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ELEGY

ELEGY

Regie Isabel Coixet
Kinostart 14.08.2008

Kritiken • ELEGY

14. August 2008 | ELEGY • Kritik • Der Tagesspiegel

Das erotische Melodram hat Julian Hanich überzeugt, besonders die Regisseurin. "Gewiss, das barocke Motiv, gerade angesichts des Todes das Leben zu feiern, steckt schon in Roths grandiosem Roman. Coixet aber überhöht es noch – mit der betörenden Sinnlichkeit ihrer Bilder. Und: Sind nicht Schönheit und Vitalität der Darsteller – der wunderbare Ben Kingsley und die unfassbar schöne Penelope Cruz – genau jene Währungen, mit denen das Hollywood-Kino seit jeher so unvergleichlich verführerisch zu handeln weiß?"

14. August 2008 | ELEGY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Michael Kohler kommt der Film genau so geschmäcklerisch daher, wie es sein deutscher Titelzusatz vermuten lässt. "Dabei ist die dekorative Trauerfeier-Beleuchtung noch nicht einmal das Schlimmste. Auch dass eine ganze Garde großartiger Nebendarsteller ... in ebenso schönen wie nichtssagenden Einstellungen verheizt wird, ließe sich vielleicht ebenso verschmerzen wie die Tatsache, dass sich eine auf blutjung drapierte Penelope Crúz immer wieder malerisch in den Laken räkelt oder an die Brust Ben Kingsleys schmiegt. Wirklich unverzeihlich ist aber, dass die Leidenschaft reine Behauptung bleibt und das Tier im Grunde schon längst verendet ist, als es sein Sterben spürt."

14. August 2008 | ELEGY • Kritik • Der Freitag

Für Matthias Dell besteht der Reiz des Film "aus der subtilen, aber sturen Weise, in der es Isabel Coixet gelingt, dem Stoff seine Altmännerräudigkeit auszutreiben. Die Besetzung einer unbedarften Studentin, die durch erotisch klimpernden Akzent und naiven Rehaugenaufschlag den alten Mann seiner schwindenden Männlichkeit versichert, mit einer erwachsenen Frau wie Penelope Cruz ist ein Witz. Aber er verfremdet - an der Seite von Ben Kingsley als einsamem Genießer - das Obszöne an der Konstellation. Den tollsten Effekt besorgt allerdings Coixets introvertiert-fühliger Stil."

14. August 2008 | ELEGY • Kritik • Die Zeit

Rührselig und schlecht nennt Mark Stöhr den Film. "In ELEGY tut nichts weh, außer der Film selbst. Auch als nach einer quälenden Ewigkeit des Belauerns, Becircens und Begrabschens das eigentliche Drama endlich einsetzt. Die junge Frau hat Brustkrebs, der alte Mann seine Katharsis. Nun beginnt die Cruz zu spielen, nachdem sie bis dahin eher das ruhende Aktmodel für seine Begierden und Selbstzweifel war. Doch ihr Spiel ist nichts als Seifenoper. Zusammengestammelte Gefühle, die den Schmerz nur behaupten, der sie umtreibt."

13. August 2008 | ELEGY • Kritik • Der Spiegel

Trotz Starbesetzung ist der Film hölzern für Jenny Hoch. "Da wurde die Story der subtilen inneren Auseinandersetzung des Helden beraubt zur ordinären Liebesgeschichte zwischen der jungen Beauty und dem intellektuellen Biest. ... Isabel Coixet begegnet den Altherrenphantasien nicht mit moralinsaurer Strenge, sondern nimmt sie ernst und addiert in ELEGY zur sehr maskulinen Perspektive Roths ihre weibliche Sicht hinzu. Auf diese Weise entgeht sie elegant der Pathosfalle und inszeniert stattdessen ein stilles, intimes Kammerspiel um zwei unglücklich Liebende. Selbst am Schluss, wenn Consuela todkrank Trost bei dem längst innerlich gebrochenen Frauenhelden Kepesh sucht, umschifft die Regisseurin souverän jede Kitsch-Klippe."

13. August 2008 | ELEGY • Kritik • Berliner Zeitung

Marli Feldvoß unterhält sich mit der Regisseurin Isabel Coixet.

01. August 2008 | ELEGY • Kritik • critic.de

Die Besetzung ist für Birte Lüdeking noch das Gelungenste an dem Film. "Die Verbindung von Eros und Tod behandelt die Regisseurin weitgehend oberflächlich und risikoscheu. Ihr sittsames Beziehungsdrama mit fast konstanter Klavierbegleitung in Moll wird weder den gesellschaftskritischen Bezügen oder der erotischen und emotionalen Forschheiten des Romans gerecht, noch setzt es ihnen eine überzeugende eigenständige Interpretation entgegen. Coixets Entscheidung, die beiden sterbende Tiere zu zähmen und domestizieren, entspringt möglicherweise der Befürchtung, die Hauptfiguren könnten als alter Lüstling und bloßes Sexobjekt missverstanden werden."

12. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • Die Zeit

Als misslungen bezeichnet Mark Stöhr das Rührstück; eine Schönheit macht noch keinen guten Film. "Regisseurin Isabel Coixet hat die literarische Vorlage von Philip Roth ihrer schlimmsten Peinlichkeiten entkleidet, dieser unappetitlichen sabbernden Altmännerfantasien, die sich durch das ganze Buch ziehen. Dafür muss man ihr dankbar sein. Sie hat ihr aber auch ihre ganze obsessive Sprengkraft genommen, die tiefe existenzielle Tragik eines alternden Casanova, der einer jungen Frau verfällt und viel zu spät mit der Liebe Bekanntschaft macht."

11. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • Der Spiegel

Laut Andreas Borcholte lebt der Film vom intensiven Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller; die Filmemacherin hat eine teils sehr anrührende Parabel auf die Liebe, Schönheit und deren Vergänglichkeit erzählt. Der Regisseurin "geht es nicht um die Macht der Männer - sondern um die Magie der Weiblichkeit. Das Ergebnis ist leider recht unausgegoren. Trotz vieler guter Momente pendelt er zwischen tollen Szenen voll scharfzüngiger, schnippischer Dialoge der New Yorker Intelligenzija - und einem Hang zum übermäßigen Innehalten, einer Melancholie, die immer wieder in Kitsch zu kippen droht.

11. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • Berliner Zeitung

Jens Balzer hat nur Häme für den Film: "Wer gerne dabei zuschaut, wie ältere Männer mit faltiger Haut und sehr haarigen Händen auf glatten Mädchenhintern herumtatschen und dabei Auskunft über ihre Angst vor dem Altern geben, ist bei ELEGY unbedingt an der richtigen Adresse. Auch wer Penélope Cruz immer schon mal nackt sehen wollte, sollte in diesen Film gehen, zumal sie sich einen kecken "Her mit den kleinen Kubanerinnen"-Akzent antrainiert hat. Von der literarischen Vorlage weicht der Film allerdings darin ab, dass er das dort ausführlich beschriebene Schamhaar Consuelas nicht zeigt."

11. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein virtuoses Kammerspiel zweier Liebender sah Jan Schulz-Ojala. "Schwer kitschverdächtig ist eine solche Love-Story, wenn man ihr den panzernden Zynismus und auch das fein gebrochene Pathos der Roth'schen Diktion entzieht. Aber Coixet entscheidet sich ... für eine knappe Sprache, für Szenen, die ihre Botschaften verdichten statt ausschlachten, für ein fast minimalistisches Kammerspiel. Die Bilder dazu schwelgen in kühlem, mitunter fast entsättigtem Blau, Grau, Braun, aus dem die Gesichter und Körper im starken Licht manchmal wie gemeißelt hervortreten; niemals umschmeichelt hier irgendwer irgendwen oder irgendwas irgendwas. Unfiebrig das alles, unfiebrig gut."

11. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz ist von der Regisseurin begeistert: "Isabel Coixet ist ohne Frage eine große Poetin des Filmischen, und auch dieses Mal brilliert sie mit ihren Bildern, ihrem untrüglichen Gespür für Atmosphäre, Schönheit und für die großen Themen Liebe und Tod, die in ihrem bisherigen Werk eine zentrale Stellung einnehmen. Exzellent gefilmt (die Kamera führte wie in allen Filmen Isabel Coixets der Franzose Jean-Claude Larrieu) und brillant gespielt sowie mit teilweise sehr eleganten, witzigen und pointierten Dialogen ausgestattet ist ELEGY ein wahrhaft elegischer Film, eine Romanze in dunklen, aber niemals düsteren Molltönen, die mit Sicherheit ihr Publikum finden wird."

11. Februar 2008 | ELEGY • Kritik • festivalblog.de

Andreas Tai sieht im außergewöhnliches Aussehen von Penélope Cruz "neben der Unzugänglichkeit der Kepesh Figur einen weiteren Grund, warum sich in Isabel Coixet neuestem Werk ELEGY dem Zuschauer lange keine Zeit keine Möglichkeit zur Anteilnahme bietet. Erst als zum Schluss die Sicherheiten wegbrechen, löst sich die Distanz zu den Figuren. Erfrischend in diesem Film, in der die Tragik der Bilder und der Musik (u.a. Erik Satie) oft nicht mit der erzählten Geschichte in Deckung zu bringen ist, ist insbesondere Dennis Hopper in der Rolle des besten Freundes von Kepesch."

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