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RR

RR

Regie James Benning
Kinostart 12.06.2008

Kritiken • RR

12. Juni 2008 | RR • Kritik • Die Tageszeitung

Dies ist laut Tobias Rapp nicht nur ein radikal reduziertes Kunstprojekt, hier schlagen auch Herzen von Märklin-Liebhabern höher. "Eines kann man gegen diesen ansonsten perfekten Film allerdings einwenden: dass James Benning für die Tonspur die mustergültige konzeptuelle Strenge von RR aufgibt. Wirklich einleuchtend ist es nicht, warum er hier einen Woody-Guthrie-Song, Bibelzitate und die berühmte Rede von US-Präsident Eisenhower einspielt, in der er vor der Entstehung eines militärisch-industriellen Komplexes warnt. Das kommt einem vor wie ein Versuch zu vereindeutigen, wo das Besondere von RR doch gerade die Vieldeutigkeit ist."

12. Juni 2008 | RR • Kritik • Der Tagesspiegel

Witzig nennt Silvia Hallensleben den Film. "Ganz ohne Worte reißt die Montage aus Landschaftsidyllen, Waggonketten und Stahlgekreische ein breites Assoziationsspektrum zwischen Pufferküssertum und KZ-Transportwesen auf. Zwei Jahre lang hat der filmische Einzelkämpfer sich quer durch die USA auf die Railroad-Pirsch begeben – und, siehe da, aus dem begrenzten formalen Inventar zaubert er nicht nur echte Spannung, sondern auch einige magische Momente."

12. Juni 2008 | RR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist durchaus begeistert: "Jede Bildkomposition ist anders, aber auf unterschiedliche Weise kinematisch und spektakulär. Mal schreibt sich eine Bahnstrecke dramatisch als Diagonale ins Bild, mal muss ein Auto in einer Kleinstadt an der Schranke warten, um einen Zug vorbei zu lassen. Mal fährt das Stahlross mit seinem Tross einfach von links nach rechts über eine schöne unscheinbare Stahlbrücke. Viele dieser Bilder könnten Spielfilmen unterschiedlichster Genres entstammen, Western, Thrillern, amerikanischen Alltagsdramen."

05. Juni 2008 | RR • Kritik • critic.de

Einen Zugfilm, der gleichzeitig ein Amerikafilm ist, hat Lukas Foerster gesehen. "Die westernaffinen Themen Amerika – weite Landschaft – Eisenbahn sind gesetzt, werden aber in keine Richtung ausgeführt. Was die Güterwaggons transportieren und wohin, interessiert den Film nicht. Die meisten Züge scheinen bereits einige Jahrzehnte in Betrieb zu sein. Schienendinosaurier im Land der Autoverrückten. Vielleicht gibt es eine heimliche Affinität zwischen Eisenbahnen und dem guten, alten 16mm-Material, dem Benning, im Gegensatz zu den meisten anderen Experimentalfilmern der Gegenwart, bisher die Treue gehalten hat."

14. Februar 2008 | RR • Kritik • Der Tagesspiegel

Am Ende ist das Zustandekommen manch wahrhaft magischer Momente laut Silvia Hallensleben dem Zufall – und der Aufmerksamkeit des Publikums – geschuldet. "Meist aber bestimmt das Rattern und Kreischen der Metallteile den Ton bis zur Schmerzgrenze. Auf der Tonspur hat Benning auch diesmal Hinweise auf die von ihm erwünschte Lesart untergebracht: unter anderem Passagen aus der "Offenbarung des Johannes" und Woody Guthries "This Land Is Your Land". Die Eisenbahn, bei uns gerne als ökologisches Verkehrsmittel der Zukunft gepriesen, ist in RR auch Metapher für eine Geschichte der Verwüstungen durch den industriell-militärischen Komplex."

13. Februar 2008 | RR • Kritik • festivalblog.de

RR ist ein Eisenbahnfilm, vor allem aber ist es ein Landschaftsfilm, meint Veronika Reichl. "Der Film war für meine Augen, vor allem aber für meine Ohren eine Spur zu lang. RR, der sich so gut als Endlosschleife im künstlerischen Ausstellungsbetrieb denken lässt, hat in der Mitte ein paar Längen; um mich herum fielen denn auch einige Menschen sanft schnarchend in den Schlaf. Am Ende aber waren wieder alle wach und mehr oder weniger gebannt. Mit einer grandiosen letzten Einstellungen wurden wir zurück ins Leben entlassen."

11. Februar 2008 | RR • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer mag die Arbeiten von James Benning. "Rigide gibt der Regisseur seine Parameter vor. Was sich dann ereignet, ist Sache der Wirklichkeit. Und gerade weil der Bildausschnitt so unveränderlich ist, spielt stets auch das Off eine Rolle. Denn natürlich tun sich auch da immer Dinge. Von denen man freilich nur hört, es sei denn, sie kommen, wie ein Boot einmal, doch mit ins Bild. Diesmal hat Benning allerdings eigenhändig Bibelzitate, Ausschnitte aus einer Eisenhower-Rede und anderes mehr dazugemischt, als vielleicht etwas gewaltsamen Kommentar aus dem Off. Man kann aber gut auf andere Dinge achten."

11. Februar 2008 | RR • Kritik • kino-zeit.de

Die Filme von James Benning erfordern immer eine gewisse Disziplin, weiß Katrin Knauth. Hier hatte sie "viel Zeit, um zu meditieren und sich zu fragen, woher die Züge kommen und wohin sie fahren, denn auf Ortsangaben wird komplett verzichtet."

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