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DER MONGOLE

DER MONGOLE

Regie Sergej Bodrow
Kinostart 07.08.2008

Kritiken • DER MONGOLE

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Der Spiegel

Im Gespräch mit Matthias Schepp und Wladimir Pyljow erklärt der Regisseur Sergej Bodrow, was er an seiner blutrünstigen Hauptfigur schätzt - und wer für ihn die wahren Verbrecher der Geschichte sind.

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hatte nie "das Gefühl, einer folkloristischen Ausstattungsorgie beizuwohnen. Bodrow beschreibt das Leben der Nomaden in der Steppe episch, in schönen, weit offenen und sehr gelassenen Bildern, die das Verhältnis dieser Menschen zur umgebenden Natur voller Respekt und mit aufrichtigem Interesse spiegeln. Dialoge werden sparsam eingesetzt und teilen stets Wesentliches mit über die Beziehungen der Figuren zueinander; und wer Action erwartet - immerhin ist es Dschingis Khan! -, der wird sich fast eine Stunde gedulden müssen. Man kann das Entmystifizierung nennen - jedenfalls drückt sich in all dem ein Bemühen um Ernsthaftigkeit aus, das auf Identifikatorisches nicht verzichten will."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Die Tageszeitung

Nicht in Erinnerungen bleiben bei Dietmar Kammerer die aufwändigen Inszenierungen der Schlachten, die trotz tausender berittener Statisten die von Hollywood gelegte Messlatte ohnehin nicht erreichen, bleiben nach den hundertzwanzig Filmminuten in Erinnerung, sondern die ruhigen Töne, die grandiosen Landschaftsaufnahmen und Zwischenmenschliches. ... So tritt DER MONGOLE an, das von einer fantasievoll kostümierten Eurovisionstruppe gleichen Namens besungene Image des Dschingis Khan vom saufenden und raufenden Steppenwolf ("Ha! Hu! Ha!") durch das Bild eines nachdenklichen und friedliebenden Mongolenherrschers zu ersetzen."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Als monumental und eigenwillig bezeichnet Jan Schulz-Ojala den Film. "Ein Held, aber einer der leisen Sorte. In einem Kolossalfilm der getöselosen Art – ungeachtet einiger wuchtiger Kampfszenen. Nichts hier ist bigger than life, sondern alles sorgfältig so entworfen, wie das Leben eines jungen Versprengten damals hätte sein und werden können. DER MONGOLE atmet Ferne und eine unaufdringliche Feierlichkeit; nie auch ist die Musik von jenem nervtötenden Dauerfortissimo, mit dem das Genre sein Publikum gewöhnlich über dramaturgische Zweifel hinwegpeitscht."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Nicht gerade mitreißend nennt Michael Kohler die Geschichtslektion. "Eine kasachisch-russische Allianz arbeitet fleißig an seiner Verklärung, Bodrovs Film, der erste Teil einer Trilogie, führt uns in schönen Landschaftsaufnahmen, wuchtigen Schlachtengemälden und innigen Liebesszenen vor, wie aus dem kleinen Temudgin ein feuriger Welteroberer wurde."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell sah mit DER MONGOLE einen prächtigen Historienschinken. "Unaufhaltsam ist der Aufstieg, obwohl der Film in fast konzeptkunsthafter Ausdauer von Versuchen erzählt, den Aufstieg aufzuhalten. 29-jährig sitzt Temudgin am Beginn in einem Käfig im Königreich Tangut, dem heutigen Bhutan, und dass seine Haut ihn um vieles älter macht, erzählt etwas von den hygienischen Bedingungen der Vorzeit wie von den Zumutungen, die da schon erlitten zu haben sich heute kein wohlstandswestlicher Altersgenosse mehr vorstellen kann. Der Film wird auf dieses Bild zurückkommen, aber dann ist noch lange nicht Schluss."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • telepolis.de

Großartig, blutig, einseitig sei der Film, schreibt Rüdiger Suchsland. Der Regisseur "erzählt detailliert und bei allen Freiheiten historisch genau, geradeaus, mit wenig Humor und gewissermaßen altmodisch: Bodrov bedient nicht das schlichte Dschingis-Khan-Klischee vom gnadenlosen Monster, barbarischen Plünderer, sondern zeigt vor allem den furchtlosen und visionären, dabei nachdenklichen Anführer. ... Jedenfalls ist alles - trotz großartiger und blutiger Schlachtenszenen - insgesamt etwas weniger actionreich und martial-arts-lastig, als Werbung und Trailer-Marketing suggerieren, mitunter sogar langatmig und zerredet. Das wird den Teenagern und allen, die unter Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden, nicht so gefallen, den historisch Interessierten schon mehr."

07. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • Der Spiegel

Fragwürdig nennt Birgit Glombitza die Heldenromanze. "Regisseur Sergej Bodrov versucht, das Monströse, Blutrünstige und Gemeine rund um seinen Helden mit verschiedenen Strategien auszutreiben: mit der Rührung einer großen Liebesgeschichte zwischen dem Krieger und einer Frau, die die Geschichtsbücher scheinbar unerwähnt ließen; mit der teilweise einfach stur behaupteten Gegenlegende vom treuliebenden Kerl, vom weisen, traditionsbewussten Herrscher und seiner ultimativen Utopie vom gerechten Kampf für ein geeintes Volk. Bodrovs Dschingis Khan ist kein machtgieriger Despot, sondern ein einsamer, postklassischer Held."

01. August 2008 | DER MONGOLE • Kritik • epd-film 08/2008

Barbara Schweizerhof fasst ihre Kritik wie folgt zusammen: "Dass Sergei Bodrov seinen Film mit der Geste präsentiert, den landläufigen Vorurteilen entgegenwirken zu wollen, hat also gute Gründe. Doch darf man sich von diesen Behauptungen und dem Verweis auf Quellengenauigkeit und "historische Stimmigkeit" nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Unter der prächtigen Oberfläche der Erzählung, all den fesselnden Bildern von säbelschwingenden Horden in endloser Steppe, stellt Bodrov uns einen Dschingis Khan ganz nach seinem eigenen, cineastisch geprägten Geschmack vor. In der Sprache des Kinos kann das nur heißen: als großen Liebenden."

31. Juli 2008 | DER MONGOLE • Kritik • critic.de

Michael Kienzl hat sich nicht ganz überzeugen lassen: "Abgesehen von einem etwas zu eindimensional dargestellten Helden, will Bodrow auch zu viel erzählen, verliert sich in Zwischenstationen und bricht die Kontinuität der Erzählung immer wieder durch den massiven Einsatz von Zeitsprüngen. Wenn Temudzhin etwa in Ketten gelegt aus der Gefangenschaft flieht, macht der Film gerade an jenem Punkt einen mehrjährigen Zeitsprung nach vorne, an dem man sich als Zuschauer fragt, wie er es schafft, sich zu befreien. Dieser Effekt stört nicht nur den Fluss der Handlung, sondern wirkt mitunter so, als wolle sich der Film um plausible Erklärungen drücken."

31. Juli 2008 | DER MONGOLE • Kritik • film-dienst 16/2008

Laut Alexandra Wach genügt sich der Film in einer opulenten und mehr als handlungsüberladenen Variation des Genres. "Es ist schwer, sich der visuellen Faszination von DER MONGOLE zu entziehen. Dennoch bleibt bei aller Überwältigung der Eindruck, es mit generalstabsmäßig kalkuliertem, anachronistischem Heldenkinos in der Tradition von "Große Männer machen Geschichte" zu tun zu haben, das offenbar nicht totzukriegen ist, egal ob es in Hollywood mit ALEXANDER aufwartet oder sich in China immer wieder aus dem Geschichts- und Mythenfundes bedient."

29. Juli 2008 | DER MONGOLE • Kritik • programmkino.de

Für Marcus Wessel sucht der Regisseur "das Epos, die großen Bilder und die noch größeren Gefühle. DER MONGOLE bombardiert den Zuschauer förmlich mit grandiosen Landschaftsaufnahmen der mongolischen Steppe. Der Einzelne erscheint in dieser Weite unbedeutend und klein – selbst wenn sein Name Dschingis Khan ist. Energetisch, wild, testosterongeladen, gerade am Beispiel der blutigen Schlachten zeigt sich Bodrovs handwerkliches Können. Wenn passend zum Showdown ein unheilvolles Gewitter heraufzieht und unzählige Blitze den Nachthimmel erleuchten, empfiehlt sich DER MONGOLE als visuelles Spektakel, dem es letztlich nicht so sehr auf erzählerische Stringenz und Logik ankommt."

29. Juli 2008 | DER MONGOLE • Kritik • programmkino.de

Ein recht anschauliches, episches Bild von den Mongolen hat Thomas Engel wahrgenommen. "Wuchtig, fremdartig, äußerst getragen gibt sich der Film, der manchmal mit einer durchaus eindrucksvollen Kameraarbeit aufwartet. Was die Inszenierung betrifft, könnten allerdings die Anschlüsse in der Handlung übersichtlicher und präziser sein. Interesse für die damalige Zeit und das Thema muss man mitbringen."

23. Juli 2008 | DER MONGOLE • Kritik • br-online.de

Das Historienspektakel stellt Hollywood laut Margret Köhler in den Schatten. Allerdings musste sich die Kritikerin "an Blutgemetzel und Folter in jeglicher Form gewöhnen und an Heerscharen, die nichts anderes im Sinn haben, als den nächsten Gegner, der ihnen über den Weg läuft, brutal auszuschalten. Bei aller Action bekommt der Zuschauer einen - wenn auch rudimentären - Einblick in alte Sitten, Gebräuche und Kultur, ohne sich auf den üblichen Folklorekitsch mit Tanz und Gesang zu stützen. ... DER MONGOLE ist eben ein Abenteuerfilm, und der braucht keine Logik, sondern einen Moralkodex und muss es mit der historischen Wahrheit auch nicht immer so genau nehmen."

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