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MARRIED LIFE

MARRIED LIFE

Regie Ira Sachs
Kinostart 10.07.2008

Kritiken • MARRIED LIFE

11. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • Der Spiegel

Schade, meint Christian Buß: Der Film verliert sich am Ende in Dekors und Dialogen. "Ehebruch und Mord, doppelbödige Dialoge und verwegene Verwicklungen: Drei ganz unterschiedliche, klassische Hollywood-Genres hat Regisseur und Autor Ira Sachs für MARRIED LIFE zusammengebracht: Film-Noir, Gesellschaftskomödie und Melodram. Die langen Autofahrten durch die Nacht an der amerikanischen Westküste, bei der die Protagonisten reichlich Zeit zum Sinnieren haben, erinnern an die Filme der "Schwarzen Serie", an Klassiker wie TOTE SCHLAFEN FEST. Die smarte Rhetorik, mit der die Charaktere an allen gesellschaftlichen Konventionen vorbei ums eigene Glück kämpfen, klingt hingegen wie aus einer Salon-Komödie von "Ehekrieg"-Regisseur George Cukor."

10. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • Berliner Zeitung

Viel Nostalgie, aber wenig Witz sah Catherine Newmark. "Vor allem stört aus heutiger Sicht aber die Prämisse, auf welcher dieser Film aufbaut - die Sexualmoral der 1940er: Die Ehe wird betrachtet als Oberflächenphänomen gutbürgerlicher Sittsamkeit, wo verborgene Wünsche und heimliche Leidenschaft Wildwuchs treiben, wo Trennung ebenso sehr ein Tabu ist wie gegenseitige Aufrichtigkeit. Kurz: Die Ehe ist eine staatstragende Institution, sie dient nicht dem individuellen Glück. Sich damit zu identifizieren, fällt im dritten Jahrtausend schwer. Darüber zu lachen noch mehr."

10. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film hat auf vergnügliche Weise die Erwartungen von Dietmar Kammerer unterlaufen. "Das Dekor sitzt bis ins Detail, die Martinis werden im Rauchersalon eingenommen, die Musik kommt vom Grammofon. Allerdings haben es die tatsächlich tragischen Aspekte der Geschichte nicht immer leicht, sich neben den sorgfältig inszenierten Schauwerten des Period Piece zu entfalten; mitunter wirkt die Balance zwischen Leichtigkeit im Ton und Ernsthaftigkeit in der Sache unausgewogen. Doch allein Chris Cooper bei der Demontage seiner ansonsten männlich-souveränen Rollentypen zuzusehen, das bereitet einem durchgehendes Vergnügen."

05. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz ist begeistert: "MARRIED LIFE ist eine tiefe Verbeugung vor den Filmen der Dreißiger, Vierziger und frühen Fünfziger und erinnert in vielen guten Momenten ansatzweise an den Film noir und an Beziehungskomödien von Regisseuren wie Billy Wilder, ohne allerdings jemals dessen Witz, Tempo und Sinn für Ironie zu erreichen. Dabei ist der Film durch die Bank glänzend besetzt ... so dass es an dem Cast kaum etwas zu mäkeln gibt. Zugleich aber hätte man sich insgesamt etwas mehr Schwung gewünscht, mehr Gift, mehr Bissigkeit. Auch die Inszenierung ist zwar souverän, stilsicher und punktet mit gelungenen Ausstattungsdetails, lässt aber selbst in dramatischen Momenten oft das Tempo vermissen, dass die Situation geboten hätte."

03. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • film-dienst 14/2008

Holger Römers ist etwas enttäuscht: "Während man die Sorgfalt goutiert, mit der diese bescheiden budgetierte Independent-Produktion den "Look" eines 1950er-Jahre-Melodrams nachahmt, und während einen das gegensätzlich angelegte Spiel der männlichen Hauptdarsteller amüsiert, mag man sich wünschen, dass der Hauptakzent doch auf jenem dramatischen Ernst läge, den die weiblichen Hauptfiguren verdient hätten."

01. Juli 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • epd-film 07/2008

Vieles an diesem Film kann Patrick Seyboth loben. "Den wendungsreichen Plot, die vielschichtigen Charaktere, gespielt von überzeugenden Darstellern, die geistreichen Dialoge und die visuelle Opulenz. Die ausgehenden vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts in Amerika erscheinen hier in einer Eleganz, die ihre Fiktionalität nicht verleugnet und doch authentisch wirkt, dank des detailverliebten Produktionsdesigns und der Kamera von Peter Deming, der bereits David Lynchs LOST HIGHWAY und MULLHOLLAND DRIVE ihre dunkel leuchtende Farbigkeit verlieh. Man kann auch in den Zitaten mancher Klassiker der vierziger und fünfziger Jahre schwelgen, vor allem von Hitchcock und Sirk. MARRIED LIFE ist ein stilbewusster Film mit viel schwarzem Humor – der einen schalen Nachgeschmack hinterlässt."

31. März 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • programmkino.de

Volker Mazasssek lobt besonders die Besetzung: "Chris Cooper, immer gut in Rollen, die innere Zerrissenheit beinhalten, spielt Harry, der vom Strippenzieher zur Marionette seiner eigenen Pläne wird. Seine Traumfrau verkörpert Rachel McAdams in ihrer ersten Rolle von Format. Sie meistert den schwierigen Spagat zwischen wasserstoffblonder Männerfantasie (die Diven der fünfziger Jahre lassen grüßen) und sehr irdischer Frau, die Trost und Liebe sucht. Pierce Brosnan überrascht als Charakterdarsteller, der Cary Grant gut studiert hat und als väterlicher Charmeur sein Glück versucht. Patricia Clarkson versteht es wie gewohnt, brodelnde Sehnsucht hinter einer harmlosen Fassade sichtbar zu machen."

31. März 2008 | MARRIED LIFE • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel nennt MARRIED LIFE ein stilistisch und darstellerisch geglücktes Kammerspielvergnügen mit einigem Tiefgang. "Ziemlich gelungen sind die Dialoge, die Verschachtelung der Verbindungen zwischen den Figuren, die Darstellung und Ausstattung der Epoche, in der der Film spielt – nämlich der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts -, die unauffällige, aber sichere Regiearbeit und das gekonnte Spiel der vier Hauptdarsteller Chris Cooper (Harry), Pierce Brosnan (Richard), Patricia Clarkson (Pat) und Rachel McAdams (Kay)."

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