spiegel

Für Lars-Olav Beier zeigen die Filmemacher, was Menschen für Geld alles zu tun bereit sind. "War L'ENFANT - DAS KIND ein Film über einen Mann, der alles zu Geld macht und keinerlei Moral hat, so ist Lorna einfach ein guter Mensch, der nicht lügen und betrügen kann. Die Dardennes zeigen eine Frau mit reinem Herzen in einer korrupten Welt; das könnte peinlich sein, pathetisch, kitschig. Doch Arta Dobroshi wirkt als Lorna nie wie eine Heilige, sondern wie eine Frau, die ihrem Gewissen folgt, weil sie nicht anders kann, weil es in ihrer Natur liegt. Und die Dardennes beobachten sie dabei ruhig, konzentriert, aus respektvoller Nähe."

20. Mai 2008 | LE SILENCE DE LORNA • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord schaffen es die Regisseure, "eine tiefe Erschütterung ins Bild zu setzen - ohne Pathos und ohne den falschen Humanismus, der so oft am Werk ist, wenn Filme von Menschen am unteren Rand der Gesellschaft handeln. Es ist eine Erschütterung, die daher rührt, dass diese Menschen mehr als nur ihre Arbeitskraft zu Markte tragen müssen. Immer wieder wählen die belgischen Autorenfilmer Konstellationen, in denen die Figuren buchstäblich sich selbst aufs Spiel setzen; immer wieder exerzieren sie die Frage, was man für Geld tut und wie viel man von sich selbst verkauft, an exemplarischen Fällen durch."

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