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DIE WELLE

DIE WELLE

Regie Dennis Gansel
Kinostart 13.03.2008

Kritiken • DIE WELLE

14. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Der Freitag

Braucht wirklich jede Generation ihre eigene Fiktionalisierung der Welle, fragt sich Tim Slagman. "Über Vogels Schulter blickt die Kamera einmal erst auf ein fröhliches Gewirr von Tischen mit bequem darum hockenden, bunt gekleideten Schülern, später sieht sie nur noch weiße Hemden in Reih und Glied. Das sitzt. Aber Vogel steht die Rolle des Diktators so wenig, wie sie Rainer Wenger steht. Und viele der jugendlichen Figuren - der Möchtegern-Rebell, der von seinen engen Familienstrukturen erstickte Türke, die kritische Alternative - driften ein wenig ins Typenhafte. Für das Ende wollte Gansel eine katastrophische Eskalation: Die Gewaltförmigkeit der Welle entlädt sich bei einem Wasserball-Match erst nach außen, dann nach innen."

13. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke sah Fernsehware mit Finale furioso. "Den Film-Figuren aber fehlt so der zwingende Antrieb, sich der Bewegung anzuschließen. Daher wirkt DIE WELLE oft arg pädagogisierend: Man weiß, was gemeint ist, nur glaubt man es nicht so recht. Zudem hat Gansel seinen Film ausgesprochen bieder in Szene gesetzt. Gäbe es Leichen, könnte DIE WELLE glatt als ordentlicher WDR-Tatort durchgehen. Erst am Ende, als er Schulschockbilder aus den Nachrichten zitiert, geht er über gehobenen TV-Standard hinaus: verstörte Schüler, entsetzte Lehrer, Krankenwagen und Polizei vor dem geräumten Schulgebäude. Dass der Film seine Wirkung vom Ende her entfaltet, gehört aber auch zu seinen Stärken."

13. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die künstlerischen Probleme sind vermutlich wirtschaftliche Stärken, entdeckt Daniel Kothenschulte. "Orientiert am US-High-School-Film geben sich die jugendlichen Hauptfiguren schnell als Platzhalter zu erkennen: Sie ist die beliebte Cheerleaderin; ihr moralisch noch entwicklungsfähiger Freund die typische Sportskanone. Nicht zuletzt aus Eitelkeit verweigert sich das Mädchen der verordneten Uniform, dem weißen Hemd. Mit dem Handwerkszeug der kritischen Schülerzeitungsredakteurin formuliert sie ein Protestblatt - und mausert sich über Nacht zur Sophie Scholl einer gottlob dann doch weniger bedrohlichen Zeit."

13. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Neues Deutschland

Der Film ist Schulfernsehen in Sachen Gemeinschaftskunde, stellt Hanno Harnisch fest. "Aber er ist spannend. Gansel will mit allen Mitteln zeigen, wie extremer Autoritätsgehorsam möglich werden kann. ... DIE WELLE soll moderne Jugendkultur simulieren, mit Logos, Grußformeln, Sportwettkampf, Feten und Internetauftritt. Doch sie läuft aus dem Ruder, auch dem Regisseur. Man kann ein Thema kaputtmachen, trotz gediegener literarischer Vorlage, bester Absicht und hervorragender Darsteller."

13. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Die Zeit

"DIE WELLE ist der rechte Film zur rechten Zeit. Er nimmt auf, was heute wieder im Schwange ist, wenn über Pädagogik diskutiert wird, das Lob der Disziplin, die Idee der Schuluniform, das Ideal des Gemeinschaftsgeistes, und zeigt, wo dieser Weg enden kann. Um in der Titelmetaphorik zu bleiben: Es gibt keine Welle, die sich nicht überschlägt, spätestens dann, wenn sie ans Ufer brandet."

12. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Julia Teichmann ist DIE WELLE "als Schulkrimi über die politische Verführbarkeit und Manipulierbarkeit des Einzelnen deutlich auch für den internationalen Markt konzipiert; deswegen hat Gansel im Drehbuch allzu lokale Bezüge ausgespart. Er verweist dafür auf die globalisierte Markenwelt der Jugendlichen: Ihre Gespräche drehen sich um amerikanische Turnschuhe; das Welle-Logo wird als Graffiti an Wände gesprüht und auf MySpace im Internet ein Welle-Profil erstellt. Ob sich deutsche Schüler mit Dennis Gansels Planspiel identifizieren können werden oder ob auch seine WELLE die erwähnten paradoxen Reaktion provoziert - das bleibt abzuwarten."

12. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist konsequent, aber entsetzlich uninteressant, meint Ekkehard Knörer. "Abgründig an dem Film ist einzig sein Biedersinn. Dialoge aus dem Didaktik-Lehrbuch werden aufgesagt, und Szene für Szene wird nur brav bebildert, was nie ein Gedanke war und darum auch immer nur Klischeebilder produziert. So bezeichnend wie grundfalsch ist die Idee, die Geschichte aus allen genaueren geografischen und sozialen Zusammenhängen zu lösen. So spielt alles im gesellschaftlich luftleeren Raum, der beim location scouting zu einem absurden Deutschlandbild zusammengecastet worden ist: hier ein bisschen Berlin, da handelsüblich hässliche Schularchitektur und dort des Lehrers hübsches Häuschen am See."

11. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Der Spiegel

Für Christoph Cadenbach ist der Film Aufklärung im schnell geschnittenen MTV-Gewand - ohne dabei peinlich zu sein. Es gibt viel "offensichtliche Effekthascherei und [sie] verwässert ein wenig die fortschreitende Hörigkeit der Nachwuchs-Faschisten, sieht aber erstaunlich gut - weil realitätsnah - aus. Dennis Gansel hatte mit seiner Teenie-Komödie MÄDCHEN, MÄDCHEN! ja schon mal gezeigt, wie es nicht geht und wie leicht ein Jugendfilm dank gestelztem Straßenslang und stereotyper Schülerblödelei ins Peinliche abdriften kann. In DIE WELLE nimmt man den Schauspielern ihre Jugendlichkeit ab, was natürlich an ihrer Leistung, aber auch an der guten Ausstattung des Films liegt."

04. März 2008 | DIE WELLE • Kritik • Berliner Zeitung

Thomas Wahl porträtiert den Schauspieler Max Riemelt, der sich bei den Dreharbeiten an seine Schulzeit erinnert fühlte.

06. Februar 2008 | DIE WELLE • Kritik • programmkino.de

Gewaltig unter die Haut ist der Film Oliver Zimmermann gegangen. "Mit wenigen Kniffen und psychologischen Tricks schafft es [Jürgen Vogel], eine willfährige Gefolgschaft um sich zu scharen. Besonders die vormals Ausgegrenzten und Außenseiter lassen sich von seiner Welle umspülen. Plötzlich sind sie wieder mittendrin statt nur dabei. Das klingt recht überzogen und hypothetisch. Doch weit gefehlt. DIE WELLE wirkt erschreckend authentisch. Es scheint zumindest nicht unrealistisch, dass sich ein derartiger Test zu jeder Zeit und an jedem Ort wiederholen ließe."

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