| Regie | Jovan Arsenic |
| Kinostart | 13.08.2009 |
Thorsten Funke fühlte sich wie in der Seifenoper. "Aber die ungezuckerte Umsetzung des Stoffes betont stets die dokumentarischen Aspekte des Unternehmens. Stark ist HELDEN AUS DER NACHBARSCHAFT (
) weniger bei der Wahl seiner Inhalte – es gibt ein bisschen Medienkritik an der vereinsamenden Wirkung des Internets und an den fragwürdigen Methoden des Privatfernsehens –, sondern mehr in seiner Erzählhaltung, die die einzelnen Geschichten mühelos verknüpft und die Personen mit ganz wenigen Strichen echt erscheinen lassen. Ein Berlin-Film, der nicht die üblichen Metropolen-Klischees bemüht, sondern sich das kleine Ziel setzt, Ausschnitte aus dem Leben der Menschen in einem Stadtteil zu kondensieren, der wie kaum ein zweiter nach der Wende Veränderungen durchlaufen war."
Alexandra Seitz sah peinliche Typen im Berliner Prenzlauer Berg. "Mit seiner episodischen Dramaturgie ebenso wie mit manch überzogenem Element der Handlung orientiert sich HELDEN AUS DER NACHBARSCHAFT (
) an der Struktur einer Soap Opera und könnte auch "Die Lindenstraße vom Prenzlberg" heißen. Jovan Arsenics Personal jedoch kommt einem um einiges näher als Mutter Beimer oder Else Kling. Das liegt nicht unbedingt daran, dass der Regisseur und Drehbuchautor bei der Figurenzeichnung auf den Einsatz von Klischees verzichtet hätte, denn nichts eignet sich bekanntlich besser zur Darstellung der Wahrheit. Es hat vielmehr mit den engagierten Schauspielern zu tun, die ihren Charakteren Tiefe und Sensibilität verleihen."
Julia Boeck schaut auf die Hauptdarstellerin Eva Löbau.
Alexandra Wach ist enttäuscht. "Auch wenn aktuelle gesellschaftliche Themen wie dysfunktionale Familien, Depressionen, anonymer Sex im Internet oder seelische Entblößung im Nachmittagsfernsehen angesprochen werden und der Wunsch nach Nähe, Unverstelltheit und nachbarschaftlichem Zusammenhalt zu spüren ist, fehlen dieser Low-Budget-Produktion trotz überzeugender Darsteller leider inszenatorische Präzision, eine eigene Handschrift und der Wille zur bösartigen Anarchie, ohne die eine Satire auf filmisch ohnehin längst abgearbeitete Medienphänomene in gähnender Belanglosigkeit erstarrt."
Gary Rohweder fragt sich, ob "Authentizität bei einem Spielfilm mehr wiegt als die einzelnen Facetten wirklich überzeigend zu bedienen. Keinesfalls ist der Film frei von schauspielerischen Bestleistungen, exquisiten Bildern und erzählerischen Raffinessen, doch wirklich glänzen tut er eben hierdurch auch nicht. Im Vordergrund steht die kurzweilige Geschichte selbst, die von der Einsamkeit und den Sehnsüchten ihrer Figuren erzählt. Ein Mikrokosmos in der Großstadt, der die weite Welt nicht missen lässt."
Linksammlung zum Film.