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SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE

SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE

Regie Thomas Haemmerli
Kinostart 17.04.2008

Kritiken • SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE

17. April 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • Die Tageszeitung

Ein Gespräch mit dem Schweizer Filmemacher Thomas Haemmerli führt Jan Kedves, der nach dem Tod seiner Mutter die vermüllte Wohnung aufräumt und dabei die Dokumentation SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE dreht.

17. April 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • critic.de

Maurice Lahde fragt sich, ob der Zuschauer dem Regisseur seine Kaltschnäuzigkeit überhaupt abnimmt. "Ein paar verräterische Worte fallen da durchaus, von der "Kamera als Schutzschild" etwa oder von der "Überzeugung, dass Verdrängung funktioniert." Verdächtig auch, dass seine eigene Verstrickung in die Familiengeschichte ein blinder Fleck bleibt – und gerade deshalb als zentrale Frage ständig präsent ist. Auch hier hat er vor allem demonstrative Abwehrgesten auf Lager: "Ich hielt Familie für ein bürgerliches Konstrukt." Klingt cool – aber vielleicht will uns da auch jemand ganz schön hinters Licht führen? Eine offene Frage mehr in diesem unverschämten, schwer auszuhaltenden, großartigen Film."

17. April 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Roose nennt die Dokumentation extrem pietätlos und schonungslos ironisch. "Wenig Trauer, viel Arbeit: Der Film rüttelt an den Grundfesten westlicher Ethik und an den Vorstellungen davon, wie man mit dem Tod der Eltern umzugehen habe. Haemmerli unterläuft sie konsequent. Ohne Pathos dokumentiert der Sohn, der schon als Internatsschüler mit den Eltern gebrochen hat, die nervenzerrende Ordnungssuche und rekonstruiert mit der mütterlichen Biografie ein Stück Zeitgeschichte. Schonungslos ironisch zersetzt er nicht nur die Ideologie von der heilen Familienwelt, sondern zwingt den Zuschauer, dem eigenen klebrigen Betroffenheitsreflex nachzuspüren."

17. April 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Erschreckend ist der Film für Daniel Kothenschulte: "Nicht, weil er mit einer Szene beginnt, in der zwei Schweizer um die vierzig in einer vermüllten Wohnung ihre Videokamera auf eine Pfütze aus Blut, Haaren, einer verschmierten Brille und verkrusteten Körpersäften richten. Auf die Reste der Leiche ihrer Mutter. Sondern weil sie, beginnend mit diesem ausgespielten Bild, Hohn und Spott ausschütten über einen Menschen, dessen Liebe sie offensichtlich unfähig waren zu erwidern. Warum das so ist, die eigentliche Frage ihres abendfüllenden Dokumentarfilms, stellen sie sich selber nicht."

03. April 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • kino-zeit.de

Selten hat eine Dokumentation so gespalten wie diese. In der Schweiz bereits heftig diskutiert, wird der Film auch hierzulande bei den Zuschauern einiges an Diskussionsbedarf und Fragen aufwerfen, glaubt Joachim Kurz. "Das wirklich Interessante an diesem Film neben all dem gezeigten Chaos muss man sich sowieso selbst erschließen: Es sind die Verletzungen sowohl der Mutter als auch der beiden Söhne, die sich Zeit ihres Lebens vielleicht nicht so nahe waren wie in diesem Dokument, das schonungslos all das auf den Tisch bringt, was innerhalb eines Familienlebens schief gehen kann."

31. März 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • programmkino.de

Wie Dorothee Tackmann feststellt, lässt sich der Regisseur viel Zeit mit der Aufräumaktion und erst spät eine eigene Haltung durchscheinen. "Haemmerli begreift das Ganze als "Expedition ins Universum der unendlich vielen Sachen". Er versteht sich hier als Ethnologe und als distanzierter TV-Journalist. Die Kamera gilt ihm als Schutzschild gegen die Zumutungen der Realität. Er hält sie nah am Körper, so dass viele wackelige, schräge, zum Teil auf dem Kopf stehende Nahaufnahmen entstehen. Das Chaos der Wohnung spiegelt sich in der Filmqualität und -struktur."

31. März 2008 | SIEBEN MULDEN UND EINE LEICHE • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel fragt sich, warum es diesen Film gibt? "Er ist das Bild eines bewegten – und letztlich auch reichen – Einzellebens. Er ist symptomatisch für das Messie-Wesen, das immer mehr um sich zu greifen scheint. Er zeigt, was der Mensch für eine sonderbare Kreatur sein kann. Er ist zugleich dokumentarische Tragödie und Komödie. Er ist schamlos und pietätlos, aber auch aufschreckend und aufschlussreich. Er ist glänzend geschnitten. Er ist ständig mit vielsagenden, auch hoch anerkennenden und sarkastischen Kommentaren der Söhne versehen. Er ist letzten Endes realistisch."

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