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JESUS CHRISTUS ERLÖSER

JESUS CHRISTUS ERLÖSER

Regie Peter Geyer
Kinostart 15.05.2008

Kritiken • JESUS CHRISTUS ERLÖSER

05. Juni 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Die Zeit

Adam Soboczynski beschäftigt sich mit den Cholerikern der Gesellschaft und sieht in Klaus Kinski genau einen solchen.

17. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Die Tageszeitung

Denkwürdig nennt Kirsten Riesselmann den Film. "Einerseits führt er die paradoxale Beziehung des Künstlers zu seinem Publikum vor: Er hasst es, er braucht es, es liebt ihn, es hasst ihn. Andererseits bekommt man gezeigt, wohin allzu bereitwillig inkorporierte 68er-Forderungen - Alles ist politisch! Alle haben die gleichen Rechte, vor allem Rederechte! - postwendend auch führte: zu Kleinkariertheit, Ignoranz vor der Autonomie der Kunst, Lehrerhaftigkeit. Die Folie "Diva Kinski" lässt diese Gemengelage herrlich plastisch hervortreten."

16. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Der Tagesspiegel

Große Momente der Publikumsbeschimpfung und ein faszinierendes Zeitdokument sah Christian Schröder. "Geyer, Kinskis Nachlassverwalter und Autor einer Biographie über ihn, hat das vorhandene Bild- und Tonmaterial chronologisch arrangiert, mit wenigen Einblendungen von Kinski-Zitaten angereichert und mit sparsamer Musik unterlegt. Sein Film ist das faszinierende Dokument einer Zeit, die mindestens genauso irre war, wie man es dem exzentrischen Schauspieler immer wieder nachgesagt hat."

15. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Berliner Zeitung

Ein sonderbares Zeitdokument sah Bert Rebhandl. "Wessen Botschaft es nun genau war, die in JESUS CHRISTUS ERLÖSER zur Verkündigung gelangen sollte, bleibt natürlich offen. Stattdessen zeigt dieser Film sehr genau, was aus dem Religiösen in einer Informationsgesellschaft wird: ein wildes Chaos aus Phrasen, Protesthaltungen, Identifikationswünschen und Provokationslust, zusammengehalten durch einen Star, der jederzeit geneigt ist, sich mit einem Weisen zu verwechseln und dabei ständig "die schreienden Mütter von Vietnam" beschwört."

15. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Biograf und Nachlassverwalter Kinskis hat dessen Darbietung beinahe lückenlos rekonstruiert und lässt Michael Kohler "die formale Begrenzung von vier unbewegten 16mm-Kameras durch eine geschickte Montage mühelos vergessen. ... Man hätte sich denken können, wie diese Haltung im debattierfreudigen Berliner Milieu aufgenommen wird, und so schaukeln sich die Gegensätze unvermeidlich hoch. Während Kinski für die Autonomie der Kunst streitet und die ästhetische Bühne gegen die politische Kanzel verteidigt, ergreift ein Zuschauer das Mikrofon und klagt einen duldsameren Christus von dem Vortragenden ein. Worauf ihm der leicht reizbare Erlöser unverhohlen mit der Peitsche droht."

15. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok hat einen ganz anderen Kinski erlebt. "Was den Film interessant macht, ist nicht so sehr, dass man Teilnehmer wird an den Anläufen des Rezitator-Sisyphos', den Versuchen, den Abend im Wortsinne über die Bühne zu bringen, und sie auch im Vergleich zum Maß der Disziplinlosigkeit und Provokationen, denen Kinski ausgesetzt war, einschätzen kann, sodass man Verständnis für ihn gewinnt und etwas über Massenpsychologie lernt. Vielmehr ist der Film ein Dokument der Zeitgeschichte, in der die freche Naivität selbsternannter Wortführer der Ablehnung jeglicher Autoritäten – als deren eine Kinski an diesem Abend angesehen wurde – und die Ignoranz gegenüber politischen Inhalten deutlich wird."

14. Mai 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Der Spiegel

Hier trifft laut Birgit Glombitza ein genialischer Schauspieler als Messias auf Ungläubige. "Geyer hat das Material von vier Kameras ausgewertet um diesen Abend zu rekonstruieren. Bis hin zu jenem kleinen andächtigen Menschenhaufen, der am Ende zu später Stunde noch im Saal bleiben durfte, um einem immer wieder von vorne beginnenden, sichtlich erledigten Kinski und seinem Evangelium zuzuhören. Endlich. Endlich scheint sich Kinskis Obsession, sein "wichtigster Vortrag", zu erfüllen."

10. April 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • kino-zeit.de

Für Joachim Kurz ist der Film vieles: "Porträt eines getriebenen, exzentrischen, verletzlichen Schauspielers, der wie kein zweiter erlitt, was er vortrug, der keine Grenze zwischen Kunst und Leben mehr kannte. Mehr Kinski hat man kaum je gesehen. Zugleich und quasi nebenbei ist der Film die messerscharfe Analyse einer wilden und bewegten Zeit, in der man meinte, alles ausdiskutieren zu müssen, Lehrstück über die Kunstfeindlichkeit vermeintlich progressiver Kräfte in Deutschland und zuletzt eine überaus faszinierende Auseinandersetzung mit dem Thema Jesus."

17. März 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • programmkino.de

Ganz unbeabsichtigt ist Peter Geyers Film ein Psychogramm Kinskis geworden, über das Zeitporträt hinaus, meint Michael Meyns. "Dass allein hätte JESUS CHRISTUS ERLÖSER sehenswert gemacht, so aber wird ein Blick in die Sackgasse gewährt, in die sich Kinski manövriert hatte und aus der er auch den Rest seiner Karriere nie wirklich herauskommen sollte."

13. Februar 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Die Tageszeitung

Damals eskalierte der Auftritt zur Katastrophe, weiß Detlef Kuhlbrodt. "JESUS CHRISTUS ERLÖSER dokumentiert nicht nur einen großartigen Auftritt Kinskis, sondern auch die Dummheit und selbstzufriedene Kulturfeindschaft eines Teils der 68er, die - nach- dem Kinski zum x-ten Mal die Bühne verlassen hatte - im vielstimmigen Chor "Kinski ist ein Faschist" skandieren."

13. Februar 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • festivalblog.de

Wunderbar paradox, wie Kinski von Frieden und Vergebung spricht und dann einem der Störer fast die Fresse poliert, meint Christian Westheide. "Ich hab mich gegen das Meditative und für den den Monolog des Egomanen entschieden. Grandios! Und er hat mich offenbar so sehr verstört, dass ich im Kino noch meine Akkreditierung verlor, auf der Heimfahrt geblitzt wurde - naja und falsch geparkt hatte ich natürlich auch. Sei's drum. Die Ausgaben und Mühen habe sich gelohnt. Was für ein Abend mit Kinski!"

11. Februar 2008 | JESUS CHRISTUS ERLÖSER • Kritik • Berliner Zeitung

Kinski, das zeigt dieser Film für Christina Bylow, war ein geniales Kind im Größenwahn, bedürftig nach Erlösung. "Aufschlussreicher als der sabotierte Textvortrag ist die Wechselwirkung zwischen Kinski und dem Publikum: Der Abend wurde zum psychotischen Massen-Sit-In. Es war die Zeit, in der alles zur Demonstration wurde, danach kam die Stunde der Gurus, und Kinski war in seinem verletzten Narzissmus nicht weit entfernt davon. Mit ausgestrecktem Arm beschwört er das Publikum, eine Geste, die jeder Diktator in seinem Repertoire hat."

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