Die Geschichte ist laut Katrin Knauth "eine Tragödie, doch anders als es uns Hollywood erzählen würde, inszeniert Yoji Yamada sie leise, gefühlvoll, unblutig. Jede Einstellung ist liebevoll arrangiert, mit der gleichen Hingabe mit der ein japanischer Garten gepflegt wird. Alles ist fließend, keine Szene zuviel. Und auch wenn der Film seine zwei Stunden dauert, wirkt er weder schwerfällig noch unangenehm episch. ... Dass jemand wie Yoji Yamada sein Handwerk versteht und perfektes, solides Kino machen kann, beweist er auch mit KABEI – OUR MOTHER."
Christian Westheide ist überaus angetan: "Auf unaufdringliche Weise ist KABEI – OUR MOTHER ein Manifest gegen den Krieg und eine Ode an die Mutter - aber ganz und gar nicht im Eva-Herrmannschen Sinn, sondern die Mutter als ein Mensch der alles tut, was in ihrer Macht steht, um ihre Kinder zu behüten, alles tut, damit die Kinder ein gutes Leben haben. Aber ohne dabei irgendeinem Frauenbild oder Rollenverständnis zu folgen. Ein Vater hätte es genauso gemacht. Einfach weil man seine Kinder liebt und nichts dafür erwartet. Ein sehr sehr schöner Film."
Andreas Tai berichtet von der Pressekonferenz zum Film.
Einen magischen Augenblick hat Wolfgang Höbel erlebt. "Der Regisseur Yamada erzählt das alles ausgesprochen konventionell mit viel Interesse für die Furcht und die Tränen der Kinder, und einem ausgeprägten Sinn für die Rituale des Essens und Teetrinkens - und vor lauter Gemächlichkeit braucht er zweieinhalb Stunden. Ganz sicher verlangt wirklich großes Kino etwas mehr Schmiss und Ambition, aber sympathisch ist dieser Film trotzdem, und die Schauspieler tun mit einer tollen Gelassenheit ihre Arbeit, ohne je brillant sein zu wollen."
Einen ruhigen, unglaublich rhythmussicheren Film sah Harald Jähner. "Er wird dominiert von der stillen Souveränität der Mutter (Sayuri Yoshinaga). Sie ist keine Rebellin, einmal schlägt sie sogar ihre Tochter, weil diese einem Gefängniswärter den unterwürfigen Respekt verweigert und damit dem Vater schaden könnte. Aber wie klug, wie liebe- und wie würdevoll entschuldigt sie sich bei dem Kind! Ihre zärtliche Autorität hat wahre Größe - umso mehr hasst man die vielen aufgeblasenen Amtspersonen im Film. Dieses Gekrieche und Gebücke der Untertanen, dieses ständige ehrerbietige Verbeugen und Herumrutschen muss auch japanische Traditionalisten schmerzen."
Berührend findet Detlef Kuhlbrodt den Film. "Filme alter Meister sind fast immer klasse, vor allem, wenn sie aus Japan kommen. ... KABEI – OUR MOTHER ist ein sehr schön ausgestatteter, warmherziger, teils auch humorvoller Film, dessen Helden äußerst präzise gespielt und gezeichnet sind."
Laut Sebastian Handke singt KABEI – OUR MOTHER ein stilles Heldenlied auf eine Frau. Er "ist ein ausgesprochen behutsamer Film von klarer, schlichter Schönheit. ... Viele Familien lebten in Armut und ohne Väter – die Mütter besorgten den Haushalt, schafften das Geld herbei und schirmten den Nachwuchs gegen das Unglück ab. KABEI – OUR MOTHER ist ein Heldenlied auf diese Frauen; ein Lied, das lang sein muss und leise, weil erst auf diese Weise die Heldentat zum Vorschein kommt. Im jahrelangen Nichtzugrundegehen gibt es keinen Moment des Triumphs. Nur Augenblicke, in denen das schwach, aber beharrlich glimmende Licht zu flackern beginnt, weil auch seine Kraft zur Neige geht."