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SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH

SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH

Regie Philippe Claudel
Kinostart 13.11.2008

Kritiken • SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH

15. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Die Tageszeitung

Für Jan Kedves wäre SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH fast ein raffinierter Thriller geworden, wenn die letzten Minuten nicht wären. "Die Gebrauchsanweisung für SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH muss deswegen lauten: Wenn nach zirka 105 Minuten die Stelle kommt, an der die achtjährige P'tit Lys auf dem Sofa liegt und ihrer Tante Juliette aus einem Märchenbuch vorliest und wenn dann das Telefon klingelt und der Doktor dran ist: Rausgehen! Schnell! Dann hat man einen fast raffinierten Thriller gesehen und keine seifige Schmonzette."

13. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Der Spiegel

David Kleingers ist begeistert: SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH ist eine Gewissensprüfung für das Publikum - und der bewegendste Film des Jahres. "In einer darstellerischen Ausnahmeleistung, die ihre gesamte Karriere neu definiert, verleiht Kristin Scott Thomas der emotional versehrten und sozial ausgegrenzten Juliette eine schroffe, defätistische Würde. Nicht etwa durch melodramatische Bekenntnisse, sondern durch das zögernde Einlassen auf den Nächsten beginnt ihre in Jahren des Schweigens errichtete Festung der Einsamkeit zu bröckeln ... Das mag man unbesehen als äußerst idealistisches und klischiert französisches Modell der Resozialisierung abtun. Auf der Leinwand aber gehören diese mit großer Zurückhaltung inszenierten Momente einer Rückkehr in die Normalität zum bewegendsten, was in diesem Jahr im Kino zu sehen war."

13. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur lässt viel Raum für Zwischentöne, lobt Julia Teichmann. Kristin Scott Thomas "ist hier radikal verwandelt zu sehen. Mit tiefen Ringen unter den Augen, ausdruckslosem Blick und matten Gesten spielt sie die Verbitterung und Hilflosigkeit einer Frau, die schon vor langer Zeit ihren Lebensmut verloren hat. Das Meisterstück der Schauspielerin in SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH ist aber die subtile Intensität, mit der sie die langsame Wandlung Juliettes sichtbar macht: ein unterdrücktes Lächeln, das ihr ein Vertrauensbeweis entlockt, die Freude über einen Mann, der sich für sie interessiert, das Erstaunen über die Unschuld von Léas Töchtern."

13. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Der Tagesspiegel

So grau habt Kerstin Decker die Schauspielerin Kristin Scott Thomas noch nie gesehen. SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH "ist ein Film der Minimalismen. Ganz allmählich bricht hier etwas auf, findet ein Leben zurück ins Freie, ohne sein Geheimnis preiszugeben. Denn man kann nicht immer alles sagen. Man kann nicht jedem alles sagen. Dass Menschen einander helfen können, ist eine Illusion. Und wenn sie es am Ende doch können wie in diesem Film, ist es auch ein kleines Wunder. ... Philippe Claudel hat einen Hochpräzisionsfilm gedreht – mit seinen Verzögerungen, seinen kleinen sukzessiven Auflösungen, seinem wie angehaltenen Atem."

13. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte kann in den Gesichtern dieser Frauen lesen. "Resozialisierungsdramen sind gerade im liberalen Hollywood ein beliebter Kinotopos. Dass aber jeder Mensch nach langer Haft unwiderruflich geschädigt ist, sah man den heroischen Wiedereinsteigern in den amerikanischen Traum selten an. Kristin Scott Thomas gibt diesen Verwundungen im ersten Teil des Films einen überaus glaubwürdigen Ausdruck. Dann aber verliert Claudel all das aus den Augen, was seinen Film bis dahin so interessant gemacht hat."

13. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Neues Deutschland

Alexandra Exter lobt die Hauptdarstellerin. Sie "spielt ihre Juliette als eine Frau mit toten Augen, wie ausgeknipst, und völlig in sich zurückgezogen. ... Ihre Resozialisierung wird eine langsame sein, und dass sie gelingt, ist am Ende vor allem der Schwester zu verdanken. Und ein bisschen dem Autor, der seine Sympathieträgerin ganz am Schluss im einzigen dramatischen Monolog des Films doch noch von (fast) aller Schuld entlasten muss, obwohl sein unaufgeregtes Familienstück um Schuld, Sühne und das eigene Gewissen auch ohne diese eigentlich unnötige Rehabilitierung vorzüglich funktioniert hätte."

08. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • critic.de

Marcus Wessel lobt die saubere, sehr intuitive Bildsprache. "Die anfangs vorherrschenden strengen Kadrierungen und statischen Einstellungen werden zunehmend von immer weiteren Aufnahmen abgelöst. Gleichzeitig erhält die Kamera mehr Freiraum. Ohne sich dabei einer schlichten Alles-wird-gut-Botschaft zu bedienen – die Vergangenheit holt alle Beteiligten bei der Antwort auf das "Warum?" wieder ein – bewegt sich Claudel souverän durch emotional vermintes Gebiet. Sein Film, dem man im Übrigen nicht anmerkt, dass es sich um ein Debüt handelt, funktioniert wie ein Gegenentwurf zu den vielen schlecht geschriebenen und inszenierten Melodramen, die dem Zuschauer außer plakativen Gefühlsausbrüchen nicht viel anzubieten haben."

01. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • epd-film 11/2008

Es gehört laut Marli Feldvoß "zu den Verdiensten des Films, dass er sich mit großer Behutsamkeit an seine Figuren herantastet, sie bedächtig zueinander führt – wenn man auch gelegentlich das Gefühl hat, dass zu viel konstruiert, zu viel an Bezügen, an Stimmigkeit komponiert ist: die sorgfältige Farbgebung, die Kleidung, das Aha-Erlebnis, wenn Juliette endlich ihren neuen Kurzmantel trägt, um darin zufällig den Lehrer Michel im Museum zu treffen, einen Kollegen Léas, der sie zu verstehen scheint, weil er (Berufs)Erfahrungen im Gefängnis ­gemacht hat. Nicht nur er versucht, dieser Frau ein Stück von der Last ihrer schweren Schuld von den Schultern zu nehmen, die sie auch nach 15 Jahren nicht loslassen will."

01. November 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • programmkino.de

Künstlerisch hochinteressant findet Thomas Engel den Film. "Ein Film mit beachtlicher emotionaler Tiefe. Er ist dramaturgisch geschickt aufgebaut. Denn ganz behutsam nur erfährt man – ein wesentliches Spannungselement -, was früher geschehen ist, und ebenso feinfühlig erlebt man mit, wie Juliette wieder ins Leben zurückkehrt. Ruhig, teils natürlicherweise quälend, konsekutiv-logisch und insgesamt überzeugend läuft das ab. Bis zum ersten Lichtblick."

16. Februar 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Der Spiegel

Wolfgang Höbel ist begeistert von Kristin Scott Thomas. Sie "spielt da auf so sagenhaft packende Art eine Frau jenseits aller Hoffnung, mit kummergeränderten Augen und müdem Blick, mit harten, schroffen Bewegungen, dass ihr die jede Huldigung gebührt (es darf auch ein Bär für die beste Schauspielerleistung sein). ... Da ruht sich Claudels Kamera vertrauensvoll in Scott Thomas' Gesicht aus, auf ihrem Zurückweichen vor Männer-Berührungen, dem hastigen Kuss auf die Wange eines kleinen Mädchens. Der Film des als Schriftsteller erfolgreichen Regiedebütanten Claudel ist als Thriller eher eine Enttäuschung, als Psychodrama einer unheilbar verletzten Frau ist er ein tolles Schauspiel."

15. Februar 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Berliner Zeitung

Harald Jähner lobt die Hauptdarstellerin. "Diese Frau ist fast den ganzen Film über so sehr nur ein Schatten ihrer selbst, dass man sich nicht wundern würde, wenn die Waage, auf die sie stiege, null Pfund anzeigen würde. Kristin Scott Thomas kann dies Abwesende so spielen, dass man glaubt, das Kissen drücke sich nicht mal ein, wenn sie sich setzt - für diese Darstellung einer nur noch schwach belebten Existenz in einer brüchig schönen Gestalt verdiente sie den silbernen Bären gleich dreimal. Gut möglich, dass die Jury diese Leistung aber gar nicht bemerkt, gelang sie doch nur durch den radikalen Verzicht auf darstellerischer Kraftmeierei."

15. Februar 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • Der Tagesspiegel

Schade findet es Christina Tilmann, dass Claudel, ganz Schriftsteller, am Ende der Versuchung nicht widerstehen kann, die Geschichte restlos auszuerzählen. "Kristin Scott Thomas ist es, die diesen Neuanfang zum Leben, zum Leuchten bringt. Wie in ihr graues, blasses Gesicht langsam wieder Farbe und in die müden Augen ein Funkeln kommt. Wie Witz und Selbstironie aufblitzen, in wenigen, unwirsch hingeworfenen Sätzen. Und wie diese Schweigerin, die eine gefängnishohe Mauer zwischen sich und die Umwelt gezogen hat, mit ruhigem Blick alle anderen dazu bringt, ihre Mauern niederzureißen: wunderbar."

15. Februar 2008 | SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz ist überaus angetan: Dies "ist ein ungeheuer langsam sich entwickelnder und genau beobachteter Film voller Zärtlichkeit und Respekt gegenüber seinen Figuren. Beeindruckend, wie Philippe Claudel hier in seinem ersten Spielfilm zwei Welten etabliert, die langsam zueinander finden müssen ... Die ansonsten stets elegante und mondäne Kristin Scott Thomas macht eine unglaubliche Wandlung durch, obgleich man sie sofort erkennt, ist sie eine vollkommen Andere: Die Augen liegen tief in den Augenhöhlen, die Haare sind stumpf, das Gesicht eingefallen – sie ist wahrhaft eine verhärmte und verbitterte Frau, die ein schweres Schicksal auf sich geladen hat."

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