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DRIFTER

DRIFTER

Regie Sebastian Heidinger
Kinostart 11.06.2009

Kritiken • DRIFTER

11. Juni 2009 | DRIFTER • Kritik • Berliner Zeitung

Großartig nennt Christina Bylow die Dokumentation. "Sebastian Heidinger ist mit diesem großen, bescheidenen Film etwas nahezu Unmögliches gelungen: Aileen, Daniel und die Nebenfiguren haben den Regisseur und die Kamera vergessen. Das Team fuhr fast ein Jahr lang jeden Tag zum Bahnhof Zoo und installierte sich in einem Kleinbus selbst als fester Bestandteil des Territoriums. Die "Kinder" kamen zu ihnen, nicht umgekehrt. Und doch sind die Protagonisten für sich und bei sich geblieben."

11. Juni 2009 | DRIFTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Behutsam, schmerzhaft, fair findet Julian Hanich die Herangehensweise des Filmteams. "DRIFTER ist die ästhetische Antithese zum verspielten Exzess des Subgenres Drogenfilm. Wo Filme wie TRAINSPOTTING, REQUIEM FOR A DREAM oder SPUN ihr Thema vor allem für formale Spielereien nutzen, setzt Heidinger nüchtern auf Sparsamkeit der Mittel und eine beinahe rohe Räudigkeit des Looks. Das sieht nicht gut aus, ist aber die einzig angemessene Haltung dem Gegenstand und den Figuren gegenüber."

02. Juni 2009 | DRIFTER • Kritik • film-dienst 12/2009

Jörg Gerle zufolge stellt sich die Beziehung zwischen Zuschauer und Film nur langsam ein. "... Was hier indes noch alles passieren wird, bleibt der Imagination des Zuschauers überlassen – der Imagination und dem Wissen um CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO, in dem bekanntlich das Happy End nicht an der Tagesordnung ist."

01. Juni 2009 | DRIFTER • Kritik • br-online.de

Umwerfend distanzlos nennt Heidi Reutter die Dokumenatation. "Ein VW-Bus, ausgestattet mit Couch und Tisch, diente dem Filmteam von DRIFTER als Anlaufstelle und Castingcouch für die Junkies. Aus deren Neugier erwuchs Vertrauen, aus Vertrauen entstand ein hoch konzentrierter Film, in dem die Hauptfiguren völlig unverfälscht agieren. So, als hätten sie die Kamera vergessen. Die Authentizität der Figuren und des Milieus sind das größte Verdienst dieses nüchtern gehaltenen Films, der gänzlich auf Kommentar und sonstige Erklärungen verzichtet."

01. Juni 2009 | DRIFTER • Kritik • programmkino.de

Interessant für Marcus Wessel "ist, dass die Tristesse im Milieu ab und an sogar ironische Zwischentöne zulässt. Nicht-Hauptstädter könnten zudem glauben, dass in Berlin niemals die Sonne aufgeht, derart viele Aufnahmen entstanden abends oder nachts. Bezeichnenderweise endet DRIFTER jedoch mit dem Bild einer Morgendämmerung, in die sich – wenn man den von Heidinger angebotenen Strohhalm ergreifen will – die vage Hoffnung eines echten Neuanfangs für Aileen, Daniel und Angel hineinprojizieren lässt."

08. Februar 2009 | DRIFTER • Kritik • arte.tv

Martin Rosefeldt lobt den Film. "Anstatt die Tragödie der Prostitution zu unterstreichen, bietet der Film einen nüchternen, teilweise sogar komischen Blick auf den Alltag jugendlichen Stricher im Zeitalter des globalisierten Kapitalismus – die ausländische Konkurrenz mache die Preise kaputt, was vor allem die Freier dazu bringt, absurde Ansprüche zu stellen – eine Tatsache, über die sich Daniel mit seiner Kumpelfreundin Aileen mehr amüsieren, als aufregen mag. Es ist vor allem der hartnäckig-autistische Blick auf seine "Helden", der DRIFTER zu einem besonders zärtlichen Film macht."

16. Februar 2008 | DRIFTER • Kritik • Begründung der Jury "Dialogue en perspective"

"DRIFTER ist eine intensive und sorgfältige Beobachtung, die formal konsequent und präzise erzählt wird. Der Regisseur Sebastian Heidinger beweist großes Können, sich seinen Hauptpersonen zu nähern, er baut ein Vertrauensverhältnis auf, das so groß ist, dass die Protagonisten die Kamera teilweise ganz zu vergessen scheinen. Der junge Regisseur widmet sich einem sehr harten und schwierigen Thema und zeigt hierbei viel Respekt und Sensibilität. Bei aller Schonungslosigkeit bewahrt er einen zutiefst menschlichen Blick für seine Hauptpersonen, und lässt dem Zuschauer viel Raum."

10. Februar 2008 | DRIFTER • Kritik • festivalblog.de

Laut Steffen Wagner gelingt es dem Regisseur, "die gewöhnliche und die ungewöhnliche Seite des Lebens von Aileen, Angel und Daniel einzufangen. ... Diese Reduktion auf das Wesentliche macht den Film so überzeugend: Es geht nicht um Erklärungen, warum diese Jugendlichen Drogen nehmen. DRIFTER verzichtet auf anmaßend psychologisierende Nachforschungen in den einzelnen Biographien ebenso wie auf die Diskussion von zukünftigen Lebensentwürfen. Der Film handelt von der Gegenwart, denn sie ist, was zählt. Der Film heischt nicht nach Mitleid, er dramatisiert oder bagatellisiert nicht. Viele Szenen, die die Normalität und Selbstzerstörung im Abstand von nur wenigen Sekunden zeigen, bleiben haften."

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